Linux Mint 23 bringt vollen Support für Wayland
close notice This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication. . Mit Version 23 will die Linux-Distribution Linux Mint kompletten Support für das Displayserver-Protokoll Wayland bieten. Nach intensiver Arbeit daran laufe Wayland nun stabil und sei bei der Benutzererfahrung in Mint fast auf Höhe von X11 angelangt, erklärte Clement Lefebvre, Kopf des Mint-Projekts, in einem Blogbeitrag. Die Wayland-Unterstützung ist damit nicht mehr als experimentell eingestuft, sowohl X11 als auch Wayland werden in Mints Desktop Cinnamon voll unterstützt. Linux Mint 23 wird für Weihnachten 2026 erwartet. Weiterlesen nach der Anzeige Mehr Stabilität und HiDPI-Support Um die Wayland-Sitzung zu verbessern, wurde unter anderem die Platzierung und Größenberechnung neuer Fenster sowie von Popup- und Kontextmenüs überarbeitet. Außerdem verhindert Cinnamon nun zuverlässiger sogenanntes Focus Stealing, bei dem Anwendungen einem gerade genutzten Fenster ungefragt den Eingabefokus entziehen. Auch die Stabilität soll deutlich zulegen. Linux Mint nennt zahlreiche behobene Absturzursachen in Cinnamon selbst, im Fenstermanager Muffin, in der Sitzungsverwaltung und in Xwayland. Xwayland ist der Kompatibilitäts-Layer, über den klassische X11-Anwendungen in einer Wayland-Sitzung laufen. Ebenfalls soll es unter Wayland volle Unterstützung für hochauflösende Displays („HiDPI“) geben, etwa mit einer scharfen Darstellung aller Symbole und des Mauszeigers. Ferner haben die Entwickler Fehler in Chromium-basierten Anwendungen wie Visual Studio Code oder Slack behoben. Hinzu kommen noch native Wayland-Unterstützung für mit pkexec gestartete Anwendungen mit Root-Rechten sowie Fortschrittsanzeigen direkt in Fenstersymbolen, etwa für Kopiervorgänge im Dateimanager Nemo. Weitere Verbesserungen betreffen den Betrieb mit mehreren Monitoren und KVM-Switches sowie die Hardware-Beschleunigung im gesamten Grafik-Stack. Verbesserungen bei Cinnamon Ebenfalls kündigen die Entwickler Verbesserungen am Cinnamon-Desktop an. Das neue Kommando cinnamon-list-windows listet alle geöffneten Fenster auf, einschließlich Position, Größe, HiDPI-Informationen und verwendetem Grafik-Backend. Zudem rundet Muffin künftig die Koordinaten und Abmessungen sämtlicher Clutter-Objekte automatisch. Clutter ist die Grafikbibliothek, auf der Cinnamon seine Oberflächenelemente aufbaut. Darüber hinaus unterstützt Cinnamon künftig systemds graphical-session, was die Kompatibilität mit aktuellen Komponenten des Linux-Ökosystems verbessern soll. Ferner soll Version 23 auch noch Änderungen auf Systemebene bringen, wie eine verbesserte SSH-Keyring-Unterstützung und eine vereinfachte Fingerabdruck-Anmeldung. Abgesehen davon weist Linux Mint auf eine schwerwiegende Sicherheitslücke in der Aktualisierungsverwaltung mintupdate (CVE-2026-59159) hin. Sicherheitsupdates dafür hat das Projekt nach eigenen Angaben bereits vor drei Wochen für alle betroffenen unterstützten und auch bereits ausgelaufenen Linux-Mint- und LMDE-Versionen veröffentlicht. Anwender sollten ihre Systeme daher zeitnah aktualisieren. Weiterlesen nach der Anzeige Mit dem Support für beide Display-Server stellt sich Linux Mint deutlich moderater auf als andere Akteure im Linux-Ökosystem. Die beiden großen Desktops Gnome und KDE etwa setzen für die Zukunft auf Wayland.