Landtagswahl: BSW will Gespräche mit AfD in Sachsen-Anhalt führen
Der Landesvorstand des BSW Sachsen-Anhalt hat einstimmig beschlossen, Gespräche mit der AfD über eine mögliche Zusammenarbeit zu führen. Das sagte ein Sprecher des BSW der Nachrichtenagentur dpa. Man werde »der Linie treu bleiben« und mit allen Parteien im neuen Landtag das Gespräch suchen. »Beim Treffen mit der AfD werden wir uns über die Themen Energieversorgung, Bildung und Friedenspolitik austauschen«, sagte der Sprecher weiter.
Vertreter von CDU, SPD, Grünen und Linken hatten das Gesprächsangebot der AfD ausgeschlagen. BSW-Spitzenkandidat Thomas Schulze kritisierte diese Entscheidungen. »Dass andere Parteien bereits das Gespräch an sich ablehnen, halten wir für einen schlechten politischen Umgang und für kein gutes Zeichen für die demokratische Kultur in unserem Land«, sagte Schulze.
Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gewann die AfD mit Abstand die meisten Stimmen und verpasste eine absolute Mehrheit im Landtag um drei Sitze. Ihr Spitzenkandidat Ulrich Siegmund reklamierte den Regierungsauftrag für sich, forderte aber eine stabile Mehrheit. Das BSW zog mit 5,3 Prozent der Stimmen knapp in den Landtag ein. Den Eintritt in eine formelle Koalition mit der AfD lehnt die Partei nach Angaben ihrer Gründerin Sahra Wagenknecht bislang ab.