Liechtenstein: Hacker stehlen Daten aus sensiblem Anti-Geldwäscheverzeichnis
In dem digitalen Verzeichnis sind Namen und andere Details von Personen hinterlegt, die hinter Firmen, Stiftungen oder Treuhänderschaften stehen. Die gestohlenen Daten sind besonders sensibel, weil sie potentiell zeigen könnte, wer hinter den großen Vermögen steckt, die in Liechtenstein in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten geparkt wurden. Das Fürstentum steht seit vielen Jahren in dem Ruf, dass Reiche und Mächtige dort Stiftungen oder Treuhandkonstruktionen nutzen, um ihre Vermögen zu verschleiern oder Besitzverhältnisse privat zu halten. Die Regierung verweist auf zahlreiche Reformen, im Kampf gegen sein Image als Steueroase. Die Regierung führt das nun gehackte Verzeichnis seit 2021, um damit nach eigenen Angaben Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu verhindern. Einer der erfolgreichsten Wirtschaftszweige sind Finanz- und Bankdienstleistungen. Vor vielen Jahren haben vor allem Europäer dort Stiftungen und Konten zur Steuerhinterziehung missbraucht. 2017 wurde das Bankgeheimnis in Steuerangelegenheiten aber aufgehoben. Das kleine Fürstentum Liechtenstein zwischen der Schweiz und Österreich hat 41.000 Einwohner und gehört gemessen am Bruttoinlandsprodukt pro Kopf zu den weltweit vermögendsten Ländern. Mit nur 160 Quadratkilometern ist es in etwa so groß wie Wuppertal und damit eines der weltweit kleinsten Länder. Betroffene sollen informiert werden Ein Krisenstab sei unter der Leitung von Regierungschefin Brigitte Haas und Justizminister Emanuel Schädler einberufen worden. Durch den Angriff sei der Schutz personenbezogener Daten verletzt worden, hieß es von der Regierung. Betroffene Personen sollten so schnell wie möglich informiert werden.