Landwirt meldet auf seinem Grundstück seltenen Fund
Startseite
Welt
Landwirt meldet auf seinem Grundstück historischen Fund – „könnte die Geschichte der Region verändern“
Von: Janine Karrasch
Uns auf Google folgen
Ein Landwirt konnte seinen Augen kaum trauen: Bei seiner Arbeit stieß er auf einen Pharaonen-Fund, der laut Behörden die Geschichte verändern könnte.
Behbeit el-Hagar – Ein Stein, entdeckt auf einem Stück Privatland, hat in Ägypten umfangreiche Grabungen in Gang gesetzt. Darunter verbargen sich Reste zweier gewaltiger Königsfiguren und ein Granitblock mit Hieroglyphen. Nach Angaben des Ministeriums für Tourismus und Altertümer stellen sie wohl Ramses II. dar, einen der berühmtesten Herrscher der Antike.
Die Behörde wertet die Entdeckung als wichtigen Zuwachs für die Kenntnis des Nildeltas. Schauplatz ist Behbeit el-Hagar, ein Dorf im Gouvernement Gharbia, rund 100 Kilometer nördlich von Kairo. Die Gegend zählt zu den bedeutenden archäologischen Stätten des Landes und ist vor allem für die Überreste eines antiken Tempels bekannt.
Absoluter Zufallsfund: Ägyptischer Landwirt entdeckt Reste zweiter Königsfiguren von Ramses II.
Der Landwirt, der den Stein fand, bearbeitete gerade eine Fläche vor seinem Haus. Er informierte die örtliche Altertümerbehörde, deren Vertreter die Stelle begutachteten und dem Block archäologischen Wert bescheinigten. Danach dokumentierte die Behörde den Vorgang und leitete die vorgeschriebenen rechtlichen Schritte ein. Der Oberste Rat für Altertümer berief schließlich ein Komitee und ein Fachteam, das die Rettungsgrabung begann.
Das eindrucksvollste Stück ist der Kolossalkopf von Rames II. Hisham El-Leithy, Generalsekretär des Obersten Rates für Altertümer, beziffert seine Höhe auf rund 1,60 Meter. Der König trägt die Doppelkrone, die für die Einheit von Ober- und Unterägypten steht. Vom Rückenpfeiler ist das obere Ende erhalten, darauf steht der Horus-Name „Hor-ka-nakht-mery-maat“. Aus den Proportionen errechnen die Forscher eine ursprüngliche Gesamthöhe von etwa 8,5 Metern inklusive Sockel.
Das zweite Stück ist rund 2,40 Meter lang, ihm fehlen Beine und Sockel. Das gestreifte Kopftuch, Nemes genannt, ist oben beschädigt, das Gesicht dagegen gut erhalten. Es gleicht dem des ersten Kopfes so stark, dass die Fachleute denselben König vermuten. Etwa einen Meter nördlich lag ein rund 1,30 Meter langer Granitblock in Rosa. Seine Hieroglyphen nennen die Titel „Nesu-bity“, König von Ober- und Unterägypten, und „Sa Ra“, Sohn des Re. Das Material stammt vermutlich aus Aswan, weit im Süden des Landes.
„Könnte die Geschichte der Region verändern“ – Minister ehrt ehrlichen Finder
Am 14. Oktober fuhr Minister Sherif Fathy gemeinsam mit Gouverneur Alaa Abdel Moaty nach Behbeit el-Hagar. Er würdigte die rasche Meldung und betonte, wie wichtig die Mithilfe der Bevölkerung für den Schutz des Kulturerbes sei. Laut CBS News überreichte er dem Finder und dessen Frau Urkunden und schenkte ihnen eine Pilgerreise nach Saudi-Arabien. Der Finder zeigte sich dem Sender zufolge erfreut über die weiteren Funde. „Sie sagten mir, dies könnte die Geschichte der Region verändern“, erklärte er.
Wie die Figuren an diesen Platz kamen, ist offen. Die Grabungen laufen weiter. Das Team will weitere Reste finden und herausarbeiten, in welchem Verhältnis die Stücke zueinander standen und in welchem baulichen Umfeld sie ursprünglich aufgestellt waren. Erst danach kann beurteilt werden, was die Funde über die Geschichte des Ortes aussagen.