Literatur: Schrifstellerin Christine Wunnicke erhält den Georg
Die Schriftstellerin Christine Wunnicke erhält den diesjährigen Georg-Büchner-Preis. Dies teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt mit. Wunnicke ist als Autorin historischer Romane bekannt. Im vergangenen Jahr erschien ihr jüngstes Buch »Wachs«, das im Frankreich des 18. Jahrhunderts angesiedelt ist. Damit stand sie erneut auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Im selben Jahr wurde sie mit dem Jean-Paul-Preis für ihr Gesamtwerk gewürdigt, in diesem Jahr mit dem Literaturpreis der Darmstädter Jury »Buch des Monats« für »Wachs«. Hervorgehoben wird außerdem die Auseinandersetzung mit Fakten und Fiktionalem in den Büchern Wunnickes. Ihre Arbeit mache im vermeintlich Historischen das Fiktionale sichtbar und ermögliche so einen neuen Blick auf die europäische Wissenschafts- und Kolonialgeschichte, »ohne dabei die Empathie für ihre Figuren zu verleugnen«. Zugleich zeichne sich ihre Arbeit durch Sprachwitz aus, ohne dabei selbstreferenziell zu werden. Unterhaltendes und anspruchsvolle Reflexion würden so verbunden, heißt es in einer Erklärung der Akademie. Wunnicke wurde 1966 in München geboren und studierte Linguistik, Altgermanistik und Psychologie in Berlin und Glasgow. Nach dem Studium war sie in der Wissenschaftsverwaltung der Max-Planck-Gesellschaft in München tätig. Seit Anfang der Neunzigerjahre tritt sie als Autorin in Erscheinung. Zunächst von Hörspielen und Radiofeatures, seit mehr als 20 Jahren auch mit Romanen. Zu ihren Werken gehören etwa die Romane »Der Fuchs und Dr. Shimamura« über einen scheinbar an Hysterie erkrankten japanischen Nervenarzt (2015) oder »Katie« über die Begegnung des englischen Physikers William Crookes und der Verrenkungskünstlerin Florence Cook (2017). Für ihr 2020 erschienenes Werk »Die Dame mit der bemalten Hand« wurde Wunnicke mit dem Wilhelm Raabe-Literaturpreis ausgezeichnet und stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises.