Liveblog zum Ukraine-Krieg: Putin stockt russische Armee auf 1,55 Millionen Soldaten auf
Newsblog zum Ukraine-KriegPutin stockt russische Armee auf 1,55 Millionen Soldaten auf
29. September 2026, 1:21 Uhr|
Die Zahl der aktiven Soldaten steigt um 15.500. Der russische Präsident hat das entsprechende Dekret bereits unterschrieben.
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Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Weiter heftige Angriffe auf Kiew
Papst fordert Gespräche über Kriegsende in Ukraine
Putin stockt russische Armee auf 1,55 Millionen Soldaten auf
Bericht: Russland plant 2027 höchste Militärausgaben seit Kriegsbeginn
Selenskij: Russland hat mit Mobilmachung begonnen
Ulrike Putz
Putin stockt russische Armee auf 1,55 Millionen Soldaten auf
Der russische Präsident Wladimir Putin stockt die Armee seines Landes einem Dekret zufolge auf 1,55 Millionen Soldaten auf. Die Zahl der aktiven Soldaten steigt damit um 15.500. Die Maßnahme folgt auf eine ähnliche Anhebung im August.
Ulrike Putz
Weiter heftige Angriffe auf Kiew
Das russische Militär setzt seine heftigen Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew fort. Die ukrainische Luftwaffe warnte in der Nacht vor einer Bedrohung durch ballistische Raketen in der Region. Berichten zufolge waren in Kiew Explosionen zu hören. Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete bei Telegram von Schäden in mehreren Teilen der Hauptstadt.
Im Stadtteil Solomjanka sei ein Verwaltungsgebäude getroffen worden, zudem seien Raketentrümmer in den Hof eines Wohnhauses gefallen, teilte Klitschko mit. Auch ein Gebäude einer Bildungseinrichtung wurde demnach getroffen, es gebe einen Brand. Im zentralen Stadtteil Petschersk sei es in einem dreistöckigen Nichtwohngebäude zu einem Brand gekommen.
Bereits im Tagesverlauf hatte es eine Serie russischer Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt gegeben. Dabei wurde nach offiziellen Angaben auch eine Klinik getroffen. Zuvor was das Gebäude der Akademie der Wissenschaften getroffen worden. Nach Angaben vom Abend gab es dabei zwei Todesopfer. Bürgermeister Klitschko teilte mit, bei russischen Angriffen seien im Tagesverlauf in der Hauptstadt 24 Menschen verletzt worden.
Ein Krankenhaus brannte nach einem russischen Drohnenangriff auf die Innenstadt von Kiew. (Evgeniy Maloletka/AP/dpa)
Ulrike Putz
Papst fordert Gespräche über Kriegsende in Ukraine
Papst Leo XIV. hat neue internationale Anstrengungen für Gespräche über ein Ende des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine gefordert. „Wir müssen die Staats- und Regierungschefs Russlands, der Ukraine und anderer Länder auffordern, sich zu treffen, sich an einen Tisch zu setzen, miteinander zu sprechen“, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche auf dem Heimflug von seiner Frankreich-Reise.
Als Ziel nannte er es, „Lösungen für diese Probleme zu finden – anstatt auf Kriegen zu bestehen, die keinen Sinn mehr haben“. Der russische Angriffskrieg gegen das Nachbarland dauert bereits seit mehr als viereinhalb Jahren an. Auch Vermittlungsbemühungen des Vatikans brachten bislang keine Fortschritte. Der Papst äußerte sich vor Journalisten in der Maschine, die ihn nach vier Tagen in Frankreich nach Rom zurückbrachte.
Bericht: Russland plant 2027 höchste Militärausgaben seit Kriegsbeginn
Russland will seine Militärausgaben im Jahr 2027 auf einen neuen Höchststand seit Beginn des Krieges in der Ukraine anheben. Geplant seien Ausgaben von 17,1 Billionen Rubel (rund 178 Milliarden Euro), wie aus Regierungsdokumenten hervorgeht, die der Nachrichtenagentur Reuters nach eigenen Angaben vorliegen. Dies entspricht einer Steigerung von rund 27 Prozent gegenüber dem ursprünglich veranschlagten Budget von 13,5 Billionen Rubel.
Insgesamt sollen sich die Rüstungsausgaben in den kommenden drei Jahren auf 50 Billionen Rubel belaufen. Für das Jahr 2026 waren ursprünglich 12,1 Billionen Rubel für die Verteidigung vorgesehen, die tatsächliche Summe ist jedoch als geheim eingestuft. Zudem können Teile der Militärausgaben in anderen Bereichen des Haushalts verbucht werden.
