Lucid Gravity im Test: Die wundersame Welt der Schwerkraft
Düsseldorf. Im Kreisverkehr Nummer sieben oder acht, irgendwo am Niederrhein nahe der niederländischen Grenze, bekommt dieser Test eine neue Wendung. Über Tage sind wir fehlerfrei mit dem Lucid Gravity unterwegs, doch mitten in der engen Kurve meldet der 34-Zoll-Bildschirm einen Fehler an der Hinterachse. Beim Ausfahren aus dem Kreisverkehr kehrt das Lenkrad nicht in seine gerade Position zurück. Es steht schief, so circa auf 30 Grad, das Auto fährt aber weiter geradeaus. Gelbe Warnhinweise erscheinen auf dem Display: „Bitte Service aufsuchen.“ Ausgerechnet hier, wo die optionale Hinterachslenkung ihren großen Auftritt haben sollte: Sie drückt den Wendekreis eines Fünf-Meter-SUVs immerhin auf handliche 11,7 Meter und sollte den Riesen leicht durch das Kreisverkehr-Karussell steuern. Stattdessen endet unser Test vorzeitig. Kein Neustart hilft, das Lenkrad bleibt schief. Wie konnte das nur passieren? Lucid hat mit dem Gravity ein Auto gebaut, das jeder Schwerkraft trotzt. Fast fünf Meter ist das SUV lang, 2,20 Meter breit und bringt fast 2,8 Tonnen auf die Waage. Und trotzdem beschleunigt der Gravity wie ein Sportwagen, schluckt fast so viel Gepäck wie ein VW-Bus und ist dabei so komfortabel wie eine Oberklasse-Limousine. Eigentlich kann dieses Auto alles.