KVM-Switch AV Access iDock M10 im Test: 2x HDMI & USB-C mit 100 W für Macbooks
Der AV Access iDock M10 bindet Macbook und PC an zwei HDMI-Monitore an, lädt mit bis zu 100 W und kostet 275 Euro. Wir haben ihn getestet.
Der AV Access iDock M10 ist auf ein Duo aus Macbook und Desktop-PC zugeschnitten. Das Macbook hängt mit zwei USB-C-Steckern am Switch und gibt so zwei externe Monitore im erweiterten Modus aus, ganz ohne DisplayLink-Treiber (Adapter mit Software für Zusatzmonitore per USB). Das schafft kein anderes Gerät unserer Bestenliste, deshalb küren wir ihn zum Technologiesieger.
Gleichzeitig lädt der Switch den Laptop mit bis zu 100 W. Gigabit-LAN, ein SD-Kartenleser und USB-Ports mit 10 GBit/s machen ihn zur Dockingstation mit KVM-Funktion. Bei der Bildausgabe ist dagegen bei 4K mit 60 Hz Schluss, und Monitore hängen ausschließlich per HDMI am Switch.
Mit 275 Euro kostet der M10 mehr als das Dreifache klassischer Dual-Monitor-KVMs wie des VPFCT VP-SW222. Ob sich der Aufpreis lohnt, zeigt unser Test. Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.
Design & Verarbeitung
Das Gehäuse des AV Access iDock M10 gleicht nahezu dem des iDock B10. Auf den ersten Blick halten wir es für Metall, tatsächlich besteht es aus Kunststoff. Das enttäuscht uns im ersten Moment etwas. Es ist aber ein rein persönlicher Eindruck und keine Kritik am Material, denn die Verarbeitung ist tadellos. Wer den Switch ohnehin im Hintergrund des Schreibtischs versteckt, für den spielt das Material keine Rolle.
Der B10 bringt im gleichen Gehäuse einen USB-A-Port mehr unter. Er braucht keinen Platz für einen zweiten USB-C-Anschluss, weil er nur eine USB-C-Verbindung für Laptops vorsieht.
Umschalten kann man per Taste am Gehäuse oder mit der kabelgebundenen Fernbedienung EXB01. Sie hat eine Kappe aus Aluminium und liegt beim M10 bei, anders als beim iDock C20, für den es sie nur optional gibt. Beide Tasten wecken Macbook oder Desktop auch aus dem Ruhemodus, das klappt sogar bei zugeklapptem Macbook. Hotkeys oder eine Infrarot-Fernbedienung gibt es nicht.
AV Access iDock M10 – Bilderstrecke
AV Access iDock M10 – Bilderstrecke
heise bestenlisten
AV Access iDock M10 – Bilderstrecke
heise bestenlisten
AV Access iDock M10 – Bilderstrecke
heise bestenlisten
AV Access iDock M10 – Bilderstrecke
heise bestenlisten
KVM-Switch AV Access iDock M10 im Test
heise bestenlisten
Strom liefert ein externes Netzteil mit 20 V und 6 A, also bis zu 120 W. Diese Reserve braucht der Switch, denn er versorgt das Macbook mit bis zu 100 W. Zum Lieferumfang gehören außerdem vier Kabel für Macbook und Desktop, die Fernbedienung und eine Bedienungsanleitung.
Anschlüsse & Funktionen
Für das Macbook gibt es zwei USB-C-Eingänge, für den Desktop-PC je einen Displayport-, HDMI- und USB-Host-Anschluss. Ausgangsseitig stehen zwei HDMI-Buchsen für die Monitore bereit, Displayport-Ausgänge fehlen. Den Displayport-Eingang des Desktops wandelt der M10 also intern auf HDMI um. Monitore ohne HDMI-Eingang scheiden damit aus.
Das Macbook hängt über beide USB-C-Ports am Switch. Jede Verbindung überträgt per DP-Alt-Mode (Bildübertragung per USB-C) das Signal für einen Monitor. Dafür liegt ein Doppelkabel von zweimal USB-C auf zweimal USB-C bei (USB 3.2 Gen 2, 0,8 m). Das Macbook braucht also zwei freie USB-C- oder Thunderbolt-Ports, einen DisplayLink-Treiber braucht es nicht. Andere iDock-Modelle wie B10 und C20 spiegeln am Macbook nur das Bild. Per PD (Power Delivery) lädt der M10 das Macbook mit bis zu 100 W, der iDock C20 liefert nur zweimal 60 W.
Entscheidend ist der Chip im Macbook. Modelle mit M1 oder M2 ohne Pro- oder Max-Zusatz steuern nur einen externen Monitor an, der zweite bleibt schwarz. Macbooks mit M3 ohne Zusatz geben zwei Monitore nur mit geschlossenem Deckel aus. Ab M4 und mit allen Pro- und Max-Chips laufen beide Monitore. Einen Windows-Laptop als zweiten Rechner unterstützt der M10 nicht. Neben einem Windows-Desktop kommen Mac mini und Mac Studio als Partner für das Macbook infrage, ebenso die Kombination aus Mac mini oder Mac Studio und Windows-Desktop.
