Leichtathletik-EM: Audrey Werro gewinnt 800-Meter-Spektakel
Die Schweizerin gewann ein herausragendes Rennen, das nach der ersten Runde sogar noch auf Weltrekordkurs war, in der EM-Rekordzeit von 1:54,81 Minuten. Dahinter holte die Britin Keely Hodgkinson, die zum ersten Mal bei diesem Event für eine wirklich großartige Stimmung sorgte, in 1:55,01 Minuten Silber, knapp dahinter durfte sich Femke Broeders-Bol in ihrem ersten Titelkampf-Finale über 800 Meter in 1:55,54 Minuten über die Bronzemedaille freuen. Werro, die im Halbfinale noch gestürzt und zunächst ausgeschieden war, gestaltete das Rennen von vorne, bis zum Schluss kamen ihre ebenso hervorragend laufenden Konkurrentinnen nicht an ihr vorbei. Es war das versprochene Spektakel, das nicht nur die Zuschauer von ihren Sitzen riss. "Das war großes Kino. Von der Spannung her war das sensationell", sagte Sportschau-Experte Frank Busemann. Hodgkinson hatte "das Rennen dieser Meisterschaften" vorhergesagt Hodgkinson hatte schon vor den Vorläufen Großes versprochen. "Das wird das Rennen dieser Meisterschaften und ich glaube, es wird richtig Spaß machen", sagte die Olympiasiegerin, die bei diesem Highlight den dritten EM-Titel in Folge gewinnen wollte. Ihr Duell gegen Werro, die sie beim Diamond-League-Meeting in Paris mit der drittbesten 800-Meter-Zeit der Geschichte besiegt hatte, war sogar Anlass dafür, an ein Weltrekordrennen zu glauben. Beinahe wären diese Hoffnungen aber schon im Halbfinale weggewischt worden, denn da stürzte Werro und beendete ihren Lauf als Letzte - das Aufeinandertreffen mit Hodgkinson und der Traum von Gold schienen geplatzt. Die Kampfrichter nahmen im Nachgang jedoch eine Berührung wahr, die ihren Sturz verursacht hatte, und gaben ihr doch noch einen Platz im Endlauf. Der wurde dann zum erhofften Spektakel mit dem Happy End für Werro.