Lückenkemper leidet, Formel 1 in Ungarn: Der Sport-Tag am Sonntag, den 26. Juli 2026
Der Sport-Tag
Rad-Legende begräbt alle Hoffnungen auf Rekord
Radsport-Legende Eddy Merckx rechnet damit, dass er und die weiteren Fünffach-Sieger bei der Tour de France von Superstar Tadej Pogacar übertroffen werden. "Ich glaube nicht, dass er sich damit begnügen wird, mit mir und den anderen Champions gleichzuziehen. Bald wird er unseren Rekord an Tour-Siegen brechen", sagte der 81 Jahre alte Belgier der "Gazzetta dello Sport". Neben Merckx haben auch die beiden Franzosen Jacques Anquetil und Bernard Hinault sowie der Spanier Miguel Indurain fünf Gesamtsiege auf dem Konto.
Merckx ist beeindruckt von den Leistungen des slowenischen Weltmeisters Pogacar, der ebenfalls vor dem fünften Tour-Sieg am Sonntag stand. "Natürlich war schon zu Beginn seiner Profikarriere klar, dass er ein besonderes Talent besitzt. Wobei ich, ehrlich gesagt, nicht erwartet hätte, dass er an den Anstiegen so beeindruckend auftrumpfen würde. Es scheint, als würde er auf jeder Etappe Rekorde am Berg brechen", ergänzte der frühere Ausnahmefahrer.
Formel 1 kurios: Bahrain-Rennen findet 6000 Kilometer entfernt statt
Der Formel-1-Zirkus wird noch in diesem Jahr in Malaysia zu Gast sein. Das Rennen wird dann offiziell "Formula 1 Gulf Air Bahrain Grand Prix in Malaysia" heißen - ist aber de facto der Ersatz für das ausgefallene Rennen in Bahrain, das wegen des Krieges im Nahen Osten abgesagt worden war. Gefahren wird in Malaysia vom 2. bis 4. Oktober, zwischen den Rennen in Aserbaidschan und Singapur.
Das Rennen wird ein Kompromiss sein. Bahrain übernimmt einen Großteil der Kosten, Malaysia stellt die Strecke zur Verfügung. "Die Formel 1 hat erneut bewiesen, dass sie sich anpassen und Lösungen finden kann. Malaysia ist ein großartiger Austragungsort, und Sepang hat einen besonderen Platz in der Geschichte unseres Sports", sagte Formel-1-Boss Stefano Domenicali. Die Strecke in Sepang gehörte bis 2017 bereits in den Rennkalender.
50.000 Pfund für diesen Schlag: Eskalation nach Hole-in-One
Bei einer Hole-in-One-Challenge im englischen Leeds gewinnt ein Amateur-Golfer mit einem irren Schlag 50.000 Pfund Preisgeld. Nach dem Treffer herrscht auf dem Golfplatz völlige Eskalation.
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Amateur gelingt irres Hole-in-One - Zuschauer eskalieren
Schwerer Unfall überschattet Deutsche Meisterschaften
Bei den Deutschen Meisterschaften der Triathleten hat es einen schweren Unfall beim Radfahren gegeben. Der Franzose Basile Fouchart, der für sein deutsches Team Metallart-Team AST Süßen startberechtigt ist, stürzte auf der zweiten Radrunde und fiel auf sein Gesicht. Im Anschluss konnte Leo Fernandez nicht rechtzeitig bremsen und fiel ebenfalls. Er rappelte sich aber sofort auf und kümmerte sich um seinen Kontrahenten, der regungslos auf dem Asphalt liegengeblieben war. Schnell war Erste Hilfe vor Ort.
In den folgenden Radrunden wurden die Athleten an der Unfallstelle aufgefordert, langsamer zu fahren. Sie mussten am Einsatzort vorbeifahren und sahen die Mediziner am Streckenrand. Doch die erste Entwarnung kam rasch: Fouchart war zu jeder Zeit bei Bewusstsein. Inzwischen wurde der 24-Jährige ins Krankenhaus gebracht. Die Triathlon-Meisterschaften sind Teil der Finals bei Hannover und finden in Steinhude statt.
