Lübeck lebt die Vielfalt: 10.000 Teilnehmer beim CSD
Lübeck: Etwa 6.000 Teilnehmer hatten die Veranstalter angekündigt, die Polizei sprach in einer ersten Einschätzung von 10.000 Teilnehmern Und das trotz der bekannten Einschränkungen im Bahnverkehr (wir berichteten). Am Samstag, 15.08.2026 fand der bunte Umzug des „Christopher Street Day“ (CSD) in Lübeck statt. Aufgrund der verschärften Sicherheitsmaßnahmen mit mehr Sandsäcken, aber noch mehr Spaß. Auf dem Markt wurden die Teilnehmer unter anderem vom Schirmherrn der Veranstaltung, dem Lübecker Bürgermeister, begrüßt. Angekündigt als „Jan Lindau“, aber da ließ er sich nichts anmerken. Lindenau freute sich über das farbenfrohe Bild, das sich ihm von der Bühne aus bot. „Ich freue mich sehr, dass sich niemand hat abschrecken lassen“, sagte er. „Denn dafür gibt es zumindest in dieser Stadt auch keinen Grund“, sagte er. „Wir leben die Vielfalt, wir stehen dafür, dass unsere Gesellschaft frei und unbeschwert leben kann“, sagte Bürgermeister Jan Lindenau. „Und das zeigen wir jedes Jahr mit einer der größten CSD-Veranstaltungen in Schleswig-Holstein.“ Der Bürgermeister dankte dem CSD-Verein und den vielen Helfern, Unterstützern und auch den Ordnungskräften. „Damit wir auch weiterhin zeigen können: Diese Stadt ist vielfältig, frei und feiert auch unbeschwert.“ Die Streckenführung zum CSD verlief diesmal über Markttwiete, Schüsselbuden, Kohlmarkt, Sandstraße, Mühlenstraße, Königstraße, obere Wahmstraße, Kohlmarkt, Holstenstraße, Holstenbrücke, rechts am Holstentor vorbei, Holstentorplatz, machte einen Schlenker um die Lübecker Löwen, dann wieder Holstentorplatz, Holstenbrücke, Holstenstraße, Schüsselbuden und wieder zur Markttwiete. Die Abschlusskundgebung fand auf dem Markt statt. Besonders das Holstentor hob der Bürgermeister, der bei der Parade auch im „Big Red Bus“ mit buntem Sonnenschirm dabei war, hervor: „Unser Holstentor, unser Wahrzeichen der Stadt, hat eine Inschrift“, sagte Jan Lindenau. „Eintracht im Inneren und Frieden nach außen“, zitierte er. „Und das schon seit vielen hundert Jahren. Und wenn das unser Wahrzeichen ist, dann gilt es, das auch weiter zu verteidigen. Und deutlich zu machen, dass, wenn wir hier demonstrieren, dass wir mindestens auch einmal um dieses Symbol für Freiheit und Eintracht darumherumlaufen“. Das werde man tun, auch wenn Sicherheitsvorkehrungen den ein oder anderen Streckenverlauf nicht ermöglichen würden. „Das ist uns wichtig und das tun wir heute“, so Lindenau. Das gab einigen Applaus. „Ich wünsche also allen heute hier in Lübeck einen Happy Pride“, sagte Lindenau. „Habt Spaß, auch wenn das ein oder andere Thema uns so stark drückt, dass wir vielleicht mal im Herzen ein bisschen Angst haben. Aber zusammenstehen und gemeinsam für die Demokratie, für Freiheit und Vielfalt einzustehen, muss stärker sein als die Angst, die andere uns immer wieder versuchen mit Hass und Hetze in diese Gesellschaft zu treiben“. Tatsächlich waren sämtliche Straßen und auch Grünflächen, die zum Veranstaltungsgelände führten, mit Fahrzeugen und „Big Packs“ abgesperrt, was auch eine Folge des noch nicht lange zurückliegenden Anschlags in Berlin ist. Als erste Reaktion darauf, erzählte ein Vertreter des Lübecker CSD-Vereins, sei ein Anruf vom Ordnungsamt gekommen mit dem Satz „Absagen ist keine Option.“ Der Umzug blieb fröhlich und friedlich. Nur in der Nacht zuvor, war zu hören, hätten Unbekannte Regenbogenflaggen aus den Bannern geschnitten. Dabei seien davon, wurde gescherzt, doch genug auf der Veranstaltung zu haben … „Eintracht im Inneren, Friede nach außen“: Der CSD-Umzug führte wie immer auch um das Holstentor mit dem bekannten Spruch. Fotos: Helge Normann Text-Nummer: 181242 Autor: Helge Normann vom 15.08.2026 um 16.43 Uhr