Die steigenden Militärausgaben belasten den russischen Haushalt. Den Dokumenten zufolge verdoppelte die Regierung ihre Prognose für das Haushaltsdefizit im Jahr 2026 auf 3,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), nachdem zuvor 1,6 Prozent erwartet worden waren. Die Gesamtausgaben sollen 2026 um 13,2 Prozent auf 48,6 Billionen Rubel oder 20,9 Prozent des BIP steigen. Um das Defizit zu finanzieren, plant die Regierung für 2027 Steuererhöhungen. Unter anderem soll eine neue Sondersteuer für Metall- und Bergbauunternehmen jährlich rund 200 Milliarden Rubel einbringen. Der Haushaltsentwurf soll dem Parlament bis zum 1. Oktober vorgelegt werden.
Selenskij: Russland hat mit Mobilmachung begonnen
Russland hat nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij bereits mit einer zusätzlichen Mobilmachung begonnen. „Sie (die Russen) planen auch, verstärkt Ausländer einzubeziehen“, sagte Selenskij in seiner abendlichen Videoansprache und berief sich auf Erkenntnisse der ukrainischen Geheimdienste. Seit Monaten wird über eine neue Mobilmachung in Russland spekuliert, um die zuletzt starken Verlusten an den Frontlinien in der Ukraine auszugleichen. Kremlchef Wladimir Putin hat solche Befürchtungen bisher kategorisch zurückgewiesen.
Zudem gebe es neue Informationen zur Präsenz nordkoreanischer Soldaten in Russland. „Derzeit befinden sich mehr als 8 000 nordkoreanische Soldaten auf russischem Territorium“, sagte Selenskij. „Darüber hinaus wird die Entsendung eines Kontingents von weiteren 10 000 Soldaten vorbereitet – diese werden ausgewählt, um eine Ausbildung zu absolvieren und anschließend nach Russland verlegt zu werden.“
Russland bezahle dafür unter anderem mit Technologien, und im Gegenzug für diese Hilfe sei mit technischer Unterstützung Russlands auf nordkoreanischem Territorium die Produktion von Angriffsdrohnen vom Typ Shahed aufgenommen worden. „So breitet sich das Böse aus, und so greift eine Bedrohung für das Leben in einem Teil der Welt auf andere Teile der Welt über.“
Wadephul: Weitere Gespräche mit Russland derzeit sinnlos
Bundesaußenminister Johann Wadephul hält weitere Treffen mit Russland nach dem Gespräch mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow in New York nur unter Bedingungen für sinnvoll. „Folgetreffen machen nur dann Sinn, wenn Russland ernsthaft zu Verhandlungen bereit ist“, sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seinem niederländischen Kollegen Tom Berendsen in Den Haag.
„Die Reaktion, die ich jetzt öffentlich von Herrn Lawrow gehört habe, zeigt ja zum jetzigen Zeitpunkt keine ernsthafte Gesprächsbereitschaft“, sagte Wadephul. Alle, die immer wieder gefordert hätten, man müsse endlich mit Russland direkte Gespräche führen, sähen nun, „dass auch direkte Gespräche dann nichts bringen, wenn der Gesprächspartner auf einer fundamentalen Position der weiteren Kriegsführung beharrt“. Er fügte hinzu: „Solange das der Fall ist, glaube ich, brauchen wir das Gespräch nicht fortsetzen.“
Putin stellt Metro-Geschäft in Russland unter Zwangsverwaltung
Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Vermögenswerte des deutschen Handelskonzerns Metro unter vorübergehende staatliche Verwaltung gestellt. Dies geht aus einem am Montag veröffentlichten Präsidialdekret hervor. Die Entscheidung fällt in eine Phase verschärfter Spannungen zwischen Moskau und Berlin wegen des Ukraine-Kriegs.
Das Dekret nannte keine Gründe für den Schritt. Der Handelskonzern war anders als zahlreiche andere westliche Unternehmen nach dem russischen Überfall auf die Ukraine im Land geblieben. Metro tue dies aus Rücksicht auf Mitarbeiter und Kunden, hatte der Konzern immer wieder erklärt. Metro hat noch 91 Märkte in Russland.