Fußballer regungslos: Rettungswagen fährt in MLS aufs Spielfeld
Bange Minuten in Miami: Eine Kopfverletzung des zeitweise regungslosen Germán Berterame hat den knappen 1:0-Erfolg von Lionel Messis Klub Inter Miami gegen CF Montreal in der nordamerikanischen Major League Soccer (MLS) überschattet. Nach einem Luftduell mit Montreals Efrain Morales war der mexikanische Stürmer am Hinterkopf getroffen worden. Spieler beider Teams reagierten sofort, brachten ihn in die stabile Seitenlage, bevor wenig später ein Rettungswagen auf das Spielfeld rollte und den 27-Jährigen ins Krankenhaus brachte.
Miamis Headcoach Guillermo Hoyos gab später leichte Entwarnung, Berterame sei "in Ordnung und bei Bewusstsein". Den Schock über die Szene in der 70. Minute hatte der Argentinier allerdings noch nicht ganz verdaut. "Wir wussten nicht, was wir tun sollten - es war eine sehr verzweifelte Situation."
"Russische Schatten": Stolpert Pirlo über Wettanbieter-Deal?
Die geplante Ernennung von Andrea Pirlo zum neuen Trainer der italienischen Nationalmannschaft gerät wegen seiner Verbindung zum russischen Wettanbieter Fonbet ins Wanken. Wie die "Gazzetta dello Sport" berichtet, lässt der neue Präsident des italienischen Fußball-Verbandes FIGC, Giovanni Malagò, die Geschäftsbeziehungen des früheren Weltmeisters zu dem Wettanbieter prüfen. Der 47-jährige Pirlo steht derzeit beim Erstligisten United FC in Dubai unter Vertrag und dient zugleich als globaler Markenbotschafter des Wettanbieters Fonbet. Nach Angaben der Zeitung gilt dabei weniger das Engagement für einen Wettanbieter als problematisch - ein solcher Vertrag könnte beendet werden -, sondern vielmehr die russische Herkunft des Unternehmens vor dem Hintergrund von Russlands Angriffskriegs gegen die Ukraine, auf deren Seite Pirlos Heimat Italien klar steht.
Für Kritik sorgte insbesondere ein Werbeauftritt Pirlos in Moskau vor zwei Monaten gemeinsam mit Ex-Nationalspieler Marco Materazzi. Mehrere italienische Politiker verschiedener Parteien äußerten Zweifel, ob jemand mit einer solchen Verbindung Italien als Nationaltrainer repräsentieren sollte. "Russische Schatten", titelte "Gazzetta dello Sport" über die Bedenken bezüglich Pirlos Ernennung zum Trainer.
Palhinha wehrt sich gegen Abschied beim FC Bayern
Joao Palhinha soll den FC Bayern eigentlich noch in diesem Sommer verlassen. Der Mittelfeldspieler selbst sieht das aber offenbar anders. "Ich möchte meine Position hier behalten", sagte der 31-Jährige am Rande des Bayern-Testspiels bei Drittligist Wehen Wiesbaden (1:2) der "Bild".
Palhinha besitzt in München einen Vertrag bis 2028. In den sportlichen Plänen des FC Bayern spielt der Portugiese jedoch keine Rolle mehr. Der deutsche Rekordmeister will den Mittelfeldmann nach dessen Leih-Rückkehr von Tottenham Hotspur abgeben. Sportdirektor Christoph Freund hatte am Samstag erklärt, dass Palhinha ebenso wie Rechtsverteidiger Sacha Boey keine Perspektive mehr in der Mannschaft von Trainer Vincent Kompany besitzt. Der FC Bayern würde Palhinha und Boey am liebsten fest verkaufen, anstatt das Duo erneut zu verleihen.
Werner patzt spielentscheidend beim Duell gegen Reus
Timo Werner hat beim Duell mit Marco Reus in der nordamerikanischen Major League Soccer (MLS) den Sieg für die San José Earthquakes vergeben. Beim 1:1 (0:1) gegen Los Angeles Galaxy scheiterte Werner in der fünften Minute der Nachspielzeit mit einem Strafstoß an Torhüter James Marcinkowski. Reus hatte in der 13. Minute mit einem Pass auf Torschütze Joseph Paintsil die Führung der Gäste eingeleitet. 50.391 Zuschauer im Stadion der Universität von Stanford sorgten beim California Clásico für einen Klub-Rekord für die Earthquakes.
