Le Pen legt in Umfrage zur Präsidentschaftswahl leicht zu
Die Wahlen finden im kommenden Frühjahr statt. Im ersten Wahlgang treten alle Kandidaten an. Falls niemand die absolute Mehrheit erreicht, folgt in der zweiten Runde eine Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten.
Im Vergleich zur vorherigen Ifop-Umfrage gewann sie in vergleichbaren Szenarien ein bis zwei Prozentpunkte. Eine vor einer Woche noch vor den Ausschreitungen vorgelegte Odoxa-Umfrage sah die Spitzenpolitikerin des Rassemblement National (RN) ebenfalls je nach Konstellation bei 38 Prozent, weit vor allen anderen Kandidaten. Bei Umfragen anderer Institute lag die 58-Jährige zuletzt teils auch nur bei 31 bis 33 Prozent.
Durchgreifen gegen Randalierer gefordert
Le Pen hatte nach den Unruhen bei den Sozialprotesten am Wochenende ein härteres Durchgreifen der Behörden gefordert und von einer tiefgreifenden Vertrauens- und Autoritätskrise gesprochen. Für die Ausschreitungen machte sie die Regierung von Präsident Emmanuel Macron und die Einwanderungspolitik verantwortlich. Ob die Unruhen den leichten Zuwachs in der Umfrage verursacht haben, lässt sich aus den Daten nicht ableiten, auch weil keine Fragen in Bezug auf die Ausschreitungen gestellt wurden.
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Die Ifop-Umfrage sieht den Anführer von Frankreichs Linkspartei, Jean-Luc Mélenchon, in der ersten Wahlrunde auf Platz zwei mit 15 bis 20 Prozent. Dicht dahinter rangieren ähnlich stark der Bewerber der Sozialisten, Raphaël Glucksmann, sowie der Mitte-Politiker Édouard Philippe. Amtsinhaber Macron kann nicht mehr antreten.
Wer tritt gegen Le Pen an?
In der zweiten Wahlrunde sieht die jüngste Ifop-Umfrage Le Pen unabhängig vom Herausforderer in sämtlichen Szenarien vorn. Wie die Chancen stehen, dass die Tochter von Parteigründer Jean-Marie Le Pen im kommenden Frühjahr tatsächlich zur Präsidentin gewählt wird, hängt entscheidend auch davon ab, wer für die anderen politischen Lager ins Rennen geht. Diese aber haben sich, bis auf die Linkspartei und die Sozialisten, noch nicht klar sortiert.
Allerdings könnte Le Pen noch ihre im Juli bereits von einem Berufungsgericht bestätigte Verurteilung wegen Veruntreuung von EU-Geldern einholen, gegen die sie Revision eingelegt hat. Je nachdem, wie schnell das Kassationsgericht darüber entscheidet, ist es nicht ausgeschlossen, dass die 58-Jährige mitten im Wahlkampf eine Fußfessel tragen muss.