DAX +0,44 % 25.818,21 Pkt 18:00:00 MDAX +0,15 % 30.472,32 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -1,22 % 6.131,31 Pkt 18:00:00 Dow Jones -1,34 % 51.770,31 Pkt 21:47:53 S&P 500 -2,12 % 7.580,07 Pkt 21:47:43 Nasdaq -4,19 % 25.437,00 Pkt 22:15:59 Nikkei -2,12 % 63.290,11 Pkt 07:45:03 Gold -3,29 % 3.898,90 USD 21:59:59 Silber -5,59 % 49,28 USD 21:59:59 Brent -1,26 % 113,43 USD 21:59:57 WTI +2,08 % 104,12 USD 21:59:59 Bitcoin +0,11 % 77.525,79 USD 01:38:08 EUR/USD +0,09 % 1,11660 USD 22:29:29 EUR/GBP -0,44 % 0,83320 GBP 22:27:29 EUR/CHF -0,32 % 0,92060 CHF 22:43:25 EUR/JPY -0,23 % 175,650 JPY 22:43:25

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Schulze will Landes-CDU "Vorschlag zum weiteren Vorgehen" machen

Nation

Knapp 1,8 Millionen Sachsen-Anhalter durften bei der Landtagswahl über die künftige Zusammensetzung des Landtags abstimmen.

Die AfD ist aus der Wahl als klare Siegerin hervorgegangen. In aktuellen Hochrechnungen liegt sie klar über 44 Prozent der Stimmen. Die CDU verlor fast die Hälfte ihrer Prozentpunkte und liegt bei etwa 18 Prozent.

SPD, Linke und Grüne liegen je nach Hochrechnung grob auf einer Höhe im Bereich rund um 9 Prozent. Ob das BSW es über die Fünf-Prozent-Hürde schafft, ist noch unklar.

Die Wahl wird mit besonderer Aufmerksamkeit beobachtet, weil mit der AfD erstmals eine Partei an der Regierungsbildung beteiligt sein dürfte, die vom Verfassungsschutz als »gesichert rechtsextrem« eingestuft wird.

Alle Artikel zum Thema finden Sie auf unserer Themenseite zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.

Neben eigenen Recherchen verwenden wir auch Material der Nachrichtenagenturen AP, AFP, epd, dpa, KNA und Reuters.

Landtagswahl 2026 : Ergebnisse der Wahl in Sachsen-Anhalt

Stimmenverteilung : Hochrechnung

76,9 % Wahlbeteiligung • Stand: So., 23.22 Uhr •

Quelle:

AfD

44,4 % +23,6

’21 2026

CDU

17,2 % −19,9

SPD

9,1 % +0,7

Grüne

8,9 % +3,0

Linke

8,6 % −2,4

BSW

5,2 % –

FDP

2,5 % −3,9

Mögliche Koalitionen

Mehrheit mit 42 Sitzen

AfD +BSW ( Duldung)

44 Sitze

AfD allein

39 Sitze

CDU +SPD +Grüne +Linke ( Duldung)

39 Sitze

CDU +SPD +Grüne

31 Sitze

Wahlkreise

31 / 41 ausgezählt

David Rech

Berliner SPD-Spitzenkandidat fordert Prüfung eines AfD-Parteiverbots

Der Berliner SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach hat sich für die Prüfung eines Parteiverbots der AfD ausgesprochen. Wenn eine Partei die Grundfesten der Demokratie infrage stelle, ergebe sich diese Aufgabe aus dem Grundgesetz, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. ​Jedoch sei ein mögliches Verbot eine juristische und keine politische Entscheidung. »Solche Entscheidungen darf man nicht von einzelnen Wahlergebnissen abhängig machen.«

Julica Jungehülsing

Magdeburger Polizei zieht positive Bilanz

Der Magdeburger Polizei zufolge verlief das Wahlwochenende störungsfrei. Die Beamten in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt registrierten »lediglich vereinzelt« Straftaten. Am Wochenende waren jeden Tag etwa tausend Beamte aus Sachsen-Anhalt und anderen Bundesländern im Einsatz.

