Lettland: Kampfjets fangen Drohne ab
Der Luftalarm sei damit aufgehoben, hieß es weiter. Zuvor hatten die Streitkräfte die Menschen in dem Baltenstaat aufgerufen, sich nicht im Freien aufzuhalten und sich in Sicherheit zu bringen. Gleichzeitig richtete Finnland im östlichen Golf von Finnland als Vorsichtsmaßnahme vor Drohnen eine vorübergehende Sperrzone für den Luft- und Schiffsverkehr ein. Das lettische Militär machte zunächst keine genauen Angaben zur Herkunft des unbemannten Fluggeräts über der Region Balvi. Die Armee sprach aber von einer ausländischen Drohne, die infolge von Russlands elektronischer Kampfführung in den lettischen Luftraum geraten sei. Damit lag nahe, dass es sich um eine abgewehrte ukrainische Drohne gehandelt haben könnte. Im Ukrainekrieg setzen sowohl der Angreifer Russland als auch die sich verteidigende Ukraine Drohnen ein. Unklar blieb zunächst auch, welche Kampfjets am Abschuss der Drohne beteiligt waren. Größere Nato-Staaten übernehmen im Baltikum abwechselnd die Luftraumüberwachung der Mitgliedstaaten Estland, Litauen und Lettland. In der Nacht zum Freitag hatte Russland nach Angaben des regionalen Gouverneurs Alexander Drosdenko 15 Drohnen in der Region Leningrad abgeschossen, wie dieser auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mitteilte. Das Gebiet grenzt an Finnland und Estland und schließt die Millionenmetropole Sankt Petersburg ein, die ein wichtiger Exportknotenpunkt des Landes ist. Die nördlichen Nato-Nachbarn Russlands verschärfen derzeit die Sicherheitsvorkehrungen rund um Staudämme, Kraftwerke und Erdgasinfrastruktur. Hintergrund ist die wachsende Sorge, dass die Regierung in Moskau einen Angriff unter falscher Flagge mit ukrainischen Drohnen auf diese Einrichtungen inszenieren könnte. Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 kommt es in den Nachbarländern immer wieder zu Luftalarmen und Drohnenabschüssen. »Der hybride Krieg respektiert keine Grenzen, die Front ist überall«: Finnlands Ex-Präsident Sauli Niinistö kennt Wladimir Putin besser als die meisten europäischen Politiker. Im Interview mit dem SPIEGEL sagt er, warum Europa sicherstellen sollte, dass es Russland Schäden zufügen kann – und warum Europa Gespräche mit Moskau führen sollte. Mehr dazu lesen Sie hier.