In diesem Monat hatte Putin unter anderem bereits den Lebensmittelhersteller Nestlé und die französische Warenhauskette Auchan unter externe Verwaltung gestellt. Der Kreml hatte zu den früheren Entscheidungen erklärt, dass es sich um Unternehmen aus sogenannten unfreundlichen Ländern handle, deren Staatsführungen durch die Hilfe für Kiew in den Ukraine-Krieg verwickelt seien.
Selenskij: Auch Klinik in Kiew getroffen
Bei einer Serie russischer Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew ist nach offiziellen Angaben auch eine Klinik getroffen worden. „Derzeit versuchen die Rettungskräfte, den Brand schnellstmöglich zu löschen“, schrieb Präsident Wolodimir Selenskij auf Telegram. Zu möglichen Opfern dieses Angriffs wurden keine Angaben gemacht. Die private Klinikkette Dobrobut bestätigte der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine den Angriff. Bürgermeister Vitali Klitschko teilte am Abend mit, bei russischen Angriffen seien im Tagesverlauf in der Hauptstadt 24 Menschen verletzt worden.
Anna Schimpp
Nationale Akademie der Wissenschaften in Kiew in Flammen
In Kiew hat ein russischer Angriff das Gebäude der Nationalen Akademie der Wissenschaften getroffen. Das teilte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij mit. Die Akademie liegt nur etwa 150 Meter Luftlinie von der deutschen Botschaft entfernt. Eine Rettungsaktion laufe, es werde nach Menschen gesucht, die sich möglicherweise in dem historischen Gebäude befinden. Dazu veröffentlichte er ein Video, das massives Feuer und schwere Schäden in und um das Gebäude zeigt.
Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb bei Telegram von mindestens einer Toten und drei Verletzten infolge eines Drohnenangriffs auf ein Nichtwohngebäude im historischen Teil des Stadtzentrums. Ukrainische Medien verbreiteten Videos, auf denen Feuer im Inneren der Akademie zu sehen waren. Menschen in den oberen Stockwerken flüchteten vor den Flammen auf die Fenstersimse und warteten auf Rettung durch die Feuerwehr.
Selenskij verwies zugleich auf die heftigen russischen Angriffe seit der Nacht. Moskau hatte schon in der Nacht mehrere Regionen des Landes attackiert und seine Angriffe am Tag fortgesetzt. An mehreren Orten gab es Tote. Russland müsse zur Verantwortung gezogen werden und echte Konsequenzen spüren, schrieb er und warf Moskau Terror vor.
Auswärtiges Amt: Russland nutzt Wadephul-Treffen für Propaganda
Die Bundesregierung wirft Russland vor, das Treffen der Außenminister beider Länder für Propaganda zu missbrauchen. Es gebe den Versuch, das Treffen propagandistisch zu instrumentalisieren, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. „Wir wissen natürlich um, sage ich mal, den propagandistischen Mehrwert eines physischen Treffens, der ja auch von russischer Seite entsprechend genutzt wird und genutzt wurde“, sagte der Sprecher. „Dennoch war es, glaube ich, an dieser Stelle vertretbar, ein physisches Treffen zu haben, um auch noch einmal klarzumachen, was unsere Positionen sind.“
Der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) hatte sich am Samstag am Rande der UN-Generalversammlung in New York mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow getroffen. Das erste bilaterale Treffen der Außenminister der beiden Länder seit Beginn der russischen Invasion in die Ukraine dauerte 20 Minuten.
Nach Ansicht der Bundesregierung und der EU zeigte das Gespräch, dass Russland kein Interesse an Friedensverhandlungen hat. Die Positionen seien „meilenweit“ voneinander entfernt gewesen, erklärte das Auswärtige Amt. Das Treffen habe die Einschätzung der Bundesregierung bestätigt, dass Moskau weiterhin nicht zu ernsthaften Verhandlungen über einen Waffenstillstand oder ein Ende des Krieges bereit sei. Auch die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas erklärte, die Reaktion Lawrows auf das Treffen zeige, dass Russland nicht an Frieden interessiert sei.
Wadephul sagte, die diplomatische Funkstille nach dem russischen Angriff sei richtig gewesen, nun müsse man jedoch wieder sprechen. Europa dürfe die Verhandlungen nicht allein den USA überlassen. Weitere Gespräche mit Vertretern der russischen Regierung sind nach Angaben der Bundesregierung derzeit jedoch nicht geplant.
