Leitstelle ging von Fehlalarm aus: Sanitäter nach gescheiterter Hinrichtung von Christa Pike offenbar verspätet eingetroffen
Nach der fehlgeschlagenen Hinrichtung der Mörderin Christa Pike im US-Bundesstaat Tennessee sind die Ersthelfer offenbar erst deutlich später im Gefängnis eingetroffen als bei Notfalleinsätzen üblich. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, wurden die Rettungskräfte erst eine halbe Stunde nach dem Eingang des ersten Notrufs ins Gebäude gelassen. Grund dafür waren wohl unklare Zuständigkeiten und Probleme bei der Verifizierung.
Der erste Anruf über die amerikanische Nummer 911 aus der Haftanstalt ging laut den Notrufprotokollen, die AP einsehen konnte, um 20.40 Uhr in der Rettungsstelle ein. Die Person gab an, sich in der Riverbend-Hochsicherheitsanstalt zu befinden. Man habe versucht, jemanden zu exekutieren, doch die Frau sei noch am Leben.
Dieser erste Notruf sei allerdings nicht wie sonst üblich aus der zentralen Leitstelle des Gefängnisses gekommen. Auch habe die anrufende Person den Sicherheitscode nicht nennen können, mit dem sich ein Notfall aus der Haftanstalt verifizieren lässt.
Leitstelle ging von Fehlalarm aus
Daher gab ein Mitarbeiter der Leitstelle laut dem von AP eingesehenen Transkript um 21.03 Uhr an: „Laut den Vorgesetzten hier beim Department of Emergency Communications wurde uns mitgeteilt, dass es sich um einen Fehlalarm handelt.“ Auch sagte die Person: „Im Riverbend-Gefängnis wird keine medizinische Hilfe benötigt.“
Erst um 21.11 Uhr – eine halbe Stunde nach dem ersten Notruf und über anderthalb Stunden nach der gescheiterten Hinrichtung – kam die Bestätigung der Gefängnisleitung, dass es sich um einen echten Notfall handele, und die bereits wartenden Rettungskräfte wurden ins Gebäude gelassen.
Als Pike um 21.34 Uhr in ein Krankenhaus gefahren wurde, habe jemand aus dem Sanitäterteam noch die Einsatzstelle gebeten, dem Gefängnis über den Zielort mitzuteilen. „Nachdem es jetzt schon so viel Verwirrung gegeben hat, möchte ich sichergehen, dass die darüber informiert sind.“
Pike hatte als 18-Jährige einen Mord begangen
Christa Pike sollte drei Jahrzehnte nach ihrer Verurteilung zum Tod Ende September hingerichtet werden. Pike war in den Neunzigerjahren als damals 18-Jährige maßgeblich an der Folterung und Ermordung einer Mitschülerin beteiligt gewesen.