Insgesamt fanden demnach am Wochenende 16 Veranstaltungen mit 15.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt, an der größten Versammlung auf dem Magdeburger Domplatz nahmen 8.000 Menschen teil. Die Demonstrationen in Magdeburg seien das Wochenende über »ohne nennenswerte Vorkommnisse« verlaufen, berichtete die Polizei. Auch am Wahlsonntag meldete sie »keine relevanten Ereignisse«.

Auf dem Magdeburger Domplatz fand am Tag vor der Wahl ein Demokratiefestival statt, auch dort registrierte die Polizei keine Störungen. Jan Woitas/dpa

David Rech

AfD-Kandidat gewinnt Direktmandat in Wahlkreis von Ministerpräsident Schulze

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) hat das Direktmandat in seinem Wahlkreis verloren. Im Wahlkreis Magdeburg III kam er laut vorläufigem Ergebnis auf 31,7 Prozent und lag damit hinter dem erstplatzierten AfD-Kandidaten Christian Mertens. Dieser erreichte 35,2 Prozent, wie das Statistische Landesamt mitteilte.

Bei der Wahl 2021 hatte die CDU noch eindeutig die meisten Erststimmen in dem Wahlkreis erreicht. Der Wahlkreis ging mit 32,6 Prozent an die Christdemokratin Anne-Marie Keding. Mertens, der auch damals schon in dem Wahlkreis antrat, kam auf 16,5 Prozent.

Schulze war Anfang des Jahres als Nachfolger von Reiner Haseloff zum Regierungschef von Sachsen-Anhalt gewählt worden. Zuvor war er Wirtschaftsminister und Europaabgeordneter.

Maxim Nägele

Özdemir: »Nichts kann mehr bleiben, wie es ist«

Der Grünen-Politiker Cem Özdemir hat nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt Konsequenzen für die anderen Parteien gefordert. »Politik beginnt mit dem Betrachten der Wirklichkeit«, sagte der Ministerpräsident von Baden-Württemberg.

Der AfD-Wahlsieg müsse »für alle demokratischen Kräfte bedeuten, dass nichts mehr bleiben kann, wie es ist«. Es sei nötig, dass »wir unsere Politik und unseren Politikstil grundlegend überdenken«.

Marlena Wessollek

CDU in neuer ZDF-Hochrechnung bei 17,2 Prozent

Die aktuelle ZDF-Hochrechnung von 23.22 Uhr sieht die CDU bei noch weniger Prozent als in den Hochrechnungen zuvor. Demnach kommt die Partei auf 17,2 Prozent. Die AfD erreicht der Hochrechnung zufolge als stärkste Kraft 44,4 Prozent. Die SPD liegt mit 9,1 Prozent knapp vor den Grünen (8,9 Prozent).

CDU: 17,2 Prozent

AfD: 44,4 Prozent

Die Linke: 8,6 Prozent

SPD: 9,1 Prozent

FDP: 2,5 Prozent

Grüne: 8,9 Prozent

BSW: 5,2 Prozent

Sonstige: 4,1 Prozent

Alena Kammer

Schulze will über Konsequenzen der Wahlniederlage beraten

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident hat offen gelassen, ob er nach der deutlichen Wahlniederlage Konsequenzen ziehen wird. Morgen will er zunächst an der Sitzung des CDU-Bundesvorstands in Berlin teilnehmen. Am Abend tagt der Landesvorstand der CDU Sachsen-Anhalt. Dort wolle er einen Vorschlag zum weiteren Vorgehen machen, sagte Sven Schulze. Ob dabei auch personelle Konsequenzen oder sogar sein eigener Rücktritt zur Debatte stehen, ließ Schulze offen.

Unterdessen wurden nach der Wahlniederlage erste Rücktrittsforderungen laut. Die frühere Bildungsministerin Eva Feußner forderte Schulze zum Rücktritt auf. Auch die Junge Union Sachsen-Anhalt verlangte den Rückzug des gesamten Landesvorstands.