Ukraine meldet Tote nach russischen Angriffen im Raum Dnipro
Bei russischen Angriffen sind nach Angaben aus der Ukraine in der Großstadt Dnipro und ihrem Umland mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Russland habe die Innenstadt von Dnipro attackiert, schrieb der Militärgouverneur der Region, Oleksandr Hanscha, auf Telegram. Dabei seien mindestens drei Menschen getötet und 15 weitere verletzt worden. Hanscha veröffentlichte Fotos und Videos, die Zerstörungen, Feuer und Rauch an einem Gebäude zeigen.
In der Stadt Synelnykowe habe das russische Militär ein Logistikzentrum attackiert. Dort sei mindestens eine Person getötet worden. Außerdem gebe es drei Verletzte, darunter ein 15-Jähriger. Er befinde sich im Krankenhaus und sein Zustand sei kritisch, schrieb Hanscha. Die Suche nach weiteren Vermissten laufe. Ein großflächiges Feuer sei ausgebrochen.
Carim Soliman
Spannungen zwischen Ukraine und Südkorea wegen Kriegsgefangener
Im Streit wegen der Überstellung zweier nordkoreanischer Kriegsgefangener hat das südkoreanische Außenministerium den Geschäftsträger der ukrainischen Botschaft in Seoul einbestellt. Südkorea wirft der Ukraine vor, eine Vereinbarung über die vertrauliche Behandlung der Überstellung gebrochen zu haben.
Die ukrainische Darstellung, wonach es keine solche Vereinbarung gegeben habe, untergrabe „ernsthaft das Vertrauen zwischen den beiden Regierungen“ und gefährde die freundschaftlichen Beziehungen, erklärte Vize-Außenminister Park Yoon-joo. Er forderte von der ukrainischen Regierung eine offizielle Erklärung und Entschuldigung.
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hatte am vergangenen Mittwoch in seiner Rede bei der UN-Generaldebatte in New York erstmals öffentlich mitgeteilt, dass die Ukraine zwei nordkoreanische Kriegsgefangene nach Südkorea überstellt habe. Die beiden Soldaten waren im Januar 2025 in der russischen Grenzregion Kursk gefangen genommen worden. Berichten zufolge hatten sie den Wunsch geäußert, nach Südkorea überzusiedeln. Die südkoreanische Regierung hatte sich wiederholt bei Kiew für ihre Überstellung eingesetzt.
Nach der Bekanntgabe kritisierte Südkoreas Präsident Lee Jae-myung seinen Amtskollegen Selenskij. Es handle sich um ein äußerst sensibles Thema mit erheblichen Auswirkungen auf die Sicherheit auf der koreanischen Halbinsel, schrieb Lee auf der Plattform X. Die südkoreanische Regierung habe sich deshalb mit der ukrainischen Seite auf eine vertrauliche Behandlung verständigt. Angehörige nordkoreanischer Geflüchteter sind in Nordkorea häufig Repressionen ausgesetzt.
Nach Schätzungen des südkoreanischen Geheimdienstes hat Nordkorea rund 15 000 Soldaten zur Unterstützung Russlands in den Krieg gegen die Ukraine entsandt. Vermutet wird, dass Nordkorea im Gegenzug von Russland Geld, Militärtechnik und Sicherheitsgarantien erhält.
Anna Schimpp
Russischer Angriff auf Wohnhaus in Charkiw: 35 Verletzte
Bei russischen Angriffen sind in der Ukraine erneut zwei Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. In Charkiw im Osten des Landes wurden nach Angaben von Bürgermeister Ihor Terechow 35 Menschen verletzt. Zunächst hatte er von 29 Verletzten bei einem russischen Angriff auf ein Wohnhaus gesprochen, darunter zehn Minderjährige. Russland habe Gleitbomben eingesetzt.
Auch die Hauptstadt Kiew und ihr Umland war einmal mehr Ziel russischer Attacken. In der Region Kiew kamen Präsident Wolodimir Selenskij zufolge zwei Menschen durch russische Angriffe ums Leben. Bei einem der Getöteten handele es sich um einen aserbaidschanischen Staatsbürger. Selenskij schrieb außerdem von Drohnenangriffen und Schäden unter anderem an Wohnhäusern, Telekommunikationsinfrastruktur und Tankstellen in Kiew. In der Region Odessa sei ein Schiff unter der Flagge von Palau getroffen worden. Regionale Behörden sprachen dort von zwei Verletzten.
Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte Angriffe unter anderem auf Datenzentren in Kiew. Sie hätten die ukrainische Armee mit Mobilfunk und Internet versorgt, hieß es zur Begründung.