Beide Monitore laufen mit maximal 4K bei 60 Hz. Das ist marktüblich und entspricht dem iDock C20. Der iDock B10 schafft über die Desktop-Eingänge dagegen 8K bei 60 Hz oder 4K bei 165 Hz. Ultrawide-Monitore unterstützt der M10 bis 3440 × 1440 Pixel bei 60 Hz, an einem Monitor mit 5120 × 1440 Pixel gibt er nur 3840 × 1080 Pixel aus. G-Sync, FreeSync oder VRR (variable Bildwiederholrate) gehören nicht zur Ausstattung, für schnelles Gaming ist er nicht gedacht. Er beherrscht HDCP 2.2 (Kopierschutz für digitale Bildsignale). Die beiliegenden Desktop-Kabel entsprechen HDMI 2.0 und Displayport 1.2a und sind jeweils 1,5 m lang.
Eine EDID-Emulation (Extended Display Identification Data, Monitorkennung) sorgt dafür, dass die Bildschirme auch nach dem Umschalten von beiden Rechnern erkannt werden. So sollen Fenster und Symbole ihre Position behalten.
Für Peripherie gibt es vier USB-A-Ports: zwei nach USB 3.2 mit 10 GBit/s und 1 A sowie zwei mit USB 3.0 und 5 GBit/s. Dazu kommt ein USB-C-Port für Daten. Der B10 hat fünf USB-A-Ports, der C20 sechs, von denen aber vier nur USB 2.0 unterstützen. Der Desktop-PC hängt über das mitgelieferte Kabel von USB-A auf USB-C (1,8 m) am Switch.
Als 10-in-1-Dockingstation bringt der M10 außerdem einen Gigabit-LAN-Port mit, den sich Macbook und Desktop teilen. Dazu kommen ein SD-Kartenleser und eine 3,5-mm-Kombibuchse für Kopfhörer und Mikrofon. Das Headset schaltet er beim Wechsel mit um.
Praxistest
Mit unserem MacBook Pro erhalten wir über USB-C ein Bildsignal, auch die Stromversorgung funktioniert zuverlässig. Die Besonderheit des M10 ist allerdings die Anbindung zweier unabhängiger externer Monitore. Dafür benötigt man aber zwei USB-C-Verbindungen statt der bei anderen Dockingstationen üblichen Aufteilung eines Videosignals per MST – das hatten wir bei unserem Macbook Pro übersehen und bekamen auf Bildschirm 2 ein schwarzes Bild. Ob sich beide Monitore im erweiterten Modus betreiben lassen, hängt zudem vom verwendeten Macbook ab.
Auch mit Windows-Geräten klappt die Bildausgabe. Zwei Monitore unterstützt der M10 mit jeweils bis zu 4K bei 60 Hz. Für hohe Bildwiederholraten ist er nicht ausgelegt.
Stark ist die USB-Datenübertragung. Unsere 5 GB große Testdatei wandert in 5,01 s mit bis zu 980 MB/s von der externen SSD zum PC. Der Rückweg zur SSD dauert 8,85 s bei bis zu 643 MB/s. Damit nutzt der M10 die 10-GBit/s-Schnittstelle gut aus. Klassische KVM-Switches mit USB 3.0 kommen in unseren Tests auf rund 400 MB/s.
Preis
Der AV Access iDock M10 kostet aktuell 275 Euro und liegt damit preislich genau zwischen dem iDock C20 und dem iDock B10. Gegenüber dem C20 bietet er mehr Ladeleistung und Anschlüsse für die Kombination aus Desktop und Laptop, der C20 verbindet nur zwei Laptops.
Fazit
Der AV Access iDock M10 löst ein typisches Problem von Mac-Nutzern: Er bringt ein passendes Macbook ohne DisplayLink-Treiber im erweiterten Modus an zwei Monitore, lädt es mit 100 W und teilt Tastatur, Maus, Headset, LAN und Kartenleser mit dem Desktop-PC. Die USB-Datenraten von bis zu 980 MB/s sind für einen KVM-Switch hervorragend, die Fernbedienung liegt bei.
Schwächer fällt die Bildausgabe aus: Bei 4K mit 60 Hz ist Schluss, und Monitore hängen nur per HDMI am Switch. Zwei Bildschirme gibt es erst ab M4 oder mit Pro- und Max-Chip, beim M3 nur zugeklappt. Mit 275 Euro ist er teuer, für das Paket aus KVM-Switch und Dockingstation aber angemessen. Wer ein aktuelles Macbook und einen Desktop an einem Arbeitsplatz mit zwei 4K-Monitoren betreibt, bekommt eine empfehlenswerte Lösung. Wer am Desktop spielt, sollte weitersuchen.
Braucht man am Desktop hohe Bildwiederholraten, greift man zum teureren iDock B10 mit bis zu 4K bei 165 Hz. Für zwei Laptops ist der günstigere iDock C20 die passende Variante.