LG OLED W6 im Test: Dieser Fernseher ist nur einen Zentimeter flach
Startseite Kaufberatung FERNSEHER & SMART-TVS LG OLED W6 im Test: Dieser Fernseher ist nur einen Zentimeter flach 20. August 2026 um 15:22 Uhr Der LG OLED W6 wirkt wie ein Fenster in der Wand. Ob der wohl spektakulärste Fernseher des Jahres auch bei der Qualität ganz vorne liegt, verrät unser ausführlicher Test. Beim neuen LG OLED W6 steht das "W" in der Typenbezeichnung für Wallpaper, also Tapete. Ganz so flach ist er tatsächlich zwar nicht, mit nur einem Zentimeter Dicke dürfte er aber trotzdem der flachste Fernseher auf dem Markt sein. Wie das geht? Und ob das was taugt? Das erklärt unser ausführlicher Test in Labor und Praxis. Hier seht ihr außerdem, wie der LG OLED W6 mit nur einem einzigen Kabel auskommt. Inhalt LG OLED W6: Darum kann der Wallpaper-TV so flach ausfallen Die Modellbezeichnung LG OLED W6 verrät bereits eindeutig: Der Wallpaper TV arbeitet mit einem OLED-Bildschirm. Diese Display-Technik ist von Haus aus viel flacher als alle konkurrierenden Bildschirm-Typen und kommt mit weniger als drei Millimetern Dicke aus. Die zusätzlichen Millimeter braucht LG zur Befestigung sowie für eingebaute Lautsprecher und Elektronik. Wir haben es also nicht mit einem nackten Bildschirm zu tun, sondern tatsächlich mit einem kompletten Fernseher - zumindest fast. Der LG OLED W6 braucht nur ein Kabel Anschlüsse findet man an dem flachen Bildschirm nicht, nur ein Stromkabel kommt links unten heraus. Sämtliche Ein- und Ausgänge für TV-Empfang und Zuspieler finden sich stattdessen an einer separaten Anschlussbox. Die überträgt dann Bild und Ton per Funk auf den Bildschirm und kann mitsamt dem Kabelsalat irgendwo dezent aus dem Blickfeld verschwinden. So gibt der Fernseher an der Wand ein um so besseres Bild ab. Genau da gehört er auch hin, ein Standfuß zur Platzierung auf einem Sideboard ist nicht erhältlich und auch nicht montierbar. Mit spezieller Wandhalterung LG liefert zum OLED W6 ein spezielles Aufhängsystem mit: An der Wand werden zwei kleine Metallplatten mit Ösen aus dickem Stahldraht angeschraubt. In der Rückseite des Fernsehers sind kleine Haken als entsprechende Gegenstücke in kleinen Mulden eingelassen. Nach dem Einhaken lässt sich der Fernseher platt an die Wand drücken, so dass kaum eine Lücke zum Fernseher bleibt. Zum einfachen Abnehmen oder um an das Stromkabel zu kommen, könnt ihr den Fernseher um einige Zentimeter nach vorne ziehen. So gut ist die Bildqualität des LG OLED W6 im Test OLED-Bildschirme gibt es in verschiedenen Qualitäts- und Leistungsstufen. Dem W6 gönnt LG die beste davon, bei dem Hersteller heißt das OLED evo mit "Hyper Radiant Color Technology". Technisch handelt es sich dabei um ein sogenanntes Tandem-OLED-Panel mit zusätzlicher Leuchtschicht. Damit konnte bereits das Schwestermodell LG OLED G6 im Test als einer der besten Fernseher überhaupt überzeugen. Ganz genauso verhält es sich nun auch beim LG OLED W6. Schwächen in der Bildqualität sucht man da vergeblich: Er zeigt Farben in bester Natürlichkeit, extrem hohe Kontraste dank perfekt tiefem Schwarz, und er ist - wenn es darauf ankommt - unglaublich hell. Wer in sehr dunklen Szenen ganz genau hinschaut, kann in seltenen Fällen minimale Helligkeitssprünge entdecken. Aber ist auch der einzige Kritikpunkt, den sich der W6 gefallen