Im Gebiet Odessa seien unter anderem ein Logistikzentrum und ein Schiff attackiert worden. Das Schiff habe Güter für die ukrainischen Streitkräfte transportiert, hieß es. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen. Bereits in den vergangenen Tagen hatte Russland Datenzentren in der Ukraine attackiert, woraufhin Internetanbieter von kurzzeitigen Problemen berichteten.
Die Ukraine nahm ihrerseits Ziele im russischen Hinterland ins Visier. Selenskij zufolge attackierte das Militär unter anderem zwei Rüstungsbetriebe in den Regionen Tula und Woronesch, Anlagen der Ölindustrie im Gebiet Krasnodar und Ziele im Schwarzen Meer und der Region Brjansk. Im Gebiet Tula machte Gouverneur Dmitri Miljajew keine Angaben zu möglichem Drohnenalarm oder Schäden. In der Region Woronesch sprach Gouverneur Alexander Gussew von 20 abgewehrten Drohnen. Vier Menschen seien verletzt worden, davon drei Kinder.
In der an die Ukraine grenzenden Region Brjansk stürzte laut dem kommissarischen Gouverneur Jegor Kowaltschuk ein Teil einer Brücke infolge eines Angriffs ein. Zehn Waggons eines Zugs seien daraufhin entgleist. Andernorts seien 18 offene Güterwaggons durch einen Angriff entgleist. Der Zivilschutzstab im Gebiet Krasnodar berichtete von herabstürzenden Drohnentrümmern, die Brände bei drei zivilen Unternehmen ausgelöst hätten.
Ukraine: Militär erobert weiteres Gebiet in Region Donezk zurück
Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben im Norden der östlichen Region Donezk weiteres Territorium von den russischen Streitkräften zurückerobert. Das Dritte Armeekorps habe ein Gebiet von 51 Quadratkilometern wieder unter seine Kontrolle gebracht, sagte Brigadegeneral Andrij Biletskyj am Montag. Er befehligt die Einsätze in dem Gebiet seit vergangenem Monat.
Ziel des Einsatzes mit dem Namen „Vivaldi“ sei es, den russischen Angriff auf wichtige ukrainische Stützpunkte im Osten des Landes zu erschweren, erklärte Biletskyj. Insgesamt seien bei dieser Offensive 176 Quadratkilometer im Norden von Donezk zurückgewonnen worden. Dabei seien drei Dörfer befreit und zwei weitere Ortschaften gesichert worden.
Nach Einschätzung der in Washington ansässigen US-Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) hat die Offensive das strategisch wichtige Ziel erreicht, die russischen Bemühungen zur weiträumigen Einkesselung des sogenannten Festungsgürtels aus ukrainischen Städten zu stören. Zwar haben sich die russischen Vorstöße an der Front in diesem Jahr verlangsamt, die Truppen rücken jedoch von Süden her auf einige Städte vor und dringen auch weiter in die östliche Stadt Kostjantyniwka vor.
Im Raum Donezk finden seit Langem einige der schwersten Kämpfe des Krieges statt. Die Ukraine hält derzeit noch etwa 20 Prozent des Gebiets, während Russland die vollständige Kontrolle anstrebt. Die Übernahme von Donezk ist eine der Hauptforderungen Moskaus bei den derzeit stockenden Verhandlungen für ein Kriegsende, die die USA wiederbeleben wollen. Zu Beginn des Jahres hatte die Ukraine bei einer monatelangen Gegenoffensive im Südosten nach eigenen Angaben mehr als 700 Quadratkilometer zurückerobert.
Ukraine: Fünf Tote bei russischen Drohnenangriffen
Bei einem russischen Angriff auf einen Markt in einem Vorort der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind nach ersten Angaben mehrere Menschen getötet und verletzt worden. Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete am Abend auf Telegram von zwei Toten und mindestens vier Verletzten. Andere Quellen sprachen von mindestens zehn Verletzten. Der Kiewer Militärverwalter Timur Tkatschenko sprach ebenfalls von zwei Todesopfern nach dem Drohnenangriff auf den Markt im Bezirk Butscha.
In der nordukrainischen Stadt Sumy starben unterdessen dem regionalen Gouverneur Oleh Hryhorow zufolge zwei Menschen durch Gleitbomben. In Charkiw im Nordosten des Landes wurde der Fahrer eines Autos durch einen Drohneneinschlag getötet.
Die ukrainische Hauptstadt war im Tagesverlauf mehrmals von russischen Kampfdrohnen angegriffen worden. Bei Einschlägen in verschiedenen Gebäuden waren nach Angaben von Klitschko neun Menschen verletzt worden.