Landtagswahl Sachsen-Anhalt: Wirtschaftsweise warnt vor Risiken für Arbeitsmarkt bei AfD-Regierung
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Vor Wahl in Sachsen-Anhalt Wirtschaftsweisen-Chefin sieht massive Risiken bei AfD-Regierung im Bundesland
Sachsen-Anhalt wählt heute einen neuen Landtag. Die AfD liegt in Umfragen vorn. Die Chefin der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, warnt: Eine AfD-Regierung könnte dringend benötigte Fachkräfte und Unternehmen vergraulen.
06.09.2026, 05.11 Uhr
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Sollte die AfD nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt an die Regierung kommen, könnte dies nach den Worten der Chefin der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, dringend benötigte Fachkräfte abschrecken und somit schwere wirtschaftliche Folgen haben.
»Angesichts des Wahlprogramms ist zu erwarten, dass bei einer Regierungsübernahme der AfD das Bundesland als Standort für Fachkräfte und Unternehmen deutlich an Attraktivität verlieren würde«, sagte Schnitzer dem »Kölner Stadt-Anzeiger«.
Die Münchner Ökonomieprofessorin wies darauf hin, dass in Sachsen-Anhalt in den nächsten Jahren viele Arbeitskräfte in Rente gehen. »Ohne Zuzug von außen werden deshalb bald viele Fachkräfte fehlen. Und ohne ausreichend Fachkräfte bleiben dringend benötigte Investitionen aus«, warnte Schnitzer.
Wirtschaftslage und Arbeitslosigkeit die wichtigsten Probleme
Tatsächlich hadern viele Menschen in Sachsen-Anhalt mit der wirtschaftlichen Lage in ihrer Heimat. Ein Blick in die Statistiken zeigt, dass dieses Gefühl oft berechtigt ist. Das Bundesland ist vorwiegend ländlich geprägt; große Konzernzentralen gibt es nicht, dafür viele Mittelständler. Doch in einigen Disziplinen ist Sachsen-Anhalt auch Spitzenreiter.
Im jüngsten ZDF-Politbarometer nannten 22 Prozent der Befragten die Wirtschaftslage als wichtigstes Problem im Lande, gefolgt von der Arbeitslosigkeit mit 17 Prozent. (Wo Sachsen-Anhalt wirklich abgehängt ist – und wo es führt, lesen Sie hier )
Am Sonntag wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Die jüngste Umfrage für das ZDF, die am Donnerstagabend veröffentlicht wurde, sieht die AfD bei 41 Prozent und die CDU bei 23 Prozent. Die Linke wird bei elfeinhalb Prozent gesehen und die SPD bei achteinhalb Prozent. Auch die Grünen könnten mit sechs Prozent wieder in den Magdeburger Landtag einziehen.
Das BSW und die FDP lagen in der Umfrage unter der Fünfprozenthürde. Aktuell regiert in Sachsen-Anhalt eine Koalition aus CDU, SPD und FDP.
Ökonomen und Unternehmer warnen seit Langem
Die AfD hat zum Abschluss des Landtagswahlkampfs ihren Willen bekräftigt, die Regierung übernehmen zu wollen. Ab Montag beginne erst richtig die Arbeit als angehender Ministerpräsident, sagte der AfD-Co-Bundeschef Tino Chrupalla zum Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund. »Wir werden dich mit aller Kraft unterstützen.«
Ökonomen und Unternehmer warnen seit Langem vor den wirtschaftlichen Folgen, sollte die AfD in einem oder mehreren Bundesländern die Regierung anführen . Auch mit der EU könnte es Ärger geben, sollte die AfD umsetzen, was sie in ihrem »Regierungsprogramm« für Sachsen-Anhalt ankündigt.
Ulrich Siegmund macht den Menschen in Sachsen-Anhalt vor der Wahl große Versprechungen. Sehen Sie hier eine interaktive Grafik, was die AfD-Pläne kosten würden – und wie viele man kassieren müsste, um die Löcher im Haushalt zu stopfen.
jon/AFP