Lieferando: KI-Bilder zeigen womöglich nicht das echte Gericht
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen
Sieht lecker aus, landet aber womöglich ganz anders auf dem Teller! Auf Lieferando tauchen KI-generierte Bilder von Gerichten auf, die nicht zeigen, was das jeweilige Restaurant tatsächlich serviert. Besonders kurios: Offenbar stammen die künstlichen Bilder teilweise nicht einmal von den Restaurant-Besitzern selbst.
Wer Essen bestellt, will normalerweise wissen, was ihn erwartet: Wie üppig ist der Burger belegt? Wie sieht die Pizza aus? Genau dabei helfen die künstlich erzeugten Fotos allerdings nicht. Auf Lieferando finden sich laut einem Bericht von „ Watson “ KI-Bilder, die eben nicht das konkrete Gericht des jeweiligen Restaurants abbilden. Sie zeigen stattdessen eine künstlich erzeugte Version davon.
Besonders heikel: Ein Imbiss-Besitzer erklärte auf Reddit , dass er selbst gar keine Fotos eingestellt habe. Der Lieferdienst habe die Bilder stattdessen automatisch mit KI erzeugt. Um sie zu ersetzen, müsste er eigene Aufnahmen hochladen. Dafür fehle ihm nach eigener Aussage die Zeit.
Damit kann aus einem eigentlich praktischen Bestandteil der digitalen Speisekarte schnell ein Problem werden. Denn das Foto suggeriert zwar ein bestimmtes Aussehen, muss mit dem tatsächlich gelieferten Gericht aber wenig zu tun haben. Lieferando selbst wirbt damit, dass Kunden auf der Plattform gezielt nach Artikeln und Gerichten suchen und aus mehr als 40.000 Partnern wählen können.
Aus Brot macht die KI plötzlich Limonade
Wie absurd solche KI-Bilder werden können, zeigt ausgerechnet die britische Schwesterplattform Just Eat, die zum gleichen Mutterkonzern wie Lieferando gehört. Dort sorgten fehlerhafte KI-Abbildungen für Aufsehen. Ein „Soda-Bread-Breakfast“, also ein Gericht mit Soda-Brot, verwandelte die künstliche Intelligenz optisch in ein Getränk mit Speck und Ei (Slide 5).
Die Panne hatte Konsequenzen: Just Eat entschuldigte sich für die fehlerhaften Darstellungen und entfernte sie. Das verwendete KI-Werkzeug soll allerdings nicht grundsätzlich verschwinden, sondern weiterentwickelt werden.
Das Problem geht damit über ein paar misslungene Appetit-Fotos hinaus. Produktbilder sollen Kunden schließlich eine Vorstellung davon geben, was sie bestellen. Ein KI-Bild zeigt dagegen Zutaten, Menge und Aussehen, die mit dem echten Gericht womöglich nichts zu tun haben. Das künstliche Foto ist dann eher Illustration als Abbild des angebotenen Essens.
KI-Essen kommt nicht unbedingt gut an
Und die künstlichen Hochglanz-Gerichte überzeugen Kunden offenbar nicht automatisch. In einer 2024 veröffentlichten Studie zeigte sich, dass Teilnehmer KI-generierte Essensbilder als weniger realistisch und weniger appetitanregend bewerteten. Eine weitere Untersuchung aus dem Jahr 2024 ergab, dass Teilnehmer Bilder positiver bewerteten, wenn sie wussten, dass diese authentisch waren.