lassen muss. Farb- und Helligkeitsverläufe stellt der W6 ohne störende Streifen ("Banding") dar. Der OLED W6 liefert Bestwerte im Testlabor Dementsprechend lieferte der LG OLED W6 in unserem Testlabor durchweg Bestwerte ab. Normale Fernsehprogramme zeigt er mit bis zu 585 Nits (gleichbedeutend mit Candela pro Quadratmeter, cd/m2) hell genug für Tageslicht, seine maximale Helligkeit erreicht er wie üblich mit HDR-Material: Dann leuchtet der OLED-Bildschirm mit 2.825 Nits. So kann er etwa Scheinwerfer und Sonnenlicht sehr realistisch abbilden. Je nach Bildeinstellung und Filminhalten sind sogar bis zu 4.620 Nits möglich, damit zählt der W6 zu den brillantesten Fernsehern überhaupt. Auch das breitere Farbspektrum von HDR-Produktionen kann der LG OLED W6 hervorragend darstellen. Die OLED-typisch nachlassende Sättigung bei voller Helligkeit fällt in der Praxis nicht auf. Entscheidender ist da die sehr gute Blickwinkelstabilität: Der Farbeindruck ändert sich bei seitlicher Betrachtung nicht, der hohe Kontrast bleibt ebenfalls erhalten. Hervorragende Entspiegelung Obwohl der Bildschirm des LG OLED W6 eine glänzende Oberfläche hat, spiegelt er nur sehr wenig. Grund dafür ist eine Entspiegelung innerhalb des Bildschirms, die wirksamer ist als bei günstigeren OLED-Fernsehern. Vorteil gegenüber matten Bildschirmen: Auftreffendes Licht hellt die laufenden Bilder nicht auf, tiefes Schwarz und der dadurch beinahe dreidimensionale Bildeindruck bleiben erhalten. So zeigt der Fernseher bei allen Lichtverhältnissen gleichermaßen seine Stärken. Die besten Bildeinstellungen für den LG OLED W6 Typisch für aktuelle Fernseher: Ab Werk sehen Farben recht kühl aus, im Menü lässt sich das aber leicht korrigieren. Die wichtigsten Einstellungen: Bildmodus Filmmaker-Modus: Damit sind Farben und Helligkeitsstufen perfekt voreingestellt Erweiterte Einstellungen - AI HDR Remastering: Verleiht normalem TV-Material dezente HDR-Anmutung mit kräftigerem Kontrast, ohne Farben zu sehr zu verfälschen Erweiterte Einstellungen - Helligkeit - Größte Helligkeit: Nach Geschmack aus oder niedrig, lässt Produktionen ohne HDR knackiger aussehen Erweiterte Einstellungen - Helligkeit - Dynamic Tone Mapping (nur bei HDR): Für korrekte Darstellung aus, um dunkle Details in heller Umgebung sichtbar zu machen ein Erweiterte Einstellungen - Helligkeit - Filmmaker-Modus Umgebungslicht: Ein, passt die Tonwerte an die Helligkeit der Umgebung an Erweiterte Einstellungen - Klarheit - True Motion: Nach Geschmack "Filmische Bewegung" oder "Glatte Bewegung" System - Energiesparen - Energiespar-Schritt Automatisch: Damit ist die sehr gute Bildanpassung an das Raumlicht aktiviert, bei Bedarf könnt ihr dort die Mindesthelligkeit heller oder niedriger einstellen. Die Klangqualität ist besser als erwartet Bei gerade einmal einem Zentimeter Gehäusedicke fragt man sich, wo im LG OLED W6 die Lautsprecher stecken. LG brachte vier in der Unterseite und weitere zwei im Inneren unter. Damit klingt der Wallpaper-Fernseher zwar nicht besonders detailreich oder räumlich, aber erstaunlich rund und ausgewogen. Dank Dolby Atmos Flex Connect ist die Ergänzung von einer Soundbar oder von kleinen Lautsprechern besonders einfach und ohne Kabel möglich, etwa mit der LG Sound Suite. Klang-Tuning mit Künstlicher Intelligenz Unbedingt empfehlenswert ist die