DAX +0,27 % 26.391,42 Pkt 18:00:00 MDAX -0,56 % 32.224,89 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,24 % 6.551,22 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,45 % 53.791,85 Pkt 22:41:12 S&P 500 -0,38 % 7.728,20 Pkt 22:34:05 Nasdaq -0,92 % 26.445,45 Pkt 23:15:59 Nikkei +0,08 % 67.022,16 Pkt 02:49:25 Gold +1,76 % 4.438,60 USD 02:54:18 Silber -0,15 % 65,01 USD 02:53:58 Brent +2,17 % 89,62 USD 02:52:47 WTI +2,14 % 83,89 USD 02:54:24 Bitcoin +0,17 % 63.656,77 USD 03:04:17 EUR/USD -0,03 % 1,15420 USD 03:03:21 EUR/GBP -0,01 % 0,85440 GBP 03:04:25 EUR/CHF +0,16 % 0,93650 CHF 03:04:26 EUR/JPY +0,06 % 183,865 JPY 03:04:25

Leere Gasspeicher: Uniper-Chef Lewis besorgt über Engpass im Winter

Technologie

Furcht vor Winterengpass Erster Energiekonzern warnt vor leeren Gasspeichern Von reuters, dpa, t-online 11.08.2026 - 18:00 UhrLesedauer: 3 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Die deutschen Gasspeicher sind leer. Nun schlägt der erste Energiemanager mit dramatischen Worten Alarm. Der größte deutsche Gaskonzern Uniper hat davor gewarnt, dass Deutschland ohne eine Lösung des Streits um die Straße von Hormus seine Gasspeicherziele für den Winter verfehlen könnte. Solange die Meerenge am Golf gesperrt bleibe, dürften die Gaspreise weiter bis zu 60 Euro pro Megawatt liegen, sagte Uniper-Vorstandschef Michael Lewis am Dienstag. Der Konzernchef weiter: "Diese hohen Preise sind schlecht für unsere Kunden, schlecht für die Industrie und schlecht für unseren Wohlstand." Deshalb müsse es eine Lösung geben. Aktuell sind die deutschen Gasspeicher zu rund 48 Prozent gefüllt. Das ist weniger als vor einem Jahr mit 64 Prozent und liegt auch unter dem EU-Durchschnitt von 59 Prozent. Sebastian Heinermann, Geschäftsführer der Initiative Energien Speichern (INES), hatte t-online dazu erklärt: "Den Marktakteuren kann es ja auch egal sein, sie wissen: Irgendwann muss einer das Gas kaufen. Ob das ein Unternehmen ist oder am Ende der Staat einspringt, spielt für Gasverkäufer im Prinzip keine Rolle." Die EU hatte nach dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 mit ihrem Programm RepowerEU eine Abkehr von russischem Gas sowie einen Ausbau von Wind- und Solarstrom vereinbart. Zugleich gab Brüssel den Mitgliedstaaten verpflichtende Füllstände für die Gasspeicher vor. Um die Gasspeicher bis November auf den Zielwert von 80 Prozent zu füllen, müssten die Preise fallen. Normalerweise werden die Gasspeicher im Sommer gefüllt, wenn die Preise in der Regel niedriger sind. Doch wegen des Kriegs von US-Präsident Donald Trump am Golf und der Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran sind die Preise kräftig gestiegen. Deshalb wird mit Bestellungen gezögert. Größtes Energieunternehmen Europas Uniper zählt bei Stromerzeugung und Gashandel zu den größten Energieunternehmen Europas. Der Konzern betreibt unter anderem Steinkohle- und Gaskraftwerke in Deutschland, Großbritannien und Schweden. Strom erzeugt Uniper auch aus Wasserkraft. In Schweden ist Uniper Mehrheitseigentümerin eines Atomkraftwerks. In Deutschland ist das Unternehmen zudem größter Betreiber von Gasspeichern. Das Unternehmen war als größter deutscher Gasimporteur 2022 in Schieflage geraten, als Russland nach dem Angriff auf die Ukraine kein Gas mehr lieferte. Der damalige Wirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis90/Die Grünen) rettete das Unternehmen mit Milliarden-Beihilfen, so übernahm der Bund den Konzern. Die Bundesregierung hat den Wiederverkauf jüngst in die Wege geleitet, dürfte sich aber zunächst noch nicht vollständig von den Anteilen trennen. Auch ein Börsengang ist im Gespräch. Uniper-Chef Lewis äußerte sich bei der Vorstellung der Quartalszahlen. Der Energie-Manager zog eine positive Bilanz für das erste Halbjahr. Nach Zuwächsen von Januar bis Ende Juni hob der Versorger seine Erwartungen für 2026 leicht an. Das bereinigte Betriebsergebnis (Adjusted Ebitda) kletterte auf 711 Millionen Euro nach 379 Millionen im Vorjahreszeitraum. Im Gesamtjahr peilt Uniper nun ein Ergebnis in einer Bandbreite von 1,1 bis 1,3 Milliarden Euro nach bislang 1,0 bis 1,3 Milliarden an. Für das Geschäft mit der Stromversorgung für Rechenzentren will Uniper noch in diesem Jahr weitere Investitionsentscheidungen treffen. Konzern bekräftigt Pläne für KI-Rechenzentren Bei der Vorstellung der Quartalszahlen konkretisierte Lewis auch Pläne von Uniper, künftig mit der Ansiedlung von Rechenzentren an Kraftwerksstandorten Geld zu verdienen. "Wir entwickeln damit unsere Kraftwerksstandorte weiter zu Standorten für die KI-Wirtschaft", sagte der Vorstandschef in Düsseldorf. "Mehr als zehn eigene Standorte mit geeigneter Infrastruktur haben wir entlang der europäischen Daten-Hubs bereits identifiziert", so Lewis. Drei Projekte befänden sich in fortgeschrittener Entwicklung. "Ein erstes Projekt in Großbritannien haben wir schon abgeschlossen, weitere Investitionsentscheidungen erwarten wir im Verlauf dieses Jahres", so Lewis weiter. Die nächste industrielle Revolution werde von Künstlicher Intelligenz angetrieben. "Und auch die beste KI braucht am Ende eines: sichere und verlässlich verfügbare Energie", sagte Lewis. Der Flaschenhals für den Bau neuer Rechenzentren seien Netzanschlüsse. "Die Entwickler warten in Deutschland oft Jahre auf Anschlusszusagen – wir haben die Anschlüsse bereits an vielen unserer Kraftwerksstandorte."

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