Libanon schafft die Todesstrafe ab
Dieser Ausdruck wurde am 11.08.2026 erstellt und ist ausschließlich für den persönlichen Gebrauch lizenziert. Andere Nutzungen verletzen das Urheberrecht Parlament beschließt Gesetzesänderung Libanon schafft die Todesstrafe ab Seit 2004 wurde im Libanon niemand mehr hingerichtet, verhängt wurde die Todesstrafe dennoch weiter. Nun ist wegen einer Gesetzesänderung Schluss damit. Unverändert prekär: die Lage in Gefängnissen. 11.08.2026, 15.17 Uhr War die Zusammenfassung hilfreich? Danke für Ihr Feedback! Der Libanon ist das erste arabische Land, das die Todesstrafe formell aus seinem Strafrecht streicht. Eine entsprechende Gesetzesänderung wurde von einer Mehrheit der 128 Abgeordneten im libanesischen Parlament gebilligt. Damit dürfen Gerichte künftig keine Todesurteile mehr verhängen. Nach dem geänderten Gesetz werden Verbrechen, die vor dessen Inkrafttreten begangen wurden und sonst mit dem Tode bestraft worden wären, mit lebenslanger Haft geahndet. Für nach der Gesetzesänderung begangene schwere Straftaten ist eine verschärfte lebenslange Haft mit Zwangsarbeit vorgesehen. Die Umsetzung dieser verschärften lebenslangen Haft dürfte angesichts überfüllter Gefängnisse und begrenzter staatlicher Mittel jedoch schwierig sein. Die Parlamentsfraktion der Hisbollah stimmte gegen die Abschaffung. Justizminister Adel Nassar bezeichnete die Abstimmung als »historischen Schritt« für den Libanon. Menschenrechtsorganisationen hatten seit Jahren für die Abschaffung der Todesstrafe geworben. Human Rights Watch hatte das Parlament zuletzt im Juli aufgefordert, die Todesstrafe endgültig aus dem Strafrecht zu streichen. Im Libanon war seit 2004 niemand mehr hingerichtet worden. Gerichte verhängten jedoch weiterhin Todesurteile. Nach Schätzungen der Libanesischen Vereinigung für Bürgerrechte saßen zuletzt rund 84 Menschen mit einem Todesurteil in libanesischen Gefängnissen. czl/dpa