DAX +0,41 % 26.440,31 Pkt 18:00:00 MDAX +0,40 % 32.464,39 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,09 % 6.539,59 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,07 % 53.732,41 Pkt 22:41:05 S&P 500 +0,48 % 7.785,76 Pkt 22:39:27 Nasdaq +0,53 % 26.729,16 Pkt 23:15:59 Nikkei +0,59 % 68.713,80 Pkt 08:45:03 Gold +1,57 % 4.432,00 USD 23:00:00 Silber -0,07 % 64,83 USD 22:59:58 Brent +1,75 % 88,59 USD 22:59:58 WTI +1,42 % 82,40 USD 22:59:59 Bitcoin -0,03 % 62.959,48 USD 02:09:22 EUR/USD +0,37 % 1,15730 USD 23:29:21 EUR/GBP +0,11 % 0,85480 GBP 00:09:22 EUR/CHF +0,34 % 0,94060 CHF 23:29:21 EUR/JPY +0,38 % 184,365 JPY 23:29:21

Laut einer Studie dauert es etwa 50 Stunden um eine lockere Freundschaft und über 200 Stunden um eine enge Freundschaft zu bilden

Wissenschaft

Echte Freundschaften entstehen selten über Nacht. Dass aus einer flüchtigen Bekanntschaft ein enger Vertrauter wird, ist meist kein Zufall, sondern das Ergebnis von Zeit, gemeinsamen Erlebnissen und echter Nähe. Eine Studie des Kommunikationsforschers Jeffrey Hall von der University of Kansas zeigt konkret, wie viel gemeinsame Zeit Menschen investieren müssen, damit aus Fremden Freunde werden. So viele Stunden braucht Freundschaft Die Forschung unterscheidet verschiedene Stufen zwischen erstem Kennenlernen und tiefer Verbundenheit. Entscheidend ist jeweils der Punkt, an dem die Wahrscheinlichkeit bei mehr als 50 Prozent liegt, dass eine Beziehung in die nächsthöhere Kategorie übergeht. Demnach gilt ungefähr: Von Bekannten zu Gelegenheitsfreunden: etwa 40 bis 60 Stunden Von Gelegenheitsfreunden zu Freunden: insgesamt rund 80 bis 100 Stunden Von Freunden zu guten oder besten Freunden: etwa 200 Stunden oder mehr Nicht jede gemeinsame Stunde zählt gleich viel Die Studie hat nicht nur die Dauer, sondern auch die Qualität der gemeinsamen Zeit betrachtet. Denn nicht jede gemeinsame Stunde bringt Menschen automatisch näher zusammen. Ein wichtiger Unterschied besteht zwischen sogenannten „geschlossenen Systemen“ und frei gewählten Begegnungen. Geschlossene Systeme sind etwa Arbeitsplatz, Schule oder Universität. Umfelder, in denen Menschen viel Zeit miteinander verbringen, ohne sich bewusst füreinander zu entscheiden. ANZEIGE ANZEIGE Gerade hier zeigt sich: Bloße Anwesenheit schafft noch keine Nähe. Man kann jahrelang mit jemandem im selben Büro sitzen oder denselben Unterricht besuchen, ohne dass daraus eine echte Freundschaft entsteht. Anders sieht es in der Freizeit aus. Besonders verbindend wirken laut der Untersuchung ungezwungene gemeinsame Aktivitäten. Zusammen entspannen, fernsehen, spielen, spazieren gehen oder etwas erleben. Genau solche Momente fördern emotionale Nähe besonders stark. Gute Gespräche sind wichtiger als Small Talk Nicht nur die Zeit selbst, auch die Art der Kommunikation entscheidet darüber, ob sich eine Freundschaft vertieft. Laut Studie sind vor allem jene Gespräche wertvoll, in denen Menschen sich gegenseitig wirklich an ihrem Leben teilhaben lassen. Tiefgründige Gespräche und ehrliches Interesse am Alltag und den Gedanken des anderen verstärken das Gefühl von Vertrautheit und Zugehörigkeit Im Gegensatz dazu kann zu viel belangloser Small Talk einer entstehenden Freundschaft auf Dauer schaden. Wer sich dauerhaft nur über Oberflächliches austauscht, erlebt offenbar seltener das Gefühl echter Nähe. So wurde die Freundschaft untersucht Um herauszufinden, wie Freundschaften wachsen, nutzte Jeffrey Hall zwei unterschiedliche Forschungsansätze. 1. Der Rückblick Im ersten Teil wurden 355 Erwachsene befragt, die vor Kurzem umgezogen waren und an ihrem neuen Wohnort neue Menschen kennengelernt hatten. Die Teilnehmenden sollten: eine neu kennengelernte Person auswählen, einschätzen, wie viele Stunden sie bereits mit ihr verbracht hatten und angeben, auf welcher Beziehungsstufe sie diese Person einordnen. Zum Beispiel als Bekannten, Freund oder engen Freund. 2. Die Echtzeit-Beobachtung Da Erinnerungen im Rückblick ungenau sein können, wurde im zweiten Teil eine Gruppe von 112 Studierenden während ihrer ersten neun Wochen an der Universität begleitet. In drei Befragungswellen – in Woche 3, 6 und 9 – dokumentierten sie: mit welchen neuen Bekanntschaften sie Zeit verbracht hatten wie viel Zeit das jeweils war worüber sie gesprochen hatten wie nah sie sich diesen Personen inzwischen fühlten Die Studie zeigt: Freundschaft ist nicht nur eine Frage der Sympathie, sondern auch der gemeinsam investierten Lebenszeit. Allerdings hat auch diese Studie ihre Grenzen: Wie eng eine Freundschaft ist, lässt sich nicht nur an gemeinsam verbrachten Stunden festmachen. Die Angaben beruhen zudem auf persönlichen Einschätzungen. Wie Beziehungen entstehen, kann von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein.

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