Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Umfrage sieht AfD bei 43 Prozent in Sachsen-Anhalt
Knapp vier Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt liegt die AfD in dem Bundesland einer Umfrage zufolge mit 43 Prozent deutlich vor allen anderen Parteien und verfehlt die absolute Mehrheit nur knapp. In einer Umfrage des Instituts Pollytix, die von der Organisation Campact in Auftrag gegeben wurde, kam die CDU auf den zweiten Platz mit 23 Prozent. Dahinter lagen die Linke mit 13 Prozent, die SPD mit sieben und die Grünen mit fünf Prozent. FDP und BSW wären mit zwei beziehungsweise vier Prozent nicht im Parlament vertreten. Für die Umfrage wurden im Zeitraum zwischen dem 3. und 8. August den Angaben zufolge 2.604 Wahlberechtigte telefonisch und online befragt. Die Wahl in Sachsen-Anhalt findet am 6. September statt. Knapp jeder siebte Wähler noch unentschlossen Demnach haben die allermeisten Wahlberechtigten bereits entschieden, welcher Partei sie dann die Stimmen geben wollen: Nur rund 13 Prozent sind der Umfrage zufolge noch unentschlossen. Die AfD und ihr Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hatten als ihr Ziel mindestens 45 Prozent angegeben – einen Wert, der nach nahezu allen aktuellen Umfragen eine absolute Mehrheit im Landtag für die als rechtsextrem eingestufte Landespartei sichern würde und den die AfD bislang zugleich in keiner Umfrage erreicht hat. Allerdings sind die Unsicherheiten um den Wahlausgang groß. Grund dafür sind die Umfragewerte von Grünen, SPD und BSW, deren Einzug in das Landesparlament unsicher ist. Würden alle drei Parteien an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, könnte die AfD auch mit einem niedrigeren Wahlergebnis auf eine absolute Mehrheit kommen. Wagenknecht deutet Akzeptanz für AfD-Regierung an Das BSW könnte sich hierbei, falls es über fünf Prozent kommt, als entscheidend für eine mögliche AfD-Regierung erweisen. So benannte Parteigründerin Sahra Wagenknecht die Abwahl der aktuell von der CDU geführten Landesregierung als ihr Ziel. Dabei sprach sie sich für eine »überparteiliche« Person im Amt des Ministerpräsidenten aus, die faktisch mit einer Mehrheit aus AfD und BSW regieren könnte. Sollte es bei den ersten zwei Wahlgängen keinen Sieger geben, kündigte Wagenknecht eine Enthaltung des BSW im dritten Wahlgang an. Da dort die relative Stimmenmehrheit zählt, könnte AfD-Kandidat Siegmund auch auf diesem Wege gewählt werden. Bislang schloss er allerdings aus, eine Minderheitsregierung zu führen. Als denkbar gilt auch die Unterstützung des AfD-Kandidaten durch einzelne Abgeordnete der CDU. Für so einen Fall hatte Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) allerdings eine Intervention der Bundespartei angekündigt. Unklarheiten um mögliche Koalition mit CDU und Linken Unklar ist bislang auch, wie die Regierungsbildung ablaufen könnte, sofern die AfD eine absolute Mehrheit verfehlt. Für eine Mehrheit müssten einer Landesregierung sowohl die CDU als auch die Linke angehören.