Laut Gewerkschaft: VW-Vorstand will zahlreiche Verträge aus Haustarif kündigen
Im Ringen um schärfere Sparmaßnahmen hat Volkswagen eine Reihe von Tarifverträgen gekündigt. Aus Sicht des Unternehmens seien verschiedene Regelungen in diesen Verträgen mit Blick auf den aktuellen Kostendruck anzupassen, teilte der Autohersteller in Hannover mit. Nach IG-Metall-Angaben handelt es sich um zehn Tarifverträge, darunter ist auch der wichtige Manteltarifvertrag.
IG Metall und Betriebsrat kündigten ihren Widerstand an. Nicht betroffen ist nach Angaben von IG Metall die Beschäftigungssicherung - „in der Volkswagen AG sind also weiterhin betriebsbedingte Kündigungen bis 2031 unmöglich“. Der Konzern antwortete zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.
Der Verhandlungsführer der IG Metall, Thorsten Gröger, sprach von einem „üblen Foul“ an der Belegschaft und von einem „schamlosen Versuch, in die Geldbeutel der Beschäftigten greifen zu wollen“. Volkswagen versuche, „die wirtschaftlichen Herausforderungen des Konzerns bei denen abzuladen, die das Unternehmen jeden Tag am Laufen halten“. Die Gewerkschaft werde es „nicht hinnehmen“, dass „unternehmerische Kosten und Risiken nun auf die Belegschaft verlagert werden“ sollten.
Vertreterinnen und Vertreter von IG Metall, Betriebsrat und VW-Management hatten sich am Mittwoch in Hannover zu einem sogenannten Überprüfungsgespräch getroffen. Nachdem der Konzernvorstand seinen verschärften Sparkurs vorgestellt hatte, beriefen sich die Arbeitnehmervertreter Mitte September auf eine Klausel des Tarifvertrags von 2024 und erzwangen so das Gespräch. VW steckt wie andere deutsche Autobauer derzeit in einer tiefen Krise.