Leichtathletik-EM: Drama um deutschen Weitsprung-Meister Batz
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen Birmingham – Bitterer hätte die Europameisterschaft für Simon Batz (23) kaum laufen können. Ausgerechnet beim Einspringen verletzte sich die große deutsche Medaillenhoffnung im Weitsprung – noch bevor der Wettbewerb überhaupt begonnen hatte. Bei der EM in Birmingham gehören die deutschen Leichtathleten nach der enttäuschenden Ausbeute von Rom vor zwei Jahren wieder in vielen Disziplinen zu den Medaillenkandidaten. Besonders im Weitsprung der Männer ruhte viel Hoffnung auf Batz. Doch dann der Schock: Beim Einspringen sprintet der deutsche Meister zum Anlauf, springt ab – und spürt offenbar plötzlich einen Schmerz im linken hinteren Oberschenkel. Sofort bricht er den Versuch ab und signalisiert seinem Trainer, dass es für ihn nicht weitergehen kann. Anschließend schilderte Batz den Vorfall im Gespräch mit der ARD: „Kurzfassung: Anlaufkontrolle, beim Absprung den Beuger wieder gemerkt, bzw. einen reingezogen bekommen. Dann natürlich auch sofort aufgehört.“ Besonders bitter: Batz war nach eigenen Angaben in Topform nach England gereist. Entsprechend groß war die Enttäuschung. Er sagt: „Ganz viele Gefühle, von Wut bis Trauer. Wie gesagt: Ich bin, glaube ich, in der besten Form, in der ich jemals war, angereist. Ich muss auch sagen, ich hätte da auf jeden Fall vorne mitmischen können, habe mich wirklich super gefühlt. Umso bitterer, ja … Ich glaube, ich muss es erstmal verarbeiten, klarkommen. Und dann weiter: Geht ja nicht viel anders, muss ja weitergehen dann.“ Erst vor wenigen Wochen hatte Batz in Bochum-Wattenscheid seinen vierten deutschen Meistertitel in Folge gefeiert. Mit einer persönlichen Bestleistung von 8,29 Metern untermauerte er dabei seine starke Form. Damals blickte er noch voller Zuversicht auf die Europameisterschaft und erklärte: „Der Einzug in das Finale ist immer der Anspruch. Und natürlich will man auch vorne mit eingreifen. (…) Ich glaube, dass, wenn man da wirklich um eine Medaille mitkämpfen will, man dieses Jahr richtig weit springen muss.“ Schon zuvor war die Saison des deutschen Weitspringers von Verletzungen überschattet worden. Anfang Mai hatte ihn ein Muskelfaserriss im Oberschenkel zu einer sechswöchigen Reha gezwungen. Nun folgt der nächste herbe Rückschlag.