sogenannte AI Akustikabstimmung, im Menü ist die unter AI-Dienste zu finden. Damit passt der Fernseher mithilfe des Mikrofons in der Fernbedienung den Klang an die räumlichen Gegebenheiten an. In unserem Test führte das zu etwas besserer Detailwiedergabe. Der Klangmodus "Klare Stimme Pro" verbessert mit KI-Hilfe die Sprachverständlichkeit, bringt aber auch eine leicht nasale Klangverfärbung mit sich. Lückenloses Streaming-Angebot Typisch für LG-Fernseher ist das umfassende Angebot an Streaming-Apps. Als Betriebssystem dient dazu nicht Android, sondern das hauseigene WebOS. Die wichtigsten Apps etwa für Amazon Prime Video, Apple TV, Disney+ und Netflix sind bereits vorinstalliert, von allen anderen gängigen Anbietern finden sich die Apps im LG-eigenen Store. Auf dem Startbildschirm könnt ihr die entsprechenden Schaltflächen nach Belieben umsortieren und nicht benötigte löschen. Auf Wunsch sortiert der Fernseher selbst entsprechend eurer Nutzung. Oberhalb der App-Schaltflächen versammeln sich hinter sogenannten Quick Cards Apps und Funktionen zu verschiedenen Themen wie Musik und Gaming. Das macht die Vielfalt etwas übersichtlicher. Fernbedienung mit magischem Mauszeiger Ebenfalls von anderen LG-Fernsehern bekannt ist die Fernbedienung, der Hersteller nennt sie "Magic Remote". Das magische daran ist ihr eingebauter Bewegungssensor. Per Handbewegung könnt ihr einen Mauszeiger über den Bildschirm bewegen und flotter durch die Menüs als mit den sonst üblichen Steuertasten navigieren. Praktisch ist auch die zentrale OK-Taste, die gleichzeitig ein Rädchen zum Blättern durch die TV-Programme und durch andere Listen ist. Ein Mikrofon für Spracheingaben ist ebenfalls integriert. Mit Gallery+ wird der Wallpaper TV zum Kunstwerk Wer in Fernsehpausen keinen schwarzen Bildschirm sehen will, kann den LG OLED W6 Fotos und Kunstwerke zeigen lassen. Dafür verfügt der Wallpaper-TV über einen speziellen Gallery-Modus, der ein gewünschtes Bilder-Sortiment im Foto-Show-Modus in Endlos-Schleife zeigt. Der regelmäßige Bildwechsel verhindert bleibende Bildrückstände, die dauerhaft angezeigte Standbilder hinterlassen könnten. Die LG Gallery+ App bietet über 4.500 Kunstwerke aus bekannten Museen und Galerien. Die wenigsten davon sind kostenlos, voller Zugriff erfordert ein Abo für 5 Euro pro Monat. Anschlussbox mit Funk statt Kabel Das übliche Arsenal an HDMI-Eingängen, Antennen-Anschlüssen und USB-Buchsen lagert LG in eine separate Box aus. Die funkt Bild und Ton kabellos an den Bildschirm. Das kennen wir im Prinzip schon vom letztjährigen LG OLED M5, wo die Funkübertragung makellos und ohne störende Verzögerung funktionierte. Beim W6 fällt die Zero-Connect-Box deutlich kompakter aus, außerdem muss die integrierte Funkantenne nicht mehr in Richtung Bildschirm ausgerichtet werden. TV-Empfang: Für DVB-T2-Antenne und Kabelfernsehen gibt es einen kombinierten Anschluss, einen zweiten für Satellitenempfang. HDMI: Die Anschlussbox hat vier HDMI-2.1-Eingänge. Alle können die volle UHD-Auflösung mit bis zu 165 Hertz und mit variablen Bildraten verarbeiten. USB: Zur Wiedergabe von Videos und Fotos auf USB-Festplatten und -Sticks hat der LG OLED W6 zwei Anschlüsse. Auf einer USB-Festplatte sind TV-Aufnahmen möglich (USB-Recording) Netzwerk und WLAN: Als Smart-TV kann der W6 Filme, Serien und mehr aus dem Internet