Der amtierende Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Sven Schulze (CDU). Martin Steger/DIE ZEIT

Alena Kammer

BSW-Spitzenkandidat sieht Schnittmengen mit der AfD

Thomas Schulze ist offen für Gespräche mit der AfD. »Wir haben gesagt, wir sprechen mit allen Parteien. Dazu gehört die AfD«, sagte der BSW-Spitzenkandidat. »Die Brandmauer interessiert uns nicht, und wir werden mit allen Parteien sprechen.«

Auf die Frage nach möglichen Gemeinsamkeiten von BSW und AfD sagte Schulze: »Wir haben schon einige Schnittmengen, vor allen Dingen auch in der Russlandfrage, wo wir sagen, wir sind gegen diese Sanktionen, die unsere Wirtschaft wirklich förmlich ruinieren.« Wie die AfD wolle das BSW auch »preiswerte Energie«. Es gebe aber auch AfD-Vorhaben, die mit dem BSW nicht gingen. »Gerade die Bildungspolitik der AfD, die geht mit uns gar nicht. Da liegen wir sehr, sehr weit auseinander«, sagte Schulze. »Auch, was das Thema Wirtschaft betrifft, sind wir doch ziemlich sozialer eingestellt.«

Schafft das BSW, wie am späten Abend zu erwarten war, den Sprung in den Landtag, könnte der Fraktion eine entscheidende Rolle bei der Wahl des Ministerpräsidenten zukommen. Schulze ließ auf Nachfrage offen, ob die Abgeordneten dann einer Fraktionslinie folgen sollen oder frei entscheiden können, wen sie wählen.

Marlena Wessollek

ZDF-Hochrechnung sieht SPD und Grüne gleichauf, BSW liegt über Fünfprozenthürde

Nach der aktuellen ZDF-Hochrechnung von 22.29 Uhr liegen die Grünen und die SPD mit neun Prozent weiterhin gleichauf. Die CDU kommt auf 17,4 Prozent der Stimmen. Die AfD liegt mit 44,2 Prozent der Stimmen deutlich vorn.

CDU: 17,4 Prozent

AfD: 44,2 Prozent

Die Linke: 8,6 Prozent

SPD: 9,0 Prozent

FDP: 2,5 Prozent

Grüne: 9,0 Prozent

BSW: 5,1 Prozent

Sonstige: 4,2 Prozent

Alena Kammer

Bundesparteien beraten über Wahlergebnis

Die Spitzen der Bundesparteien wollen morgen in Berlin über den Ausgang der Landtagswahl beraten. Im Mittelpunkt dürften die Folgen des deutlichen AfD-Erfolgs stehen. Die ersten anschließenden Statements kündigen für 10.15 Uhr die AfD-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla an. Um 12.45 Uhr folgt Linken-Chefin Ines Schwerdtner. Danach wollen CDU-Chef und Bundeskanzler Friedrich Merz sowie Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze gemeinsam vor die Presse treten.

Am Nachmittag äußern sich auch SPD-Chef Lars Klingbeil und der sachsen-anhaltische SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann. Zeitgleich sind die Grünen mit Parteichef Felix Banaszak und ihrer Spitzenkandidatin Suse Sziborra-Seidlitz an der Reihe. Schon am Vormittag soll sich auch FDP-Chef Wolfgang Kubicki äußern, dessen Partei nach dem Ausscheiden aus dem Bundestag nun auch am Wiedereinzug in den Landtag in Sachsen-Anhalt scheiterte.

Luis Kumpfmüller

Thorsten Frei sieht CDU vor »vielen Überlegungen und Gesprächen«

Der CDU-Fraktionschef Thorsten Frei hat das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt als »dramatisch« für seine Partei bewertet. Auf die Frage, ob CDU-Ministerpräsident Sven Schulze im Amt bleiben könne, sagte Frei in der ZDF-Sendung Maybrit Illner: »Solange kein neuer Ministerpräsident gewählt ist, ist Sven Schulze der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt.« Das sei die »Verfassungslage«.

