Laut Psychologie haben Erwachsene, die seit ihrer Kindheit Zeichentrickfilme schauen, diese Eigenschaften
Fallbeispiel: Die Micky-Maus-Hefte Herr K. ist 61 Jahre alt. Vor wenigen Monaten ist seine Mutter überraschend gestorben. Mit 85 Jahren war sie zwar nicht mehr jung, galt aber bis zuletzt als erstaunlich gesund und aktiv. Ihr Tod traf ihn dennoch völlig unvorbereitet. Die Wochen danach sind geprägt von Behördengängen, organisatorischen Aufgaben und der schmerzhaften Räumung ihrer Wohnung. Jeder Gegenstand scheint eine Erinnerung zu enthalten. Eines Nachmittags öffnet Herr K. eine alte Schublade. Darin liegen mehrere Stapel von Micky-Maus-Heften. Einige davon erkennt er sofort wieder. Er setzt sich auf einen Stuhl und beginnt zu blättern. Schon nach wenigen Seiten geschieht etwas Merkwürdiges. Es ist, als würde sich eine Tür öffnen. Die Farben, die Zeichnungen, sogar das leicht vergilbte Papier transportieren ihn zurück in seine Kindheit. Er sieht sich wieder im Wohnzimmer seiner Eltern sitzen. Draußen regnet es. Seine Mutter bringt Kakao. Er liest begeistert die neuesten Abenteuer von Micky, Donald und Goofy. Für einen Moment wird die Erinnerung so lebendig, als wäre sie erst gestern gewesen. Zunächst überrollt ihn tiefe Trauer. Die glückliche Kindheit ist vorbei. Seine Mutter, die ein zentraler Teil dieser Erinnerungen war, lebt nicht mehr. Doch nach und nach verändert sich etwas. Neben die Trauer tritt Dankbarkeit. Er erkennt, dass die Erinnerungen nicht verloren gegangen sind. Sie leben in ihm weiter. Er spürt wieder die Geborgenheit jener Zeit und empfindet plötzlich großes Glück darüber, dass er all das erleben durfte. Am Ende legt er die Hefte behutsam zur Seite und bedankt sich in Gedanken bei seiner Mutter. Die Nostalgie hat seinen Schmerz nicht beseitigt. Aber sie hat ihn verwandelt. Aus Verlust wird Verbundenheit. Aus Trauer entsteht Sinn.