Letzte Ehre: Hunderte nehmen Abschied von getötetem Studenten
Es war ein stiller, würdevoller und zugleich zutiefst bewegender Abschied. Rund 500 Menschen kamen am Samstag in der katholischen Kirche St. Markus in Landstuhl-Atzel zusammen, um Marius Dick die letzte Ehre zu erweisen. Der 22-jährige Student war vor einer Woche nach einem Messerangriff in Trier gestorben. Vor dem Altar standen seine blaue Urne, ein großes Portrait und ein Engel. Kerzen und ein Herz aus weißen Blüten erinnerten an einen jungen Mann, dessen Tod viele sprachlos macht. Trauerrede am Ruhehain: „Die Tat darf nicht das Letzte sein, woran wir denken“ In der Trauerrede wurde dazu aufgerufen, Marius nicht auf die Umstände seines Todes zu reduzieren. "Die Tat darf nicht das Letzte sein, woran wir denken, wenn wir an Marius denken. Es ist all das Schöne, das er hinterlässt - sein Lachen, seine Umarmungen, die Erinnerungen", sagte Trauerrednerin und Freundin der Familie Karin Hahn. Marius sei Sohn, Bruder, Freund und Wegbegleiter gewesen - ein Mensch mit Träumen. Den Hinterbliebenen sprach sie Mut zu: "Den Schmerz kann euch niemand nehmen. Aber tragen müsst ihr ihn nicht allein." Und mit Blick auf die vielen Trauergäste hieß es: "Liebe ist immer stärker als der Tod." Solange Menschen von Marius erzählten, an ihn dächten und über gemeinsame Erlebnisse lächelten, werde er weiterleben. Bester Freund von Marius Dick: „Die Welt ist ohne Dich ein Stück schlechter geworden“ Besonders bewegend waren die Worte des besten Freundes Leonardo. Er sagte: "Ich würde gern allumfassende heilende Worte sagen. Leider finde ich die nicht." Niemand sei auf diesen Abschied vorbereitet gewesen. "Marius war einer der außergewöhnlichsten Menschen, die ich kannte - ein absolutes Unikat", erzählt der junge Mann mit ruhiger Stimme. Marius' größte Stärke sei gewesen, Gedanken zu teilen und anderen ehrlich zu begegnen. "Sein Tod ist nicht nur ein Verlust für Familie und Freunde, sondern auch ein großer Verlust für die Gesellschaft. Ihn zu verlieren hat die Welt ein Stück schlechter gemacht." Marius' Geschichten und Erinnerungen an den Verstorbenen wolle er eines Tages seinen Enkeln erzählen. Zum Abschied sagte er: "Mach’s gut, mein Freund. Ich werde Dich niemals vergessen." Vater Thomas Dick richtet erneut Appell an Politik und Gesellschaft Nach der Totenmesse wandte sich Marius’ Vater Thomas Dick noch einmal direkt an die Trauergäste. Sichtlich bewegt bedankte er sich für die große Anteilnahme. "Danke für die Unterstützung und dass ihr hier seid." Die vielen Umarmungen und die Hilfe aus der Bevölkerung hätten der Familie Kraft gegeben, diesen schwersten Tag ihres Lebens zu überstehen. Gleichzeitig richtete er einen eindringlichen Appell an Politik und Gesellschaft: "Vielleicht können wir etwas bewegen. Tut etwas, damit diese Gräueltaten enden." Bereits zuvor hatte er betont, Marius’ Tod dürfe nicht sinnlos gewesen sein und müsse Anlass sein, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen, um Gewalt zu verhindern - parteiübergreifend. Flieg hoch, Marius! Ein letzter musikalischer Abschied Schon vor Beginn des Gottesdienstes sorgte der Song "Ich trag Dich weiter" der Band Herzen für Tränen unter den Trauergästen. Zum Abschluss erklang "Au Revoir" von Mark Forster – mit den Zeilen "Es wird nichts so sein, wie es war." Danach wurde Marius im Ruhehain des Landstuhler Friedhofs beigesetzt. Zum Abschied blieb ein letzter Wunsch, den viele fühlten: "Flieg hoch, Marius!" In der Hoffnung, dass sein Name und seine Geschichten in den Herzen seiner Familie, seiner Freunde und vieler Menschen weiterleben werden.