Lingen: Entscheidung zu Brennelementen mit Rosatom
Brennstäbe für russische Reaktortypen aus Lingen? Minister informiert Stand: 22.07.2026 11:58 Uhr Das niedersächsische Umweltministerium will heute eine Entscheidung im Genehmigungsverfahren für die Brennelementefertigung in Lingen bekannt geben. Laut Medienbericht erlaubt das Land die Zusammenarbeit mit einem russischen Staatskonzern. Nach Informationen der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) soll der französische Mutterkonzern Framatome die Erlaubnis erhalten, in der emsländischen Fabrik Brennelemente nach russischer Bauart zu produzieren. Umweltminister Christian Meyer (Grüne) könne die Entscheidung persönlich nicht nachvollziehen, habe aber keine andere Wahl gehabt, heißt es in der "NOZ". Zusammenarbeit mit Rosatom geplant Die Pläne sehen vor, dass in Lingen künftig auch Brennstäbe für russische Reaktortypen gefertigt werden. Es geht um sechseckige Brennelemente, die nur in ehemals sowjetischen Atomkraftwerken eingesetzt werden. Diese Werke stehen in mehreren osteuropäischen Ländern. Die Brennelementefabrik Advanced Nuclear Fuels (ANF) in Lingen will dafür mit dem russischen Staatskonzern Rosatom zusammenarbeiten. Einen entsprechenden Antrag hat ANF laut Umweltministerium bereits im Jahr 2022 eingereicht. ANF ist eine Tochtergesellschaft des französischen Unternehmens Framatome. Kritik von Bürgerinitiativen - und vom Minister Bürgerinitiativen und Umweltverbände haben die geplante Zusammenarbeit scharf kritisiert. Sie warnen unter anderem vor russischer Spionage oder Sabotage. Auch Umweltminister Meyer hatte sich wiederholt gegen die Pläne ausgesprochen. Im Zuge des atomrechtlichen Genehmigungsverfahrens durch das Umweltministerium hatte er allerdings auch betont, dass man "nach Recht und Gesetz im Auftrag des Bundes" prüfen werde und allen Hinweisen nachgehen werde, um zu schauen, welche Sicherheitsgefahren dort bestehen. Umweltministerium verweist auf "umfangreiche Prüfungen" Laut Umweltministerium gab es infolge des ANF-Antrags "umfangreiche Prüfungen" im Austausch mit Bundesbehörden. Diese seien insbesondere im Hinblick auf Gefahren für die innere und äußere Sicherheit durch die enge Kooperation mit Russland erfolgt, teilte das Ministerium mit. Dieses Thema im Programm: NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 22.07.2026 | 07:30 Uhr