KVR-Mitarbeiterin soll 85 Aufenthaltstitel gegen Schmiergeld vergeben haben
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Korruptions-Skandal beim KVR? Mitarbeiterin soll 85 Aufenthaltstitel gegen Schmiergeld vergeben haben
Von: Andreas Thieme
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Malina F. (37) steht vor dem Landgericht München I wegen Bestechlichkeit. Mit Komplizen soll die KVR-Mitarbeiterin laut Anklage 850.000 Euro illegal kassiert haben.
Eine Mitarbeiterin des Kreisverwaltungsreferats (KVR) soll gegen hohe Schmiergeldzahlungen illegal Aufenthaltstitel für Ausländer ausgestellt haben. Das wäre ein handfester Skandal. Am Landgericht München I wird Malina F. (37) und ihrem Mann Stivi F. nun der Prozess wegen Bestechlichkeit gemacht.
Laut Staatsanwaltschaft München I war F. seit dem 10. Juni 2024 im Sachgebiet für Aufenthaltserteilung, Aufenthaltsprüfung und Aufenthaltsvollzug als Angestellte tätig. Mit ihrem Ehemann und zwei weiteren Männern soll sie sich zu einer Bande zusammengeschlossen haben, um aus der illegalen Vergabe von Aufenthaltstiteln ein Geschäft zu machen: 85 Fälle listet die Anklage bis Mai 2025 auf. Dann ging Malina F. in Mutterschutz. Bis zu 50.000 Euro Schmiergeld zahlten die Antragsteller, um in Deutschland bleiben zu können – ohne gesetzliche Grundlage.
Bande kassierte 850.000 Euro für illegale Aufenthaltstitel
Unfassbar, wie die KVR-Mitarbeiterin das geregelt haben soll: Laut Anklage hatte Malina F. fehlende Angaben oder Unterlagen sowie Zuständigkeiten in der Behörde schlicht ignoriert – und überging auch Kollegen. Während ihre Komplizen laut Anklage Abholtermine vereinbarten, die Antragsteller im KVR empfingen, das Bargeld kassierten und sogar die „Kunden“ zu Malina F. brachten. 850.000 Euro kassierte die Bande laut Anklage! Vor Gericht äußerte sich keiner.
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Korruption beim KVR: Chefin will jeden Verdachtsfall zur Anzeige bringen
Bei internen Kontrollen war die Korruption aufgeflogen. Die Ergebnisse brachte das KVR nach eigenen Angaben gemeinsam mit der Antikorruptionsstelle sofort zur Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. „Korruption ist ein Kontrolldelikt. Dass die Ungereimtheiten bei der Fallbearbeitung so schnell aufgefallen sind und die verantwortliche Mitarbeiterin nun vor Gericht steht, zeigt, dass die Kontrollmechanismen innerhalb des Kreisverwaltungsreferats funktionieren“, sagt KVR-Chefin Hanna Sammüller. „Wir haben umfangreiche Maßnahmen ergriffen und die Mitarbeitenden für das Thema sensibilisiert. Das KVR verfolgt eine Zero-Tolerance-Politik in Bezug auf Korruption und bringt auch in Zukunft jeden Verdacht zur Anzeige.“