Kurs hilft in Münster bei Parkinson
"Und eins, und zwei, und drei." Physiotherapeutin Conny Hübner macht große Ausfallschritte nach vorn. Alle Tangopaare in der münsterschen Tanzschule "Tango Pasión" machen mit. Es sind 20 Minuten Aufwärmübungen vor dem eigentlichen Tanzkurs. Denn die Teilnehmer sind Parkinsonpatienten, die mit ihren Partnern hierherkommen. Auch Claudia Feldmann ist mit ihrem Mann dabei. Plötzlich bewegte sich der Arm nicht mehr Claudia Feldmann tanzt hier seit einem halben Jahr Tango. Bekannte hatten ihr von diesem Kurs erzählt. Das Tanzen macht ihr viel mehr Spaß, als sie ursprünglich dachte. Auch, weil sie gemeinsam mit ihrem Mann Tango tanzen kann. Die Krankheit begann vor drei Jahren, sagt die 63-Jährige. Es begann im rechten Arm - es fühlte sich wie ständiger Muskelkater an. Und plötzlich, eines Morgens, konnte sie ihren Kaffee nicht umrühren. "Was ist denn da los", fragte sie sich. Diagnose Parkinson Zuerst ging sie von Arzt zu Arzt, bis irgendwann Diagnose feststand: Parkinson. Das war ein Schock, erzählt Claudia Feldmann. Immerhin habe sie einen milderen Verlauf, so die Ärzte. Ihre Hände zittern nicht, aber sie hat durchaus Probleme, ihr Gleichgewicht zu halten. Manchmal mache ihr Körper, was er wolle. Tango als Bewegungstherapie Der Tango hilft Studien zufolge, die Balance zu halten und die Mobilität zu verbessern. Parkinson ist eine Erkrankung des Nervensystems. Dabei versteifen die Muskeln, die Menschen werden langsamer. Typische Symptome: Zittern, Trippelschritte, gekrümmte Haltung. Und weil Tango eine aufrechte Haltung und große Schritte braucht, sei dieser Tanz hilfreich. Tanzen ist Normalität Außerdem ist so ein Tangokurs so wunderbar normal, sagt Claudia Feldmann. Die Physiotherapie kommt zuerst, dann noch eine Stunde Tangounterricht. Das fühle sich nicht so nach Krankheit an, sondern wie ein ganz normaler Kurs. Wenn die Stunde vorbei ist, merke sie, dass sie sich leichter fühlt, auch der rechte Arm sei beweglicher. Und das tut ihr unwahrscheinlich gut. Unsere Quellen: