Live-Ticker Amokfahrt CSD Berlin: Abdul Ballout beklagte sich über Haftbedingungen im Libanon
Live-Ticker zum Anschlag auf Berliner CSDCSD-Attentäter jammerte über Essen und Haftbedingungen im Libanon Horror beim CSD in Berlin! Am Samstagabend ist ein weißer Mini-Van durch den Großen Tiergarten in eine Menschenmenge gerast. Es gibt mindestens eine Tote und 29 Verletzte. Der Attentäter kann fliehen. Am Sonntagabend gelingt der Polizei in Berlin-Spandau dann der Zugriff – bei dem der Attentäter stirbt. Anschlag auf CSD in Berlin: Hier im Live-Ticker die Entwicklung verfolgen Wichtige Updates Lynn Michel CSD-Attentäter beklagte sich über Haftbedingungen im Libanon Der CSD-Attentäter Abdul Ballout soll sich während seiner Untersuchungshaft im Libanon über die Zustände im Gefängnis beschwert haben. Wie der SPIEGEL unter Berufung auf interne Behördenvermerke berichtet, beklagte der 21-Jährige gegenüber Mitarbeitenden der deutschen Botschaft und einem Verbindungsbeamten des Bundeskriminalamts unter anderem das Essen, die beengten Haftbedingungen und die Möglichkeit, nur alle vier Tage zu duschen und die Kleidung zu wechseln. Seine Terrorpläne soll Abdul Ballout bei dem Gespräch bestritten haben. Dem Bericht zufolge erklärte er, er habe lediglich „Bewunderung und Empathie“ für die Terrormiliz „Islamischer Staat“ empfunden. Im Oktober 2025 wurde er von einem libanesischen Militärgericht wegen „Anstiftung zu religiösen Konflikten“ zu drei Monaten Haft verurteilt. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wurde er am Berliner Flughafen festgenommen und später vom Amtsgericht Tiergarten zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Vorbewährung verurteilt. Lynn Michel CSD-Attentäter fiel Behörden schon als Grundschüler auf Der Attentäter vom Berliner Christopher Street Day soll den Behörden deutlich früher aufgefallen sein als bislang bekannt. Nach Recherchen der Berliner Morgenpost wurde Abdul Ballout bereits als Sechsjähriger aktenkundig. Interne Unterlagen aus dem Umfeld der Jugendhilfe sollen zeigen, dass der damalige Erstklässler durch aggressives Verhalten im Unterricht und in der Nachmittagsbetreuung auffiel. Dem Bericht zufolge wurde er schon in der ersten Klasse mehrfach vom Unterricht suspendiert. Aus den der Zeitung vorliegenden Akten geht demnach hervor, dass Schule und Jugendamt früh Handlungsbedarf sahen. Abdul Ballout habe dringend eine Diagnostik und therapeutische Unterstützung benötigt. Die Zusammenarbeit mit den Eltern sei jedoch immer wieder gescheitert. Der Vater wird laut den Unterlagen als konfrontativ beschrieben, bei der Mutter habe es Kommunikationsprobleme gegeben. Mehrfach habe sich auch die Schulhilfekonferenz mit dem Jungen beschäftigt. Seine schulische Entwicklung verschlechterte sich den Recherchen zufolge zunehmend. Nach zwei Schulwechseln besuchte Abdul Ballout schließlich eine Förderschule. Zunächst wurde bei ihm der Förderbedarf „Lernen“ festgestellt, später kam der Schwerpunkt „Emotional-Soziale Entwicklung“ hinzu. In seiner Jugend entwickelte er sich laut der Berliner Morgenpost zum Schulverweigerer. Versuche der Behörden, ihn in Schulersatzprogramme oder zu einer psychiatrischen Diagnostik zu vermitteln, seien demnach daran gescheitert, dass seine Eltern ihre Zustimmung verweigerten. Auch die familiären Verhältnisse sollen nach Informationen der Zeitung deutlich schwieriger gewesen sein als bislang bekannt. Die aus dem Libanon stammenden Eltern lebten demnach getrennt. Abdul Ballout soll bei seiner Mutter und seinen Schwestern gelebt haben. Die Berliner Morgenpost berichtet zudem, dass die Familie streng religiös gewesen sei und dass möglicherweise auch familiäre Konflikte bei dem Anschlag eine Rolle gespielt haben könnten. Nach Angaben der Berliner Morgenpost verließ Abdul Ballout die Förderschule nach zehn Jahren ohne Abschluss und ohne berufliche Perspektive. Parallel dazu habe seine kriminelle Laufbahn begonnen. Camilla Koziol Prien stellt mehr Geld gegen Radikalisierung in Aussicht Nach dem islamistischen Anschlag in Berlin stellt Familienministerin Karin Prien den Ländern mehr Geld für Angebote gegen Radikalisierung in Aussicht. Konkret geht es um fünf Millionen Euro aus dem Förderprogramm «Demokratie leben!», die noch nicht verplant sind. "Ich könnte mir sehr gut vorstellen, diesen Betrag einzusetzen", sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Prien betonte mit Blick auf den CSD-Anschlag, bei dem ein Islamist eine Frau tödlich und etwa 30 weitere Menschen teils lebensgefährlich verletzt hatte: "Für mich ist dieser erschütternde Anschlag Anlass, um die Ausrichtung von 'Demokratie leben' bei der Extremismusprävention nachzuschärfen und dabei das Thema Deradikalisierung in den Fokus zu nehmen." Dabei will sie sich mit den Ländern und mit Verbänden beraten, auch mit den muslimischen Gemeinschaften. Camilla Koziol Innensenatorin sagt umfassende Aufklärung von CSD-Anschlag zu Die Berliner Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hat nach dem Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) eine gründliche Aufarbeitung zugesichert. Spranger versprach am Mittwoch im Innenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses "vollständige Transparenz". Während die Berliner Justiz sich vor einer undifferenzierten Kritik verwahrte, brachten die Grünen einen Untersuchungsausschuss in der kommenden Legislaturperiode ins Gespräch. Spranger sagte, es stellten sich die Fragen, ob der Anschlag hätte verhindert werden können, ob es Schwachstellen gegeben habe oder ob Fehler gemacht worden seien. "Das werden wir gründlich aufarbeiten und vollständige Transparenz herstellen." Am Samstag hatten hunderttausende Menschen unter dem Motto „Haltung ist hot” am Christopher Street Day in Berlin teilgenommen. Die jährlich organisierten CSD-Kundgebungen erinnern an den 28. Juni 1969, als die Polizei die Schwulenbar „Stonewall Inn” in der Christopher Street New York stürmte. Es folgten tagelange gewaltsame Auseinandersetzungen mit Aktivsten, die als Geburtsstunde der modernen Schwulen- und Lesbenbewegung gelten.