Lichtblick setzt bei Schnellladern erstmals auf Batteriespeicher
Inhaltsverzeichnis close notice This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication. . Der Energieversorger Lichtblick hat zwei neue Schnelllade-Standorte seines QuickCharge-Netzes in Stralsund und Heiligenhafen mit Batteriespeichern ausgestattet. Damit will das Unternehmen erstmals an eigenen Ladeparks hohe Ladeleistungen auch dort anbieten, wo der Netzanschluss allein nicht ausreicht. Weiterlesen nach der Anzeige Die Speicher an beiden Standorten haben je 330 Kilowatt Leistung und können rechnerisch je rund 660 Kilowattstunden Energie abgeben. Sie dienen dazu, Lastspitzen abzufangen: Die Batterie lädt sich in Zeiten mit geringer Nachfrage über den Netzanschluss auf und gibt die gespeicherte Energie bei Bedarf zusätzlich an die Ladesäulen ab. In der Branche ist dieses Prinzip als Peak Shaving bekannt. Mehr Infos Netzanschluss als Flaschenhals Mit steigender Zahl an Schnellladepunkten wird der Netzanschluss zunehmend zum limitierenden Faktor beim Ausbau der Ladeinfrastruktur. Laut Bundesnetzagentur standen in Deutschland zum 1. Juli 2026 mit über 54.000 Schnellladepunkten rund neunmal so viele wie noch 2020 zur Verfügung. Je mehr davon gleichzeitig genutzt werden, desto schneller stoßen vorhandene Netzkapazitäten an ihre Grenzen. Bei hoher Auslastung muss daher ab einem bestimmten Verbrauch die Gesamtleistung, verteilt auf alle genutzten Ladepunkte, gedrosselt werden. Ladeparks werden deshalb zunehmend mit Lastmanagement und Speichertechnik geplant. Simon Schröder, Leiter Projektmanagement bei Lichtblick Emobility, erklärte: „Besonders in Regionen mit begrenzter Netzkapazität kann ein Batteriespeicher dazu beitragen, dass E-Mobilisten ihr Fahrzeug schnell und komfortabel laden können.“ Überall dort, wo Speicher den Aufbau neuer Ladeinfrastruktur sinnvoll ergänzten, prüfe man ihren Einsatz. Ladepunkte für den Schwerlastverkehr LichtBlick betreibt sein QuickCharge-Netz inzwischen an 27 Standorten, vornehmlich an Famila-, Markant- und Edeka-Märkten in Norddeutschland. Bis März 2027 sollen es laut Jahresbilanz des Unternehmens 68 Schnellladeparks werden. Insgesamt will LichtBlick bis 2030 mehr als 100 Millionen Euro allein in den E-Mobilitätsbereich investieren. Darüber hinaus steigt das Unternehmen in den Markt für elektrisches Laden im Schwerlastverkehr ein und hat als Teil eines Konsortiums den Zuschlag für 14 öffentliche Standorte in Baden-Württemberg erhalten. Weiterlesen nach der Anzeige Die beiden Speicher-Ladeparks gehören zu einer breiteren Strategie: Parallel baut LichtBlick einen Großbatteriespeicher in Röhrsdorf bei Chemnitz mit über 400 Megawattstunden Kapazität. Das Projekt mit 84 Speicher-Containern des Technologiepartners Fluence mit je 5,6 MWh soll im ersten Quartal 2027 in Betrieb gehen und kostet rund 100 Millionen Euro. Ziel ist es, Stromnetze zu entlasten und Flexibilitäten für ein zunehmend auf erneuerbaren Energien basierendes System bereitzustellen. Branchentrend Speicher am Ladepark Dass Ladeparkbetreiber verstärkt auf lokale Speicher setzen, ist kein Einzelfall. Die begrenzte Verfügbarkeit leistungsfähiger Netzanschlüsse und lange Wartezeiten auf Netzausbau machen Pufferspeicher zur pragmatischen Lösung. Auch ausgemusterte E-Auto-Akkus kommen bereits als stationäre Speicher zum Einsatz, um Lastspitzen an Ladeparks abzufangen. Der Trend zu mehr Leistung an DC-Ladesäulen verschärft das Problem zusätzlich und macht so Speicherlösungen auf absehbare Zeit zum festen Bestandteil moderner Ladeinfrastruktur.