Liveticker: Militär-Übung und Proteste - was bei "Red Storm Charlie" passiert
Stand: 24.09.2026 17:55 Uhr
Bis Sonnabend findet in Hamburg die Militär-Übung "Red Storm Charlie" statt. Bundeswehr, Blaulichtorganisationen und Unternehmen proben den Ernstfall. NDR.de begleitet die Übung und auch die Proteste in einem Live-Blog.
Hubschraubereinsatz bei Drohnen-Übung
Bei der Drohnenübung im Hamburger Hafen hat sich ein Polizist des SEK vom Hubschrauber abgeseilt, um einen mutmaßlichen Drohnenpiloten zu verhaften. Zuvor hatte eine Bundeswehr-Drohne mit einem Netz eine unbekannte Drohne unschädlich gemacht, die im Szenario der Übung mit Sprengstoff beladen war.
Grote betont Bedeutung der Übung
Auch Innensenator Andy Grote (SPD) ist dabei. "Für uns ist wichtig, dass es nicht nur Szenarien sind, die erst eintreten können, wenn wir im Spannungs- oder Verteidigungsfall sind.
Das Thema Drohnenangriff auf den Hamburger Hafen als kritische Infrastruktur ist etwas, womit wir uns natürlich auch jetzt schon beschäftigen", sagte er. Zu einer Drohnenübung im Hafen erklärte er: "Die kleine Drohne, die Sie gesehen haben, die bekämpft wurde, war quasi ein Original-Nachbau der Leipzig-Drohne. Das ist genau eine solche Drohne mit einem solchen Sprengsatz, wie wir sie in Leipzig gehabt haben."
Konzert für den Frieden am Jungfernstieg
Auf dem Hamburger Jungfernstieg findet noch bis 19 Uhr ein Konzert für den Frieden statt, bei dem gegen die Übung "Red Storm Charlie" protestiert wird. Mit der musikalischen Kundgebung soll die Hamburger Bevölkerung in die Friedensaktivitäten involviert werden. Motto: "Wer musiziert, der nicht marschiert". Auf dem Programm standen Gina Pietsch und Frauke Pietsch mit Darbietungen aus ihrem Bertolt-Brecht-Abend sowie Tornado Rosenberg mit Sinti-Jazz und Swing gegen Gehorsam und Gleichschritt.
Mehr als 1.500 Mitwirkende bei "Red Storm Charlie"
Der Kommandeur des Landeskommandos Hamburg, Kapitän zur See Kurt Leonards, sagte: "Das Besondere bei dieser Übung ist, dass uns die zivilen Teilnehmer in der Anzahl mittlerweile überholt haben." Insgesamt gebe es deutlich mehr als 1.500 Mitwirkende.
Im Mittelpunkt der Übung stünden Kommunikation, Koordination und das gemeinsame Handeln in komplexen Lagen wie ein Chemieunfall, ein Sabotageakt auf einen Zug mit militärischen Gütern, ein Massenanfall von verletzten Soldatinnen und Soldaten sowie die Einrichtung einer alternativen Behandlungseinrichtung in geschützten unterirdischen Räumlichkeiten. Geplant ist auch ein Konvoi durch die Stadt mit bis zu 70 Militärfahrzeugen.
Drohne wird bei einer Übung unschädlich gemacht
Bei einer Übung auf dem Terminalgelände O'Swaldkai des Hafenlogistikers HHLA ist eine Drohne unschädlich gemacht worden. Dabei hat sich ein SEK der Polizei abgeseilt und der Täter ist festgenommen worden. Bei der Übung waren Einsatzkräfte der Polizei und Feldjäger der Bundeswehr im Einsatz.
Wie läuft der erste Tag von "Red Storm Charlie" ab?
Bundeswehr-Sprecher Jürgen Bredtmann im Gespräch mit NDR Hamburg.
Protestcamp ist aufgebaut
Das Bündnis "Rheinmetall entwaffnen" hat Störaktionen gegen das Nato-Manöver "Red Storm Charlie" angekündigt. Es kritisiert eine Militarisierung der Gesellschaft. "Schon längst geht es nicht mehr nur um Rüstungsindustrie und Militär", sagte Sprecherin Jule Liebig. Das werde beim Nato-Manöver "Red Storm Charlie" besonders deutlich. Auch die Uni, das Arbeitsamt, Logistikunternehmen, Krankenhäuser und sogar der Lebensmittelhändler Edeka seien in das Manöver eingebunden. "Für einen reibungslosen Ablauf der Kriege müssen all diese Institutionen und die Leute, die darin arbeiten, auf militärische Linie gebracht werden." Als zentraler Anlaufpunkt für Protestaktionen dient dem Bündnis eine sogenannte "Störmanöver-Zentrale" im Alten Elbpark.
Was bei "Red Storm Charlie" geplant ist
Firmen simulieren Stromausfall
Neu ist, dass bei dieser zivilen- militärischen Zusammenarbeit auch Firmen mitmachen. So simulieren Hamburger Unternehmen im Rahmen der Übung "Red Storm Business" zum Beispiel einen Stromausfall und der Lebensmittelhändler Lidl geht ein Szenario durch, bei dem die Lieferketten unterbrochen werden.
Übung "Red Storm Charlie" beginnt
Am Nachmittag hat die Übung "Red Storm Charlie" mit 500 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr begonnen. Wir begleiten die Übung mit einem Live-Blog. Aktuell ist NDR Hamburg Reporter Elias Bartl im Konvoi der Bundeswehr im Hamburger Hafen. Er wird die Übung bis heute Nacht begleiten. "Aktuell kreisen Hubschrauber der Bundeswehr über uns", berichtet er. Schiffe der Wasserschutzpolizei sind ebenfalls im Einsatz. Die Übung soll bis 23.30 Uhr gehen.
Live-Ticker startet am Donnerstag 15 Uhr
Donnerstagnachmittag startet die große Übung, bei der Bundeswehr und viele zivile Organisationen den Ernstfall in Hamburg proben. NDR Hamburg ist mit Reporterinnen und Reportern dabei und begleitet auch die Proteste. Was auf Hamburg zukommt, hat das NDR Hamburg Journal schon am Dienstag zusammengefasst: