Lohr: Tausend Gesichter: Parkinson
Ein gehaltvoller Vortrag von Anne Lahoda über „Medikamentöse Therapie und Ernährung bei Parkinson“ war kürzlich in der „Alten Post“ in Sendelbach zu hören. Die Lohrer Apothekerin konnte sich der Aufmerksamkeit der 26 Anwesenden sicher sein, denn sie sprach auf Einladung der Parkinson-Selbsthilfegruppe.
Kurz zum Inhalt: Was Betroffene gemeinsam haben, ist eine Mangelversorgung des Gehirns mit Dopamin. Dieser Zustand greift das zentrale Nervensystem an, ein Prozess, der lange vor den ersten Symptomen in Gang kommt und dann zunehmend Störungen verursacht, insbesondere im Bewegungsapparat. Damit ist es aber mit den Gemeinsamkeiten schon fast vorbei, denn „Parkinson ist die Krankheit mit den tausend Gesichtern“, so Lahoda – was im Raum unweigerlich ein wissendes Seufzen hervorrief.
Zwar lässt sich das Fortschreiten der Erkrankung (noch) nicht aufhalten, die Folgen im Alltag kann man aber abmildern, indem man dem Gehirn das Vorhandensein von Dopamin vorspiegelt. Da solche Medikamente jeweils dem Auf und Ab des individuellen Stoffwechsels und unterschiedlicher Lebensgewohnheiten ausgesetzt sind, bleibt ihr Austarieren bei jedem Einzelnen eine beständige Aufgabe. Die Herausforderung wird im Übrigen keineswegs kleiner, wenn sich noch weitere Erkrankungen hinzugesellen, die sich von parkinsontypischen Symptomen nicht trennscharf unterscheiden lassen.
Dennoch lässt sich einiges tun, wie die Apothekerin betont, zum Beispiel: den Austausch in einer Selbsthilfegruppe wie dieser pflegen. Ansonsten ist aus ihrer Sicht schon viel gewonnen, wenn man Erkenntnisse über gesunde Lebensführung „so beherzigt, wie es eigentlich alle tun sollten“. Will heißen: ausgewogen ernähren – „von allem etwas, von nichts zu viel“. Ausreichend trinken. Bewegung – und Bewegung! Nicht zuletzt: Tagesabläufe möglichst gleichmäßig gestalten.
Für Betroffene außerdem: Die empfohlenen Einnahmezeitpunkte sowie die Abstände zwischen Tabletten und Mahlzeiten einhalten. Vitamin- und Mineralstoffversorgung: im Blick behalten. Und sobald Schwankungen oder Symptome irritieren oder eine neue Medikation zu beobachten ist: Tagebuch führen. Schließlich, nicht zu vergessen: Fragen Sie Ihre Apothekerin.
Die Selbsthilfegruppe trifft sich jeden dritten Dienstag im Monat im Landgasthof „Zur Alten Post“ in Lohr-Sendelbach; nächstes Mal am 15. September um 15 Uhr. Kontakt: Parkinson-Shg-Lohr@t-online.de
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