DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin +0,27 % 64.487,97 USD 12:38:53 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

Kurioser Job: Professionell Teller dreckig machen

Wirtschaft

Auf den ersten Blick könnte man meinen, Maren Bosch arbeite in der Küche eines Sternerestaurants: 15 weiße Teller, darauf ein kleines, grünes Häufchen in der Mitte. Ein exquisiter Gruß aus der Küche? Nein. Handelsüblicher Spinat. Und die Sterneküche ist in Wirklichkeit das sogenannte Spüllabor auf dem Fabrikgelände von BSH Hausgeräte in Dillingen. Dort testet Maren Bosch, wie gut verschiedene Spülmaschinen sauber machen – indem sie professionell Teller, Tassen, Schüsseln verschmutzt. Kein Scherz: Die europäische "Anschmutz"-Norm Exakt fünf Gramm Spinat kommen auf jeden Teller. Dann verteilt Maren Bosch die grüne Masse mit einem Malerpinsel gleichmäßig auf dem tiefen Teller. Außerdem macht die Laborfachkraft noch Schüsseln mit Hackfleisch und Margarine dreckig und lässt Schwarztee in Tassen stehen, damit sich ein Rand bildet. Das gehört zur europäischen "Anschmutz"-Norm. Was wie ein Scherz klingt, ist eine von Experten festgelegte Vorgabe für alle Spülmaschinenhersteller, wie das Geschirr zu Testzwecken verschmutzt werden muss – damit die Ergebnisse hinterher vergleichbar sind. Andere Länder, andere Lebensmittel Für andere Länder gibt es andere Vorgaben. Für Spülmaschinen etwa, die in den USA verkauft werden sollen, wird in den Tests unter anderem mit Marmelade, Ei und Erdnussbutter "angeschmutzt" – wie sie es hier nennen. Im Video: 9.000 Spülmaschinen am Tag: Der enge Takt in der Fabrik Bis zu 9.000 Spülmaschinen pro Tag Während im Spüllabor getestet wird, läuft in den Fabrikhallen nebenan die Massenproduktion der Spülmaschinen. Das Werk von BSH in Dillingen gehört zu den größten der Welt. Pro Tag laufen bis zu 9.000 Spülmaschinen vom Band. Pro Jahr waren es zuletzt rund 1,8 Millionen. Im Handel sind die Spülmaschinen dann unter ihren Markennamen wie "Bosch", "Siemens", "Constructa" oder "Neff" zu finden. Lager für 100.000 Spülmaschinen Mit 2.300 Beschäftigten ist BSH der größte Arbeitgeber im Landkreis Dillingen. Aktuell wird das Werk erweitert: Es entsteht ein 40 Meter hohes Lager, in dem 100.000 Geschirrspüler Platz haben. Für den Abtransport führt schon jetzt ein Gleis für Güterwaggons direkt in die Fabrikhallen. Seit 50 Jahren produziert BSH dort Spülmaschinen. 10 statt 40 Liter Wasser pro Spülgang Und in dieser Zeit sind Spülmaschinen vor allem sparsamer geworden: Vor 50 Jahren hat ein Spülgang noch gut 40 Liter Wasser verbraucht, heutzutage sind es nur noch rund zehn Liter. In der gleichen Zeit sank der Stromverbrauch pro Spülgang von 2,5 Kilowattstunden auf 0,5 Kilowattstunden. Roboter lässt Spülmaschinen tausendfach laufen Um noch effizienter zu werden, können die Entwickler bei BSH mittlerweile den Weg jedes einzelnen Tropfens Wasser in der Spülmaschine am Computer simulieren. Im Gebäude nebenan führt ein Roboter 24/7 Dauertests durch: Er fährt pausenlos durch eine Reihe mit fast 50 Spülmaschinen: Tür auf, Tab rein, Schubladen raus- und reinziehen. 3.500 Mal läuft dann die Spülmaschine – das entspricht einer Nutzungsdauer von zwölfeinhalb Jahren. Auf der Suche nach Spinatresten Maren Bosch sitzt mittlerweile im abgedunkelten Spüllabor an einem großen Tisch. Von der Decke hängt eine Lampe, die das gereinigte Geschirr in helles Licht taucht. Teller für Teller, Messer für Messer nimmt die Labormitarbeiterin in die Hand, hält das Geschirr gegen das Licht und tippt das Spülergebnis in ein Tablet ein. Auf einer Schüssel findet sich ein winziger, grüner Punkt – Spinat. Und in einer Tasse ist der Schimmer eines leichten Teerandes zu erkennen. Wenn sie anderen erzählt, was sie beruflich macht, sei die Reaktion oft ähnlich, sagt Maren Bosch: "Das hört sich für viele witzig an. Das können sich die Leute teilweise gar nicht vorstellen, dass man so etwas macht!" Großer Aufwand für einziges Ziel: sauberes Geschirr.

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