Legte „enormes Interesse“ der Mitarbeiter das System lahm?
BMW steckt in einer Krise und will Tausende Arbeitsplätze abbauen. Jetzt hat der Autobauer sein Abfindungsprogramm gestartet – offenbar mit Folgen: „Das Interesse der Mitarbeiter war enorm“, bestätigte BMW-Sprecher Dominik Hämmerl auf Nachfrage der Mediengruppe Bayern. Medienberichte, wonach das gesamte Personalportal dadurch lahm gelegt worden sei, wollte der Sprecher für Personalangelegenheiten indes nicht bestätigen.
Der Münchner Autobauer BMW treibt seinen Sparkurs voran. Seit Donnerstag (8. Oktober) können zahlreiche Beschäftigte ihre persönlichen Abfindungsangebote einsehen. Wie das Handelsblatt und das Finanzportal Ad Hoc News unter Berufung auf Konzernkreise berichten, erhielten Zehntausende Mitarbeiter entsprechende E-Mails von der Personalabteilung. Der Andrang auf das interne Portal namens HR4Me sei anschließend offenbar so groß gewesen, dass das System zeitweise zusammenbrach, heißt es in den Medienberichten.
Sehr großes Interesse an Abfindungsangeboten bei BMW
Das wollte Dominik Hämmerl, Sprecher Personal und BMW-Vorstandsmitglied Personal, im Gespräch nicht bestätigen. „Zu technischen Fragen kann ich mich nicht äußern.“ Er validierte aber, das die entsprechenden Mails am Donnerstag verschickt worden seien. „Das Interesse an den jeweiligen Konditionen war bei den Mitarbeitern sehr, sehr groß.“
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Allerdings bedeute das hohe Interesse nicht zwangsläufig, dass ebenso viele Beschäftigte das Unternehmen verlassen möchten. Zunächst konnten sie sich lediglich über ihre individuellen Konditionen informieren.
BMW will bis zu 8000 Arbeitsplätze abbauen
Hintergrund ist ein umfangreiches Sparprogramm. Bis Ende 2027 sollen weltweit bis zu 8000 Stellen wegfallen. Der Abbau soll vor allem über natürliche Fluktuation und freiwillige Abfindungen erfolgen. Betroffen sind insbesondere Verwaltungs- und Entwicklungsbereiche, nicht die unmittelbare Fahrzeugproduktion.
BMW hat sich mit dem Betriebsrat auf ein entsprechendes Personalstrukturprogramm verständigt. Die IG Metall Bayern betonte, dass tarifvertragliche Regelungen nicht infrage gestellt würden.
Gewinneinbruch und China-Krise setzen BMW unter Druck
Der Stellenabbau kommt nicht überraschend. Der einst vergleichsweise krisenfeste Premiumhersteller kämpft mit erheblichen wirtschaftlichen Problemen. Besonders das Geschäft in China, einem der wichtigsten Absatzmärkte, schwächelt.
Die offiziellen BMW-Geschäftszahlen zeigen das Ausmaß:
• Im zweiten Quartal 2026 sank das Konzernergebnis vor Steuern um 35,1 Prozent auf rund 1,7 Milliarden Euro.
• Die Fahrzeugauslieferungen in China brachen gegenüber dem Vorjahresquartal um 30,2 Prozent ein.
• Die operative Gewinnmarge im Automobilgeschäft lag nur noch bei 2,3 Prozent.
BMW hatte deshalb bereits im Juni seine Jahresprognose deutlich gesenkt. Statt einer operativen Marge von vier bis sechs Prozent erwartet der Konzern für 2026 nur noch ein bis drei Prozent. Zusätzlich belasten hohe Energiekosten, internationale Handelskonflikte und der zunehmende Wettbewerb mit chinesischen Herstellern das Geschäft.
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