Live-Ticker Amokfahrt CSD Berlin: Berliner Senatorin stellt nach CSD-Attentat Forderung an Merz
Live-Ticker zum Anschlag auf Berliner CSDNach tödlichem CSD-Attentat – Berliner Senatorin stellt Forderung an Merz Horror beim CSD in Berlin! Am Samstagabend ist ein weißer Mini-Van durch den Großen Tiergarten in eine Menschenmenge gerast. Es gibt mindestens eine Tote und 29 Verletzte. Der Attentäter kann fliehen. Am Sonntagabend gelingt der Polizei in Berlin-Spandau dann der Zugriff – bei dem der Attentäter stirbt. Anschlag auf CSD in Berlin: Hier im Live-Ticker die Entwicklung verfolgen Wichtige Updates Johanna Kroke Berliner Senatorin stellt Forderungen an Kanzler Merz Berlins Senatorin für Vielfalt und Antidiskriminierung, Cansel Kiziltepe, fordert von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) einen Runden Tisch gegen Queerfeindlichkeit. „Einmal mehr sehen wir, dass queerfeindliche Gewalt tötet“, heißt es in einem Brief der SPD-Politikerin an den Regierungschef mit Bezug auf den islamistischen Anschlag vom Wochenende am Rand des CSD in Berlin. „In den letzten Tagen sind viele Vertreterinnen und Vertreter der queeren Community auf mich zugekommen und haben ihr Unverständnis über ihre fehlende Teilhabe am aktuellen politischen Diskurs geäußert“, so die SPD-Politikerin in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. „Ich schlage Ihnen auch aus diesem Grund vor, unserem Berliner Beispiel zu folgen und einen Runden Tisch gegen Queerfeindlichkeit auch auf Bundesebene einzuberufen, an dem ich als Beauftragte des Bundesrates gerne mitarbeite.“ Johanna Kroke Hunderte gedenken in Saarbrücken der Opfer von CSD-Anschlag Nach dem Anschlag am Rande des Berliner Christopher Street Days (CSD) haben Hunderte Menschen in Saarbrücken ihre Anteilnahme gezeigt. Die Veranstalter vom saarländischen Landesverband Queere Vielfalt (LSVD+ Saar) zählten mehr als 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Tbilisser Platz vor dem Saarländischen Staatstheater, der zum Zeichen der Solidarität bunt beleuchtet gewesen sei. „Mit über 500 Menschen hatten wir nicht gerechnet“, sagte Vorstandsmitglied Sebastian Thul laut einer Mitteilung. „Wir trauern heute. Aber wir werden unsere Lebensweise nicht ändern.“ Die Menschen hätten ein klares Zeichen gegen Hass, gegen Hetze und für den Schutz queerer Menschen gesendet, sagte Bildungs- und Kulturministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) in einem Video, das bei Instagram zu sehen war. Die Polizei sprach von einem friedlichen Verlauf der Veranstaltung und bestätigte die Teilnehmerzahl. Der LSVD+ verurteile den queerfeindlichen und islamistischen Anschlag auf das Schärfste. „Wir verurteilen islamistischen Terror in jeder Form. Aber wir stellen nicht alle Musliminnen und Muslime unter Generalverdacht“, sagte Vorstandsmitglied Julia Zimmermann. „Religion und Ideologie sind zwei verschiedene Dinge. Wir wissen aus eigener Erfahrung, was pauschale Zuschreibungen anrichten.“ Camilla Koziol „Ich fühle mich wie im falschen Film“: Ex-Anwalt spricht über CSD-Attentäter Der frühere Anwalt des mutmaßlichen Attentäters Abdul Ballout zeigt sich nach der Tat erschüttert. „Ich fühle mich wie im falschen Film“, sagte Strafverteidiger Yalcin Geyhan der „Süddeutschen Zeitung“. Rückblickend bezeichnet er seinen ehemaligen Mandanten als „Manipulator“. Ballout habe behauptet, selbst von IS-Anhängern beeinflusst worden zu sein – tatsächlich sei er derjenige gewesen, der andere getäuscht habe. Die Entscheidung des Amtsgerichts Tiergarten, Ballout nach seiner Verurteilung im Mai 2026 aus der Untersuchungshaft zu entlassen, habe er damals für nachvollziehbar gehalten. Der Richter habe sorgfältig und im Rahmen der geltenden Rechtslage entschieden. Nach dem Anschlag mit einer Toten und 31 Verletzten steht die Haftentscheidung jedoch massiv in der Kritik. Camilla Koziol Spurensuche geht weiter Einsatzkräfte der Polizei suchen auch am Mittwoch (29. Juli) noch in der Nähe des Tatorts des Anschlags auf den Christopher Street Day (CSD) nach Spuren. Im Tiergarten war am Rande des CSD ein Mann mit einem Fahrzeug in eine Menschenmenge gefahren. Sven Kaeuler/dpa Am Samstag hatten hunderttausende Menschen unter dem Motto „Haltung ist hot” am Christopher Street Day in Berlin teilgenommen. Die jährlich organisierten CSD-Kundgebungen erinnern an den 28. Juni 1969, als die Polizei die Schwulenbar „Stonewall Inn” in der Christopher Street New York stürmte. Es folgten tagelange gewaltsame Auseinandersetzungen mit Aktivsten, die als Geburtsstunde der modernen Schwulen- und Lesbenbewegung gelten.