Leipzig: Innenministerium dementiert! Doch keine Munition im Ukraine-Flieger
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen Leipzig – In der Nacht zu Mittwoch wurde auf dem Leipziger Flughafen eine Drohne entdeckt, an der ein Sprengsatz befestigt war. Untersuchungen der Kriminaltechnik ergaben, dass es sich offenbar um hochexplosiven Sprengstoff handelte – wie ihn das Militär verwendet. Zunächst hatte es geheißen, dass die Drohne möglicherweise eine ukrainische Frachtmaschine im Visier hatte, die mit Sprengstoff beladen war. Doch das Innenministerium dementiert auf BILD-Nachfrage: Es sei keine Munition an Bord der betroffenen Antonow-Maschine gewesen. Auch aus Ermittlerkreisen wurde dies bestätigt. Die Drohne war in der Nähe von Frachtmaschinen einer ukrainischen Fluggesellschaft entdeckt worden. Über den Flughafen Leipzig/Halle werden regelmäßig militärische Transporte für die Nato abgewickelt. Spezialisten der Bundespolizei entschärften die Sprengvorrichtung. Wer hinter dem mutmaßlichen Anschlagsversuch steckt, ist bislang völlig unklar. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Die Ladung des Fliegers war offenbar kurz zuvor aus Frankreich nach Leipzig gebracht worden und sollte wohl weitertransportiert werden. Das geht aus einem vertraulichen Bericht der Polizei hervor. Nördliche Landebahn bleibt gesperrt Am Flughafen Leipzig /Halle herrscht weiter Ausnahmezustand. Die nördliche Landebahn bleibt gesperrt, der Flugverkehr wird ausschließlich über die sogenannte Südpiste abgewickelt. Zwischenzeitlich standen rund 20 Polizeifahrzeuge in unmittelbarer Nähe der Nordbahn. Später zogen sich die Einsatzkräfte wieder in einen abgesperrten Bereich am Rande des Flughafens zurück, wo sie bereits seit den Morgenstunden in Bereitschaft waren. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen soll ein zweites, bislang unbekanntes Flugobjekt mit einem Frachtflugzeug kollidiert sein. Die Maschine musste wegen der zuvor gesperrten Landebahn zunächst durchstarten und landete später in Hannover. Dort wurden leichte Schäden festgestellt. Das Landeskriminalamt will die Suche nach dem zweiten Objekt heute fortsetzen. Ermittlungen laufen mit höchster Priorität Auch die Ermittler machen deutlich, wie ernst die Lage ist. Die Generalstaatsanwaltschaft erklärte: „Das Ermittlungsverfahren und die polizeilichen Maßnahmen werden mit höchster Priorität geführt und dauern an.“ Weitere Einzelheiten wollen die Behörden derzeit nicht preisgeben. Neue Informationen zur Drohne und dem Sprengstoff gibt es bislang nicht. Auch zur Untersuchung des Frachtflugzeugs, das mit dem unbekannten Objekt kollidiert sein soll, schweigen die Behörden. Offen ist außerdem, ob die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe die Ermittlungen übernimmt. Sie ist unter anderem für Terrorismus- und Spionagefälle zuständig. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) sprach am Mittwochabend von einem „neuen Bedrohungsszenario“. Nach dem Fund einer Sprengstoff-Drohne am Leipziger Flughafen sei von einem „hybriden Anschlagsszenario“ auszugehen. Dobrindt zufolge weisen die bisherigen Erkenntnisse nicht auf ein amateurhaftes Vorgehen hin, die Bedrohungslage sei „sehr professionell vorbereitet“ worden. Das setze „ein hohes Maß an Technikerfahrung“ und auch Erfahrung im Umgang mit Sprengstoff voraus.