DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin +0,02 % 64.323,00 USD 08:09:33 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

Leere Gasspeicher vor dem Winter: Versorger im Dilemma

Technologie

Um rund 20 Prozent sind die europäischen Gaspreise am niederländischen Handelspunkt TTF seit Ende Juni gestiegen. Allein in den vergangenen Tagen schossen sie um fünf Euro pro Megawattstunde nach oben. Grund dafür ist, dass der Iran und die USA ihr Rahmenabkommen kündigten und die Straße von Hormus wieder blockiert wird. Mit jetzt 49 Euro liegen die Preise zudem immer noch fast 30 Prozent höher als vor dem Kriegsausbruch im Februar. Die Ölpreise hingegen zeigen sich vom neuen Konflikt weit weniger beeindruckt. Der Kurs der Nordseesorte Brent stieg diese Woche zwar auch um rund sechs Prozent. Er liegt aber mit rund 77 Dollar pro Barrel sogar leicht unter dem Vorkriegsniveau. So beeinflusst das die Preise für Verbraucher An den Tankstellen kommt die jüngste Eskalation bisher weniger stark an als am Gasmarkt. Die Preise für Diesel und Benzin haben seit Beginn der neuen Kampfhandlungen nur leicht zugelegt. Diesel stieg im bundesweiten Durchschnitt von 1,93 auf 2,00 Euro pro Liter, Benzin von 2,00 auf 2,04 Euro. Das sind prozentual Anstiege von zwei bis vier Prozent, sogar noch unter dem Anstieg der Ölpreise. Den Anstieg der Gaspreise spüren Verbraucher hingegen nicht so direkt. Er wird sich aber spätestens im Winter bemerkbar machen. Die Sommerzeit ist normalerweise die Periode, in der Gasversorger Erdgas einkaufen, um die Speicher für den Winter zu füllen. Tatsächlich hat die Befüllung in Deutschland dieses Jahr Ende Mai angezogen. Seitdem stiegen die Speicherstände in rund sechs Wochen von 28 auf 43 Prozent. ANZEIGE ANZEIGE Erdgas im Sommer gewöhnlich am günstigsten Der Grund für dieses Timing ist, dass Erdgas für gewöhnlich im Sommer am günstigsten ist, weil es dann eben auf der Nordhalbkugel wärmer ist und kaum Gas zum Heizen verwendet wird. Dieses Jahr ist es aber komplett anders. Kostet die Megawattstunde heute außerhalb jeder Heizperiode eben 49 Euro, waren es selbst zum Höchststand des vergangenen Winters Ende Januar nur 40 Euro. Die Speicher nachzufüllen, kostet Gasversorger demnach in diesem Jahr mehr als in den Vorjahren. Tatsächlich lagen die Preise in den vergangenen beiden Sommern bei rund 30 bis 40 Euro je Megawattstunde. Heute sind es rund 25 bis 60 Prozent mehr. Die höheren Kosten der Versorger werden sich dann bei dynamischen Gasverträgen oder bei der Verlängerung bestehender Verträge in höheren Preisen niederschlagen. So sieht die Gaslage für den Winter aus Wie stark das Ihre Rechnung am Ende erhöht, lässt sich schwer sagen. Bei Kriegsbeginn im Februar stieg der durchschnittliche Preis pro Kilowattstunde für Haushalte von 9,9 auf 11,6 Cent. Das geht aus Daten des Vergleichsportals Verivox hervor. Damals verdoppelten sich die Gaspreise am Handelspunkt TTF nahezu. Als reine Modellannahme ließe sich daraus ein Anstieg der Haushaltspreise um drei bis fünf Prozent ableiten. Ausgehend vom jetzigen Niveau von durchschnittlich 10,7 Cent pro Kilowattstunde wäre das also ein Aufpreis von 0,3 bis 0,5 Cent. Für einen Single mit 5000 Kilowattstunden Jahresverbrauch lägen die Mehrkosten bei 15 bis 25 Euro. Paare mit 10.000 kWh Verbrauch würden 30 bis 50 Euro mehr zahlen, Familien mit 20.000 kWh Verbrauch rund 60 bis 100 Euro. Ob es so weit kommt, lässt sich aber derzeit noch nicht voraussagen. Erstens hängt es davon ab, wie sich der Krieg am Persischen Golf weiterentwickelt. Bleibt die Straße von Hormus länger weitgehend gesperrt, dürften auch die Weltmarktpreise hoch bleiben. Legt sich der Konflikt schnell wieder, entspannen sich auch die Preise. Gasversorger agieren derzeit vorsichtig Gasversorger stecken damit in demselben Dilemma wie im vergangenen Jahr, als sich etwa zum selben Zeitpunkt Israel und der Iran beschossen und die Gaspreise ebenfalls anzogen. Kaufen sie jetzt Erdgas ein, ist es teurer als normalerweise im Sommer. Alternativ können sie auf sinkende Preise spekulieren und mit dem Kauf abwarten. Dann drohen aber Engpässe bei der Befüllung, wie es sie im vergangenen Jahr gab. Aktuell kaufen die Gasversorger nur vorsichtig ein. Mit einem Füllstand von 43 Prozent sind die deutschen Gasspeicher deutlich leerer als in den Vorjahren. Da waren es zu diesem Zeitpunkt im Schnitt 64 Prozent.

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