Kurz und knapp: Kompany reagiert schmallippig auf Klopp-Kritik
Der Bundestrainer war am Mittwochabend live vor Ort verfolgt und in der Halbzeitpause bei DAZN im Interview, wo er seine Zweifel an der Spielweise des deutschen Rekordmeisters äußerte. Vor allem seine Aussagen zur Rolle von Harry Kane im Defensivverhalten der Münchner sorgten für Aufsehen.
Klopp mit Kritik am Spiel der Bayern
„Ich habe bis heute nicht abschließend verstanden, was Bayern gegen den Ball macht“, erklärte der 59-Jährige. Mal agiere die Mannschaft hybrid, mal in der Manndeckung und dann wieder anders. „Ich will mich einfach weiterbilden“, fügte Klopp mit einem Augenzwinkern hinzu.
Besonders kritisch blickte Klopp auf die Positionierung von Kane. Dass der englische Nationalstürmer mit Ball häufig weit zurückfällt, sei für ihn nachvollziehbar. Im Mittelfeldpressing sei die Rolle des Torjägers dagegen schwieriger zu verstehen. „Wenn ich Harry Kane in der letzten Linie sehe, und zwar nicht im tiefen Block, sondern im Mittelfeld-Pressing“, sagte Klopp, ehe er seine Gedanken unterbrach.
Ganz ohne Relativierung kam die Kritik allerdings nicht aus. „Ich bin nicht der Papst des Fußballs, alle dürfen machen, was sie wollen“, stellte der ehemalige Liverpool-Coach klar. Vollständig verstanden habe er Bayerns Ansatz dennoch nicht.
Kompany blockt Nachfrage zu Klopp ab
Kompany wollte darauf bei der anschließenden Pressekonferenz nicht eingehen. Auf die Frage nach Klopps Aussagen antwortete der Belgier kurz und deutlich: „Da sage ich nichts dazu. Nächste Frage!“
Auch mit wenigen Worten hat Kompany klargemacht, was er von Einlassungen des deutschen Bundestrainers hält. Einen Kommentar waren sie ihm scheinbar nicht wert.
Kane selbst räumte nach dem Spiel Schwierigkeiten im Münchner Pressing ein. Arsenal habe mit seinen Laufwegen für Unordnung gesorgt. „Normalerweise haben wir einen klaren Anhaltspunkt, wen wir decken sollen“, erklärte der Angreifer. Das sei diesmal phasenweise anders gewesen.
„Das ist definitiv etwas, woran ich und die Mannschaft in solchen Momenten arbeiten können“, sagte Kane. Sportvorstand Max Eberl verteidigte unterdessen Kompanys taktischen Ansatz und verwies auf die vielen Positionswechsel des Gegners.