Lennard Struff erreicht erstmals das Achtelfinale
Tennisprofi Jan-Lennard Struff steht dank eines Coups erstmals im Achtelfinale von Wimbledon. In einem Tiebreak-Krimi gewann der 36-Jährige seine Drittrundenpartie gegen den früheren US-Open-Sieger Daniil Medwedew 7:6 (7:4), 7:6 (7:5), 7:5. Damit ist Struff beim Rasenklassiker in London so erfolgreich wie nie. Er spielt nun gegen den Polen Hubert Hurkacz oder den US-Amerikaner Tommy Paul um das Erreichen des Viertelfinals. Ein Preisgeld von rund 350.000 Euro hat er sicher. In allen drei Sätzen machte der Außenseiter einen Rückstand wett. Im ersten Abschnitt lag Struff 1:3, im zweiten Durchgang 3:5 hinten und kämpfte sich jeweils erfolgreich zurück. Im dritten Durchgang bog Struff sogar ein 2:5 um – auch dank eines kuriosen Videobeweises. Bei Breakball für sich verlangte Struff, zu überprüfen, ob Medwedews Ball tatsächlich über das Netz geflogen war. Die Bilder zeigten, dass der Ball durch ein Loch zwischen Netzkante und Pfosten hindurchflog. Struff gelang damit das Break, er verkürzte und gab dann kein Spiel mehr ab. Struff trotzte damit auch dem Umstand, dass er anders als üblich bei einem Grand-Slam-Turnier keinen spielfreien Tag vor seinem Drittrunden-Spiel hatte. Am Mittwochabend war seine Zweitrunden-Partie gegen Brandon Nakashima aus den USA wegen Dunkelheit beim Stand von 2:2-Sätzen vertagt worden. Am Donnerstag bewahrte Struff die Nerven und rang seinen Gegner nach einem Auf und Ab in einem Match über fünf Sätze und mit vier Tiebreaks nieder. Zverev möchte nachziehen Am Samstag möchte ihm French-Open-Sieger Alexander Zverev als zweiter deutscher Tennisprofi in die Runde der besten 16 folgen. Für den Weltranglistendritten soll die Drittrundenpartie gegen den US-Amerikaner Marcos Giron nur eine Zwischenstation zum nächsten Titel werden.