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Linnemann streicht Sonderregelung zu Kinderkrankentagen - Millionen Eltern betroffen

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Linnemann streicht Sonderregelung zu Kinderkrankentagen – Millionen Eltern betroffen

Von: Maximilian Kettenbach

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Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann und Kanzler Friedrich Merz wollen den Krankenstand drücken: Ab 2027 werden die Sonderregeln bei Kinderkrankentagen kassiert.

Das Aus für eine der bekanntesten Corona-Sonderregeln scheint besiegelt. In der Regierungsbefragung im Bundestag hat Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) am Mittwoch (23. September 2026) erklärt, die Erhöhung der Kinderkrankentage werde nach Ablauf des Jahres 2026 nicht verlängert.

„Das ist eine Regel, die wir eingeführt haben während Corona“, betonte Linnemann im Parlament – und die Politik tue gut daran, „dass Sonderregeln, die es zu Corona gab, wieder zurückgenommen werden.“ Ab 2027 sinkt damit voraussichtlich der Anspruch wieder auf das Vor-Pandemie-Niveau von 10 Tagen pro Elternteil und Kind.

Kinderkrankentage: Was ab 2027 für Familien gilt

Die Kürzung betrifft Millionen gesetzlich versicherte Familien in ganz Deutschland. Während für das laufende Kalenderjahr 2026 noch bis zu 15 Tage pro Kind und Elternteil (30 Tage für Alleinerziehende; maximal 35 bzw. 70 Tage bei mehreren Kindern) mit 90 Prozent Lohnersatz gelten, greift ab 2027 wieder das alte Schema. Eltern erhalten dann künftig wieder regulär 10 Tage (Alleinerziehende 20 Tage; maximal 25 bzw. 50 Tage). Vorwürfe, die Leistung komplett streichen zu wollen, wies der Minister zurück: „Es werden 10 Tage sein, mal zwei sind 20 Tage im Jahr. Und das hatten wir auch in den ganzen Jahren vor Corona.“ Details zu den bestehenden Ansprüchen bietet die Übersicht zum Kinderkrankengeld 2026.

Merz-Plan gegen Krankenstand: Attestpflicht ab Tag eins geplant

Der Schritt fügt sich nahtlos in die gesundheitspolitische Agenda von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ein. Die Regierungskoalition aus Union und SPD hat sich darauf verständigt, den Krankenstand in Deutschland spürbar zu drücken. Bis Ende 2026 soll etwa ein Gesetz verabschiedet werden, das Arbeitnehmer verpflichtet, bereits ab dem ersten Krankheitstag ein ärztliches Attest vorzulegen. Die bisherige Dreitagesfrist ohne Bescheinigung sowie die beliebte telefonische Krankschreibung sollen ersatzlos gestrichen werden.

Ärzte laufen Sturm: KBV warnt vor 30 Millionen Extra-Besuchen

Mediziner und Krankenkassen üben an den Plänen scharfe Kritik. Die Vorstände der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) nannten die geplante Attestpflicht eine „Zumutung, die an Unverschämtheit grenzt“ und warnten vor einem „Irrsinn, abertausende Menschen zusätzlich in die Praxen zu jagen für das reine Ausfüllen von Zetteln“. Die KBV rechnet mit bundesweit bis zu 30 Millionen zusätzlichen Arztbesuchen in ohnehin überfüllten Praxen.

Auch Kassendaten stellen den Nutzen infrage: Berechnungen der AOK Nordost zeigen, dass Kurzzeiterkrankungen ohne Attest lediglich einen Bruchteil des gesamten Arbeitsausfalls ausmachen (statistisch nur ein Tag ohne Schein auf neun Tage mit Attest). Dagegen entfallen rund 40 Prozent aller Fehltage auf Langzeiterkrankungen von mehr als sechs Wochen. Kassenexperten warnen daher vor einem paradoxen Bumerang-Effekt: Durch den Zwang zum Praxisbesuch bei leichten Infekten könnte der Krankenstand durch Ansteckungen und längere Krankschreibungen sogar ansteigen statt sinken. (mke mit dpa)

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