Laborantin stirbt nach Reagenzglas-Unfall
Startseite
Panorama
Laborantin zerbricht Reagenzglas mit Pest-Erreger – und stirbt drei Tage später
Von: Julia Hanigk
Uns auf Google folgen
Eine Laborantin starb in Russland offenbar an Lungenpest – nach einem Reagenzglas-Unfall. Rund 200 Menschen sollen in Quarantäne sein.
Shelekhov – Eine 28-jährige Frau starb laut dem lokalen Medium Lyudi Baikala in der Nacht zum 2. Oktober in Shelekhov in der russischen Region Irkutsk. Der Gouverneur der Nachbarregion Burjatien, Alexej Tsydenov, schrieb im russischen sozialen Netzwerk VKontakte, die Frau sei in Irkutsk an Pest gestorben. Tsydenov nannte in dem Beitrag keine konkrete Form der Krankheit.
Frau in Pest-Labor zerbricht Reagenzglas und stirbt
Lyudi Baikala identifizierte die Verstorbene als Darya Shipilova und berichtete, sie habe als Labortechnikerin am Irkutsker Anti-Pest-Institut gearbeitet. Nach Darstellung des Mediums zerbrach sie am 25. September im Labor ein Reagenzglas mit dem Erreger der Lungenpest. Kurz darauf sei sie erkrankt und in ein Krankenhaus in Shelekhov gebracht worden. Dort habe sie drei Tage verbracht und sei in der Nacht zum 2. Oktober gestorben. Auch ein Mann auf einem Campingausflug infizierte sich 2025 mit der Pest.
Der Gouverneur der Region Irkutsk, Igor Kobzew, sprach auf seinem offiziellen Telegram-Kanal von einem Verdacht auf eine „besonders gefährliche Infektion“, ohne den Erreger zu benennen. Kobzew teilte mit, Rospotrebnadsor führe Gegenmaßnahmen durch und alle ermittelten Kontaktpersonen stünden unter medizinischer Beobachtung. Nach seiner Mitteilung zeigten sie keine Krankheitssymptome; die bisherigen Laboruntersuchungen seien negativ.
Damit unterscheiden sich die öffentlichen Aussagen der beiden Gouverneure: Tsydenov nannte Pest, Kobzew sprach von einem Verdachtsfall. Lyudi Baikala berichtete dagegen, etwa 200 Menschen aus dem Umfeld der Frau seien in Quarantäne gebracht worden. Kobzew verwendete in seiner Mitteilung den Begriff „medizinische Beobachtung“ und nannte keine Zahl.
Das lokale Nachrichtenportal IrCity meldete zudem in Bezug auf das Shelekhover Bezirkskrankenhaus unter Berufung auf den Bezirkschef Maxim Modin, dass seit dem 1. Oktober in mehreren Abteilungen Aufnahme und Entlassung ausgesetzt seien. Laut IrCity sei der stationäre Bereich unter Quarantäne gestellt worden, während die Poliklinik weiterarbeite.
Was genau ist die Pest?
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschreibt Pest als bakterielle Infektionskrankheit, die durch Yersinia pestis ausgelöst wird. Das Bakterium zirkuliert vor allem bei kleinen Säugetieren und deren Flöhen. Menschen können sich laut WHO durch den Biss infizierter Flöhe, durch ungeschützten Kontakt mit infiziertem Gewebe oder Körperflüssigkeiten sowie durch das Einatmen infektiöser Atemwegspartikel anstecken.