„Leute, die remote arbeiten wollen, landen nicht bei uns“: Finnischer CEO setzt auf Zusammenarbeit vor Ort
Die Debatten über Präsenzzeit oder Remote-Arbeit reißen im beruflichen Kontext nie ganz ab. Es gibt Befürworter und Gegner auf beiden Seiten. Niilo Pirttijärvi, ein CEO aus Finnland, ist der Meinung, dass man „hundertprozentig bei der Arbeit anwesend“ sein sollte, wie die Zeitung „Kauppalehti“ berichtet.
„Leute, die remote arbeiten wollen, landen nicht bei uns“, ist sich der Chef des KI-Unternehmens Inven sicher. Dort arbeiten 70 Menschen in einem Büro in Helsinki. Sie hatten mal Experten, die remote gearbeitet haben, aber dann den Anschluss zur Firma verloren hätten.
Chef von KI-Unternehmen befürwortet das Büro
Homeoffice höre sich im ersten Moment schöner an, aber „auf lange Sicht wirst du glücklicher sein, wenn du ins Büro gehst, deine Kollegen live siehst und mit ihnen zu Mittag isst“, ist sich Pirttijärvi gegenüber „Kauppalehti“ sicher.
Homeoffice in Deutschland: Besonders Akademiker und Führungskräfte arbeiten daheim
Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) haben 2025 24,6 Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland von zu Hause gearbeitet – davon 13,2 Prozent regelmäßig (täglich oder mindestens die Hälfte der Arbeitszeit). Das ist fast eine Verdopplung gegenüber dem Vor-Corona-Niveau von 2019 (12,9 Prozent). Besonders ausgeprägt ist Homeoffice bei Akademikern (49,7 Prozent) und Führungskräften (43,1 Prozent), während es bei Anlagen- und Maschinenbedienern (1,6 Prozent) praktisch keine Rolle spielt.
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Ab 60 Prozent dreht sich der positive Wert von Homeoffice um
Ein Forschungsteam des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation untersuchte über zwei Jahre hinweg die Daten von 11.000 Versicherungskräften der Techniker Krankenkasse. Darüber berichtete die „Tagesschau“ im Februar 2026. In der Sachbearbeitung erledigten die Angestellten von zu Hause aus rund ein Fünftel mehr Vorgänge (Kundenanliegen und Telefonate) als im Büro.
Ab einem Schwellenwert von etwa 60 Prozent Heimarbeit pro Woche dreht sich diese Entwicklung jedoch um. Das Team um Forscherin Josephine Hofmann begründet dies damit, dass produktives Arbeiten auch auf persönlicher Abstimmung und spontanem Austausch im Kollegium basiert.