streamen. Bluetooth: Einen herkömmlichen Kopfhöreranschluss gibt es nicht, es lassen sich aber Bluetooth-Kopfhörer koppeln - auch zwei gleichzeitig und parallel zu den TV-Lautsprechern. Sollte es zu störenden Echos kommen, lässt sich der Zeitversatz im Menü ausgleichen. Auracast: Damit sendet der Fernseher den Ton an beliebig viele Bluetooth-Kopfhörer und -Lautsprecher, die ebenfalls mit Auracast ausgestattet sind. Dazu gehören Modelle etwa von JBL, Philips und Sennheiser. Der LG OLED W6 ist auch für Gaming bestens geeignet Mit seinen leistungsfähigen HDMI-Eingängen ist der W6 wie geschaffen für Gaming, alle vier schaffen die maximalen 165 Hertz inklusive variabler Bildraten mit AMD Freesync Premium und Nvidia G-Sync. Die Funkübertragung von der Anschlussbox zum Bildschirm bringt keine Nachteile mit sich: Sie erfolgt eins zu eins in voller Auflösung, ohne Beeinträchtigung der Bildqualität und ohne nennenswerte Zeitverzögerung: Bei 60 Hertz haben wir eine Latenz oder einen Input Lag von 13 Millisekunden gemessen, der G6 lag mit seinen integrierten Anschlüssen bei 11 Millisekunden. Durch die Funkübertragung kommen also unmerkliche 2 Millisekunden hinzu. Beim LG OLED W6 stehen nur zwei Größen zur Wahl Seinen schönsten Fernseher bietet LG leider nur in zwei opulenten Größen mit ansonsten gleicher Technik an. Im Test war das kleinere der beiden Modelle, die Ergebnisse lassen sich aber mit hinreichender Genauigkeit auf den größeren übertragen. LG OLED77W69LA, 77 Zoll und 195 Zentimeter, ideal für etwa 4 Meter Betrachtungsabstand LG OLED83W69LA, 83 Zoll und 210 Zentimeter, ideal für über 4 Meter Betrachtungsabstand Test-Fazit LG OLED W6: Design einmalig, Bildqualität top Der LG OLED W6 sieht an der Wand aufgehängt einfach umwerfend gut aus, nur um das Stromkabel muss man sich kümmern. Der übrige Kabelsalat kann mitsamt der Anschlussbox aus dem Blickfeld verschwinden. Außerdem ist die Bildqualität eine Klasse für sich. Mit enormer Helligkeit, perfektem Kontrast und sehr natürlichen Farben zählt der W6 zu den Fernsehern mit der besten Bildqualität auf dem Markt. Selbst die Klangqualität ist in Ordnung, auch wenn die bei weitem nicht das Niveau der Bildqualität halten kann. Ausstattung und Bedienkonzept sind wie von anderen LG-Fernsehern gewohnt, da bleiben wenige Wünsche offen. Im Vergleich zum G6 gibt es einen USB-Anschluss weniger, alle anderen Daten sind praktisch identisch. LG OLED W6: Häufige Fragen (FAQ) Ist der LG OLED W6 besser als der Samsung S99H? In Einzeldisziplinen ja, der S99H klingt aber etwas besser. In der Summe bewegen sich beide auf gleich hohem Niveau. Ist der LG OLED W6 gut für Gaming geeignet? Ja, die Funkverbindung zwischen Anschlussbox und Bildschirm führt zu keiner nennenswerten Signalverzögerung. Außerdem ist der OLED W6 mit 4x HDMI 2.1 und VRR inklusive AMD Freesync Premium und Nvidia G-Sync bestens dafür ausgestattet. Gibt es für den LG OLED W6 einen Tischfuß? Nein, der W6 ist ausschließlich zur Wandmontage vorgesehen. Wer den Fernseher aufstellen möchte, kann zum technisch praktisch gleichen OLED G6 greifen, da gehört zur Variante G69LS ein Standfuß. Eignet sich der LG OLED W6 als digitaler Bilderrahmen? Im Prinzip ja, dafür ist die Gallery+-App vorgesehen. Der OLED W6 zeigt aber stets eine Abfolge mehrerer Bilder und nicht dauerhaft das gleiche Bild.