Zugleich sei das Wahlergebnis auch ein Auftrag: »Wir werden schauen müssen, was wir tun können, um für das Land eine einigermaßen stabile Regierung zu gewährleisten«, sagte Frei. »Und das ist jetzt nicht die Stunde, wo man sich wegducken kann, sondern wo wir innerhalb der Union Gespräche führen müssen.« Die CDU müsse schauen, wie sie mit »diesem Faktum einer Wahl umgehe«. Deshalb stehe man jetzt am »Beginn von vielen Überlegungen und Gesprächen.«

Nach bisherigen Hochrechnungen käme die CDU nur zusammen mit der SPD, den Grünen, der Linkspartei und dem BSW auf eine Mehrheit gegen die AfD. Das BSW hat eine solche Koalition ausgeschlossen.

Maxim Nägele

»Zäsur«, »Katastrophe« und ein »historischer Bruch«

Die Berliner CDU, SPD, Grünen und Linken reagieren schockiert auf das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt. Das Ergebnis zeige, worum es auch in Berlin gehe, nämlich um das »freiheitlich-demokratische Fundament« der Stadt, sagte der Berliner CDU-Generalsekretär Lukas Krieger. Die AfD-Landesvorsitzende gratulierte Ulrich Siegmund. In zwei Wochen findet in Berlin die Abgeordnetenhauswahl statt.

Lesen Sie hier mehr zu den Reaktionen:

Alena Kammer

Es hängt am BSW

BSW-Spitzenkandidat Fabio De Masi schließt eine Zusammenarbeit mit AfD und CDU in Sachsen-Anhalt nicht grundsätzlich aus. Der ZEIT sagte er, seine Partei wolle weder CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze noch AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten wählen. Zum Wohle der Menschen in Sachsen-Anhalt wolle das BSW aber beispielsweise dafür sorgen, dass ein Haushalt zustande komme. Darüber hinaus müsse man sich auf wechselnde Mehrheiten einstellen. »Fragt sich nur, welche das sein sollen«, schreibt mein Kollege Ferdinand Otto.

Lesen Sie hier, wo das BSW Gemeinsamkeiten mit der AfD sieht:

Luis Kumpfmüller

Von Storch sieht Regierungsauftrag bei der AfD

Auch die AfD-Politikerin Beatrix von Storch sieht den Regierungsauftrag nach den Wahlen bei ihrer Partei. Die Hand des AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund sei ausgestreckt, auch in Richtung der CDU, sagte von Storch in der ZDF-Sendung Maybrit Illner. Es liege an dieser, ob sie einschlage. Zunächst müssten jedoch Gespräche stattfinden.

Das, was die Menschen wirklich abgewählt hätten, sei die Brandmauer, sagte von Storch. »Dafür könnte jetzt der Grundstein gelegt sein.« Auch zu Gesprächen mit den anderen Parteien sei die AfD bereit, dann werde man sehen, »was da rauskommt«.

Marlena Wessollek

CDU in ARD-Hochrechnung weiter unter 18 Prozent

In der ARD-Hochrechnung von 22.22 Uhr liegt die CDU bei 17,5 Prozent. Das BSW kommt auf 5,1 Prozent der Stimmen und überwindet demnach die Fünfprozenthürde.

CDU: 17,5 Prozent

AfD: 44,0 Prozent

Die Linke: 8,6 Prozent

SPD: 9,2 Prozent

FDP: 2,5 Prozent

Grüne: 8,9 Prozent

BSW: 5,1 Prozent

Sonstige: 4,2 Prozent

Alena Kammer

Das könnte den Blick Deutschlands auf die Welt umdrehen

Die AfD steht haarscharf vor einer absoluten Mehrheit. Es ist schier unvorstellbar, sie noch von der Macht fernzuhalten, schreibt der stellvertretende Chefredakteur Martin Machowecz. »Das wird die politische Kultur, die Verhältnisse, die ganze verdammte Lage verändern«. Politik müsse wieder für eine Sache gemacht werden, nicht gegen sie.

Lesen Sie hier den ganzen Kommentar:

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