Linken-Politiker Koçak nimmt Handy von Remmo-Clan an
Der Linken-Bundestagsabgeordnete Ferat Koçak suchte zu Jahresbeginn über Instagram laut der „Zeit“ gebrauchte Smartphones für Jugendliche aus einer Antifa-Gruppe. Deren Handys waren zuvor von der Polizei abgenommen worden. Nach Recherchen des „Tagesspiegel“ standen die Sicherstellungen im Zusammenhang mit mehreren eskalierten pro-palästinensischen Demonstrationen in Berlin.
Mehrere Personen aus der linksradikalen Szene sollen dort mit ihren Handys das Geschehen gefilmt haben, darunter auch mögliche Versammlungsstraftaten. Die Polizei stufte die Aufnahmen zunächst als Beweismittel ein und stellte die Geräte sicher.
Firas Remmo bot Koçak ein Smartphone an
Koçak veröffentlichte auf Instagram den Aufruf: „Hat jemand ein Smartphone abzugeben.“ Darauf meldete sich Firas Remmo, der Sohn von Issa Remmo, und bot ein Smartphone an. Die Remmos gehören zu einer arabischsprachigen Mhallami-Großfamilie, deren Mitglieder vor allem in Berlin leben und deren Angehörige in mehreren großen Kriminalfällen verurteilt wurden. Dazu zählen der Diebstahl des sogenannten Sachsen-Schatzes aus dem Dresdner Grünen Gewölbe und der Einbruch in das Berliner Bode-Museum.
Koçak nahm das Angebot an und holte das Gerät nach eigener Darstellung bei der Familie ab. Dabei traf er auf Issa Remmo. Erst bei diesem Treffen sei ihm die Dimension des Kontakts klar geworden. Koçak schreibt auf seiner Website, er habe das Handy anschließend an eine zivilgesellschaftliche Organisation weitergegeben.
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Kontakt zu Firas Remmo ging weiter
Mit der Übergabe des Handys endete der Kontakt nicht. Koçak schrieb Firas Remmo laut der „Zeit“ später erneut und bat ihn, ein Video aus dem Bundestag weiterzuverbreiten. Darin kritisierte Koçak den Begriff „Clankriminalität“, den er als rassistisch bezeichnet.
Koçak räumt inzwischen ein, einen Fehler gemacht zu haben. Er sei „naiv“ und „überfordert“ gewesen und übernehme dafür die Verantwortung. Wegen der Kontakte zu den Remmos will er nicht mehr dem Innenausschuss des Bundestags angehören. Sein Bundestagsmandat behält er.
Der „Tagesspiegel“ berichtet außerdem von einem weiteren Vorfall in Neukölln. Vor einem Supermarkt soll ein Mann auf Koçak zugekommen sein, ihm sein Handy vor das Gesicht gehalten und gesagt haben, jemand wolle mit ihm sprechen. Auf dem Bildschirm sei Firas Remmo per Videoanruf zu sehen gewesen.
Er soll Koçak gefragt haben, wie es ihm gehe und warum er „so etwas“ mache. Der Mann mit dem Handy sei trotz Koçaks Aufforderung zunächst nicht gegangen. Der Politiker habe die Situation als unangenehm empfunden. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen bekommt Koçak wegen des Vorfalls keinen Personenschutz; auch eine Gefährderansprache bei Firas Remmo sei deswegen zunächst nicht geplant.