Linke Berlin: Kocak räumt Fehler bei Umgang mit Remmos ein
Linken-Politiker Ferat Kocak hat Fehler im Umgang mit Mitgliedern des in Teilen kriminellen Remmo-Clans in Neukölln eingeräumt. Er hätte überprüfen müssen, sagte Kocak in einem Video auf seinem Instagram-Kanal, wer sich bei ihm über die vielfach öffentlich geteilte Handynummer meldet. "Dass ich das in diesem konkreten Fall nicht getan habe, das ist mein Versäumnis", so Kocak weiter. Zudem sei es falsch gewesen, dass er seine Partei nicht darüber informiert hatte.
Der Bundestagsabgeordnete war massiv in die Kritik geraten, nachdem bekannt wurde, dass er freundliche Chatnachrichten mit Firas Remmo, dem Sohn von Clan-Boss Issa Remmo, ausgetauscht hatte. Issa Remmo war zudem auf der Wahlparty der Linken in Neukölln aufgetaucht. Mitglieder der libanesisch-stämmigen Großfamilie wurden in der Vergangenheit wegen zahlreicher Straftaten verurteilt, unter anderem wegen des Diebstahls einer 100 Kilogramm schweren Goldmünze aus dem Bode-Museum.
Kocak erklärte nun, er habe Firas Remmo im Rahmen einer Aktion persönlich kennengelernt, bei der gebrauchte Handys für Aktivisten gesammelt wurden. Erst als bei der Abholung des Geräts auch Issa Remmo anwesend war, sei ihm klar geworden, so Kocak, mit wem er es zu tun hatte. "Natürlich weiß ich, wer Issa Remmo ist", so Kocak. Dennoch betonte er, dass er niemanden vorverurteile, "weil er einen bestimmten Nachnamen trägt oder der Sohn eines bestimmten Menschen ist". Trotzdem sei er Firas Remmo nach dem ersten Treffen aus dem Weg gegangen. Dass er den Remmo-Sprössling später jedoch bat, eines seiner Videos aus dem Bundestag zu verbreiten, sei "unvorsichtig" und "ein Fehler" gewesen. Der Linken-Politiker hatte deswegen zuletzt seinen Platz im Innenausschuss des Bundestags abgegeben.