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Lotto-Gier: Mann bricht Mädchen Arm - „Ist dann einfach weggegangen“

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Lotto-Gier: Mann bricht Mädchen Arm – „Ist dann einfach weggegangen“

Von: Maria Weininger

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In Ebersberg verfolgen rund 100 Menschen den Ballonstart eines Radiosenders, mehr als die Hälfte Kinder. Die Mutter bittet Augenzeugen um Hinweise und will Anzeige erstatten.

Ebersberg – Bei bestem Biergartenwetter hat ein Münchner Radiosender vor einem Landgasthof am westlichen Ortsrand von Ebersberg einen Heißluftballon starten lassen. Ein Ereignis, das man selten hautnah erlebt: Langsam füllte sich die Ballonhülle mit heißer Luft, sanft stieg der Ballon in die Luft. Etwa 100 Menschen hatten das Ereignis verfolgt, darunter waren mehr als die Hälfte Kinder. Eine tolle und friedliche Stimmung sei das gewesen, erzählt eine Frau, die dabei war. Das war aber noch nicht alles. „Glück von oben“, hatte der Radiosender versprochen: „Wir lassen Lottoscheine vom Himmel regnen“, vorausgefüllt, im Wert von jeweils 2,50 Euro. Dann aber wurde das Ereignis durch rücksichtsloses Verhalten getrübt, wie der Fall einer Zehnjährigen aus Ebersberg zeigt.

Mann stürzt sich auf Scheine am Boden

Die Wahrscheinlichkeit, einen Lottoschein mit sechs Richtigen zu ergattern, liegt nach mathematischen Berechnungen bei 1 zu 140 Millionen. Eine schöne Aktion also, bei der man aber nicht allzu viel Erfolg erwarten sollte. Der leidenschaftlichen Jagd nach den Scheinen hat die geringe Gewinnchance jedoch offensichtlich keinen Abbruch getan. In Erwartung des erhofften „Geldregens“ wurde gerempelt und gestoßen, dabei kam es zu einem unglücklichen Unfall. Die zehnjährige Klara erzählt, wie sie sich mit Freundinnen auf dieses Ereignis gefreut habe, erst der Start des Ballons und dann noch die Lottoscheine. Und tatsächlich habe sie einen auf dem Boden liegenden Lottoschein ergattern können. Sie sei gekniet, da habe sich ein Mann auf andere Scheine am Boden gestürzt, die sich bereits eine Person gesichert habe, und sei dabei auf ihrem Unterarm gelandet. So beschreibt das Kind den Verlauf. Der Mann habe sich erst die Scheine der anderen Person geschnappt und riss danach dem Mädchen noch ihren Lottoschein aus der Hand.

„Beim Aufstehen hat er noch zu mir geschaut und ist dann einfach weggegangen.“ Klara schätzt den Mann auf etwa 60 Jahre, mit grauen Haaren und schwarzer Kleidung. Im allgemeinen Tumult konnte die Mutter des Mädchens, die wenige Meter von ihrer Tochter entfernt stand, den Mann nicht mehr verfolgen. Bei Klara wurde wenig später in der Notaufnahme der Kreisklinik eine Fraktur des Unterarmknochens festgestellt. Auch ihre Freundin habe ein unerfreuliches Erlebnis gehabt, erzählt Klara. Eine Frau habe dem Kind mehrere Lottoscheine entrissen.

„Beim Aufstehen hat er noch zu mir geschaut und ist dann einfach weggegangen.“

Die beiden Vorfälle hinterließen bei Fassungslosigkeit. „Ich fühle mich schlecht und bin total enttäuscht, dass sich Erwachsene so benehmen. Vor lauter Gier stürzen sich die Leute auf Lottoscheine und nehmen gar keine Rücksicht mehr auf die Kinder“, so Klara. Auch in ihrer Familie herrscht großes Entsetzen. Der Mann, der ihre Tochter schwer verletzt hat, sei offensichtlich „auf einen vermeintlichen Lottogewinn so sehr fokussiert gewesen, dass ihm jeglicher Anstand abhandengekommen ist“, sagt die Mutter. Sie werde Anzeige erstatten und bittet Augenzeugen um Hinweise. „Aber eigentlich würde ich hoffen, dass sich der Täter durch den Zeitungsbericht angesprochen fühlt.“ Vielleicht komme er ja zum Nachdenken und könne sich zu einer Entschuldigung durchringen.

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