Lager in Russland mit Drohnen an
Startseite Politik Russlands Wirtschaft unter Dauerfeuer: Ukraine greift wieder Wildberries-Lager an Von: Jekaterina Jalunina Uns auf Google folgen Kiew weitet seine Drohnenangriffe auf Russland aus. Getroffen werden mehrere Standorte des Onlinehändlers Wildberries – es gibt Tote. Moskau – Die Ukraine hat erneut mehrere Standorte des russischen Online-Versandhändlers Wildberries mit Drohnen angegriffen. Nach Angaben des Gouverneurs des Leningrader Gebiets, Alexander Drosdenko, brach nach einem Angriff auf ein Lagerhaus in der Siedlung Krasny Bor bei St. Petersburg ein Feuer aus. Wildberries bestätigte den Brand an einem Logistikzentrum. Die Mitarbeiter seien rechtzeitig evakuiert worden, Verletzte habe es nicht gegeben. Auch im Moskauer Gebiet wurden nach Behördenangaben Ziele getroffen. Gouverneur Andrej Worobjow zufolge kamen bei einem ukrainischen Drohnenangriff fünf Menschen ums Leben, zehn weitere wurden verletzt. In einem Industriegebiet nahe der Stadt Tschechow brachen demnach mehrere Brände aus, darunter der größte in einem Lagerhaus, das auch von Wildberries genutzt wird. In sozialen Netzwerken verbreitete Aufnahmen, die Rauch über einem Lagergebäude und evakuierte Mitarbeiter zeigen sollen, konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden. Neue Angriffe auf Russland und die Ukraine fordern zivile Opfer In der nordwestlich von Moskau gelegenen Region Twer sprachen Behörden ebenfalls von Schäden an einem Wildberries-Lager. Herabstürzende Drohnentrümmer hätten eine Wand der Lagerhalle im Dorf Emmaus beschädigt, hieß es. Mitarbeiter seien nicht verletzt worden. Auch die Ukraine beklagte nach russischen Angriffen Todesopfer. In der nordostukrainischen Stadt Sumy wurden dem Chef der Militärverwaltung, Oleh Hryhorow, zufolge zwei Mädchen im Alter von fünf und zehn Jahren sowie eine Frau getötet. Russland habe Gleitbomben eingesetzt. Davon seien sechs in zivile Infrastruktur eingeschlagen, zwei konnten demnach abgewehrt werden. In Mykolajiw im Süden der Ukraine kam nach Angaben von Militärgouverneur Heorhij Reschetilow eine 89-Jährige ums Leben. Sieben weitere Menschen wurden demnach verletzt. Mehrere Wohnhäuser und ein Auto seien beschädigt worden. Selenskyj will Russland bis Herbst unter Druck setzen – Ukraine weitet Drohnenangriffe aus Russland überzieht die Ukraine seit mehr als vier Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. Als Teil ihres Abwehrkampfes greifen die ukrainischen Streitkräfte vor allem mit Drohnen auch Ziele im russischen Hinterland an. Diese Angriffe haben sie zuletzt ausgeweitet. Seit Mitte Juli attackiert die Ukraine immer wieder den Versandhändler Wildberries. Die Regierung in Kiew wirft dem Unternehmen vor, auch Material für den russischen Angriffskrieg zu liefern. Russische Behörden sprechen von Terrorismus gegen zivile Infrastruktur. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hofft, Russland bis Herbst so unter Druck zu setzen, dass es einem Ende des Krieges zustimmt. Wann genau dies sein werde, lasse sich nicht vorhersagen, sagte er vor den versammelten Botschaftern der Ukraine in Kiew. Ukrainische Drohnenangriffe auf mittlere und lange Distanz, Sanktionen des Auslands und diplomatische Anstrengungen müssten zusammenwirken, „um Russland keine Alternative zu einem Frieden zu lassen“, sagte er. „Wir werden hart daran arbeiten, damit das bis zum Herbst passiert.“ Drohnenangriffe treffen Russland und die Krim: Behörden melden Tote und Verletzte Auch die von Russland annektierte Halbinsel Krim und weitere Regionen Russlands sind von den Angriffen betroffen. Bei ukrainischen Drohnenangriffen auf russisches Staatsgebiet und die Krim sind nach Behördenangaben mindestens zehn Menschen getötet worden. Sechs Menschen seien in einem bei Touristen beliebten Gebiet am Schwarzen Meer ums Leben gekommen, vier weitere auf der Krim, erklärten die zuständigen Gouverneure am Montag. Bei einem russischen Angriff auf die Zentralukraine wurden den Behörden zufolge drei Menschen getötet. Im russischen Urlaubsort Archipo-Osipowka am Schwarzen Meer seien sechs Menschen durch Trümmerteile einer Drohne ums Leben gekommen, teilte der Gouverneur der Region Krasnodar, Wenjamin Kondratjew, mit. Unter den Toten seien drei Kinder. Mindestens 40 weitere Menschen seien bei dem Angriff auf „zivile Infrastruktur“ verletzt worden. Angriff auf die Krim: Behörden melden mehrere Tote nach Drohneneinschlag – Aufnahmen nicht unabhängig überprüft Im Internet zirkulierten Videos, die zeigen, wie eine mutmaßliche Drohne auf einen Strand in der Gegend abstürzt, während sich dort und im Wasser Menschen aufhielten. Die Nachrichtenagentur AFP konnte die Echtheit der Aufnahmen zunächst nicht überprüfen. Auf der Krim seien vier Menschen getötet worden, erklärte der von Moskau eingesetzte Verwaltungschef der Halbinsel, Sergej Aksjonow, im Onlinedienst Telegram. Genauere Angaben zum Ort des Angriffs machte er nicht. Zunächst hatte er von drei Toten und zwei Verletzten gesprochen. (Quellen: dpa, afp, Telegram, tagesschau, Interfax, Meduza) (jal)