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Kurz nach der Geburt wieder schwanger? Was zwei Fachärzte raten

Unterhaltung

Nur wenige Monate nach der Geburt ihrer Tochter ist Loredana Wollny erneut schwanger. In den sozialen Medien wird darüber diskutiert. Zwei Fachärzte ordnen ein, wie risikoreich eine Schwangerschaft kurz nach einer Geburt wirklich ist und was medizinisch ratsam ist. Ist es gefährlich, schon kurz nach der Geburt eines Kindes wieder schwanger zu werden? Diese Frage wird aktuell in Kommentaren auf Social Media diskutiert, nachdem Loredana Wollny kürzlich ihre dritte Schwangerschaft öffentlich gemacht hat. Die 22-Jährige brachte erst im Januar 2026 ihre Tochter zur Welt. Ist das wirklich problematisch für Mutter oder Kind? Wir haben bei Experten der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG) und des Berufsverbands der Frauenärztinnen und Frauenärzte e.V. (BVF) nachgefragt. Wie lange sollte man nach einer Geburt bis zur nächsten Schwangerschaft warten? Holger Maul ist Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Wie er erklärt, kann eine Frau rein biologisch bereits wenige Wochen nach einer Geburt wieder einen Eisprung haben und somit schwanger werden. Das geht auch bereits, bevor die erste Regelblutung wieder auftritt. "Medizinisch empfohlen wird nach einer Lebendgeburt aber in der Regel ein deutlich längerer Abstand", sagt Maul. Diese Einschätzung teilt auch Frauenärztin Annika Schauer: "Bei einem Abstand von weniger als einem Jahr zur letzten Geburt gilt die Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft." Den Fachärzten zufolge sollten Frauen nach einer Lebendgeburt mindestens zwölf Monate warten, bevor sie erneut schwanger werden – noch besser wären 18 Monate. Am Ende ist es jedoch die Frau selbst, die entscheiden muss, ab wann sie wieder schwanger werden möchte, sagt Holger Maul. Wichtig sei dabei, dass die betroffene Mutter auf ihren Körper hört. Welche Risiken bestehen bei schneller erneuter Schwangerschaft? "Ein sehr kurzer Abstand zwischen zwei Schwangerschaften ist mit einem erhöhten Risiko für Komplikationen verbunden", sagt Annika Schauer. Zu diesen Komplikationen zählen der Frauenärztin zufolge vor allem Frühgeburten, ein niedriges Geburtsgewicht beziehungsweise ein für das Schwangerschaftsalter zu kleines Kind. Holger Maul ergänzt das erhöhte Risiko für eine längere neonatologische Behandlung (die intensivmedizinische Versorgung von Früh- und kranken Neugeborenen) und insgesamt mehr perinatale Morbidität, also Beeinträchtigungen, die das Kind nach der Geburt haben könnte. Der Facharzt betont jedoch, dass nicht klar ist, ob ein kausaler Zusammenhang zwischen einer frühen Schwangerschaft nach einer Geburt und der Gesundheit des Säuglings besteht, weil es dazu keine randomisierten Studien gebe. Es bestehe aber ein statistischer Zusammenhang. Auch die Mutter selbst setzt sich Risiken aus: Wird eine Frau kurz nach einer Geburt wieder schwanger, hatte ihr Körper keine Zeit, sich ausreichend zu erholen. Die Folgen können laut Maul von Eisenmangel über andauernde Beckenboden- oder Wundheilungsprobleme bis hin zu psychischer Belastung reichen. Besonders risikoreich für die Mutter wird es, wenn das bereits geborene Kind per Kaiserschnitt zur Welt kam, denn dann muss zusätzlich die Gebärmutternarbe ausheilen, erklärt Annika Schauer. "Besonders relevant wird der Abstand, wenn nach einem Kaiserschnitt eine vaginale Geburt angestrebt wird: Die Gebärmutternarbe stellt das mit Abstand größte Risiko für eine Uterusruptur beim Versuch einer vaginalen Geburt beim zweiten Kind dar, auch wenn eine solche Ruptur insgesamt selten bleibt." Daher sei es wichtig, der Narbe Gelegenheit zu geben, vollständig auszuheilen. Was ist eine Uterusruptur? Bei einer Uterusruptur hält die Kaiserschnittnarbe an der Gebärmutter dem Druck der Wehen nicht stand. Eine Uterusruptur ist ein geburtshilflicher Notfall. Wie ist es nach einer Fehlgeburt? Die empfohlene Pause zwischen zwei Schwangerschaften von mindestens zwölf oder besser 18 Monaten gilt nur für Lebendgeburten. Im Falle einer frühen Fehlgeburt gibt es keine grundsätzliche feste Wartezeit, sagt die Fachärztin. "Studien zeigen, dass eine kurze Wartezeit nicht mit einem erhöhten Risiko für eine erneute Fehlgeburt verbunden ist. Sobald sich die Frau körperlich und vor allem auch emotional bereit fühlt, kann der nächste Zyklus für einen erneuten Schwangerschaftsversuch genutzt werden." Kam die Fehlgeburt jedoch spät im Verlauf der Schwangerschaft oder war das Baby eine Totgeburt, ist die Lage etwas anders. Dann sei "Ursachenforschung wichtig", sagt Frauenarzt Maul. Es gebe änderbare Risikofaktoren, die das Ergebnis der nächsten Schwangerschaft beeinflussen könnten. Beide Experten raten Frauen, die bereits mehrere Fehlgeburten hatten, mögliche Ursachen gynäkologisch abklären zu lassen, bevor sie einen weiteren Versuch starten. Und was, wenn man nun (ungewollt) schwanger ist? Zunächst gilt: Keine Panik und sich nicht von anderen verrückt machen lassen, da auch diese Schwangerschaften sehr oft gut verlaufen, wie Maul betont. Betroffene Frauen sollten sich aber kontinuierlich und engmaschig frauenärztlich begleiten lassen. Diese Betreuung sei zentral, "um Risiken für Mutter und Kind frühzeitig zu erkennen, wobei auch Blutuntersuchungen auf Eisenmangel oder Entzündungszeichen sowie eine individuelle Beratung zu Ernährung, Rauchverzicht und Stressreduktion zur Vermeidung von Komplikationen beitragen", erläutert Annika Schauer. Empfehlungen der Redaktion Jede dritte Frau hat Probleme, schwanger zu werden Wie geht man mit einer Fehlgeburt um? Betroffene berichten Warum sich viele Schwangere von Fachkräften nicht verstanden fühlen Handelt es sich bei der vorangegangenen Geburt um eine Kaiserschnittgeburt, ist eine sorgfältige Beobachtung der Narbenregion wichtig. Holger Maul ergänzt, dass durch frühe Ultraschallkontrollen die Einnistung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut beobachtet werden sollte. Ein frühes Vorstellen beim Gynäkologen oder bei der Gynäkologin ist also wichtig. An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier. Abgesehen von der körperlichen Belastung ist allerdings auch die psychische nicht zu unterschätzen. "Hier ist gute Unterstützung im Umfeld wichtig", sagt Annika Schauer. Besonders wichtig sei es, Ruhe zu bewahren und sich sowohl persönliche als auch fachärztliche Unterstützung zu holen, meint auch Holger Maul.

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