LHS 1140 b: Atmosphäre bei erdähnlichem Exoplaneten in habitabler Zone gefunden
Eine Forschungsgruppe aus den USA hat womöglich den ersten eindeutigen Beweis für eine Atmosphäre bei einem erdähnlichen Exoplaneten gefunden, der seinen Stern in der sogenannten habitablen Zone umkreist. Der Fund sei ein großer Meilenstein für die Suche nach außerirdischem Leben, ordnet das Center for Astrophysics | Harvard & Smithsonian die Bedeutung ein. Nachgewiesen wurde demnach eine an Helium reiche obere Atmosphäre bei dem Exoplaneten LHS 1140 b, der Stoff entweicht demnach langsam ins All. Gleichzeitig tauchte das Helium nur zu einem bestimmten Zeitpunkt auf, bei einer früheren Analyse fehlte es. Das deutet darauf hin, dass ein sich verändernder Prozess dahintersteckt. Darüber kann man bislang nur spekulieren. Weiterlesen nach der Anzeige Schon seit Jahren im Fokus Gelungen ist der Nachweis demnach mit dem Spektrografen WINERED am Magellan-Teleskop in Chile und damit von der Erdoberfläche aus. Ermöglicht wurde das zum einen durch einen Algorithmus, der ermitteln konnte, welcher Teil eines Signals von der Erdatmosphäre stammt und welcher nicht, erklärt die University of Florida. Hinzu kam eine spezielle Konstellation, bei der in dem 49 Lichtjahre entfernten System nicht nur LHS 1140 b vor seinem Stern vorübergezogen ist, sondern kurz zuvor mit LHS 1140 c ein weiterer Exoplanet. Die spektrografischen Messungen hätten deutlich die Unterschiede zwischen beiden aufgezeigt und den Hinweis auf die Atmosphäre bei LHS 1140 b geliefert. Als Nächstes soll deren Zusammensetzung ermittelt werden. LHS 1140 b wurde 2017 entdeckt und umgehend als möglicherweise „bestes Ziel für die Suche nach außerirdischem Leben“ bezeichnet. Es handelt sich um eine Supererde mit dem 1,73-fachen Radius unseres Heimatplaneten sowie der 5,6-fachen Masse. Er umkreist den Roten Zwergstern LHS 1140 in weniger als einem Zehntel der Entfernung zwischen Erde und Sonne, für einen Orbit benötigt er etwa 25 Erdentage. Als eine Forschungsgruppe im Frühjahr eine Liste von 45 möglicherweise lebensfreundlichen Exoplaneten zusammengestellt hat, gehörte LHS 1140 b dazu. Der Hinweis auf eine Atmosphäre ist aber jetzt nur ein wichtiger Zwischenschritt. Sollte die Entdeckung bestätigt werden, wäre die Atmosphäre möglicherweise bis zu drei Milliarden Jahre alt, schreibt das Team noch. Der Exoplanet ist einer von bereits mehr als 6300 um andere Sterne, die seit Anfang der 1990er-Jahre gefunden wurden; mehr als 8000 Kandidaten müssen noch überprüft werden. Als besonders spannend gelten solche, die ihre Sterne in Distanzen umrunden, die es ermöglichen, dass Wasser auf festen Oberflächen flüssig sein könnte. Das gilt als eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Entstehung von Leben, wie wir es kennen. Anfang des Jahres hat ein israelischer Astrophysiker dafür plädiert, dieses Konzept der habitablen Zone zu erweitern. Dann würden noch mehr Himmelskörper als mögliche zweite Erden infrage kommen. Der Nachweis der ersten Atmosphäre bei solch einem Gesteinsplaneten wird jetzt im Wissenschaftsmagazin Science vorgestellt.