Thomas Müller und die Vancouver Whitecaps blieben auch im zweiten Spiel nach der WM ohne Sieg. Einem 3:4 beim FC Cincinnati folgte ein 0:0 bei Minnesota United. Die Caps liegen in der Western Division nach wie vor auf Platz eins, sie sind dabei aber punktgleich mit dem Los Angeles FC und den Earthquakes. Reus und die Galaxy befinden sich als Tabellenelfter weiter außerhalb der Playoff-Plätze. Robert Lewandowski kassierte auch im zweiten Spiel nach seinem Wechsel in die MLS eine Niederlage, mit Chicago Fire unterlag der Pole diesmal 1:3 beim New York City FC.
NFL-Starcoach bei Autounfall verletzt
Wegen eines Autounfalls kann American-Football-Coach Kyle Shanahan das Trainingslager der San Francisco 49ers nicht wie geplant leiten. Der 46-Jährige habe bei dem Unfall in der vergangenen Woche keine lebensgefährlichen Verletzungen erlitten, teilte das kalifornische NFL-Team mit. An den Mannschaftsaktivitäten könne er zunächst trotzdem nur eingeschränkt teilnehmen. Nähere Angaben zu den Verletzungen machten die 49ers nicht.
Bis zu Shanahans Genesung übernimmt dessen Assistent Chris Foerster gemeinsam mit weiteren Kollegen die Aufgaben des Cheftrainers. Shanahan geht in seine zehnte Saison als Coach der 49ers. Mit ihm schaffte es das Team zweimal zum Super Bowl.
Tränen und Wut: Schwimm-Star teilt gegen Kritiker aus
Neuer Name auf der Badekappe - aber noch nicht die alten Erfolge wiederholt: Englands Schwimm-Star Adam Rasay-Peaty musste sich bei den Commonwealth Games über 100 Meter Brust mit Bronze zufriedengeben. Der Doppel-Olympiasieger wurde vom Australier Sam Williamson (59,17 Sekunden) und Filip Nowacki besiegt. Seine Zeit von 59,64 Sekunden lag fast drei Sekunden über seiner persönlichen Bestzeit von 56,88 Sekunden aus dem Jahr 2019. Der 31-Jährige war anschließend den Tränen nah, zeigte sich enttäuscht: "Vielleicht hatte ich einfach einen schlechten Tag. Vielleicht liegt es daran, dass ich zwei Jahre lang keine Meisterschaftswettkämpfe bestritten habe. Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht", sagte er bei seinem Comeback.
Er haderte richtig: "Was soll das ganze Training um 5:30 Uhr morgens? Was soll die ständige Erschöpfung oder das Verpassen von Familienfeiern wegen des Trainings?" Ramsay-Peaty hatte im Dezember 2025 Holly Ramsay, die Tochter des Starkochs Gordon Ramsay, geheiratet, die beiden erwarten Nachwuchs. Mit Blick auf Berichte über sein Privatleben watschte er Kritiker ab, die sich über eine angebliche Entfremdung von seiner Familie ausließen: "Ich musste vieles von dem Unsinn, den die Leute online schreiben, ignorieren. Jetzt reicht es aber. Das geht über den Sport hinaus. Es geht darum, anständige Menschen zu sein." Er fügte an: "Ihr wisst nicht, wer ich bin. Und die Leute, die kommentieren, die die Geschichte nur wegen der Schlagzeile lesen, sollten sich mal selbst im Spiegel ansehen. Ihr könnt mir nichts anhaben."
Verstappen zetert: Auto ist "einfach komplett kaputt"
Max Verstappen hat in dieser Formel-1-Saison schon eine Menge Tiefpunkte erlebt. Die Qualifikation zum Grand Prix von Ungarn bot aber auch für den viermaligen Weltmeister etwas Neues. "Das Auto ist aerodynamisch einfach komplett kaputt", meinte der Red-Bull-Star in Budapest. "Es wird einfach immer schlimmer. Was für ein Witz."
Verstappen verpasste einen Spitzenplatz für das letzte Rennen vor der Sommerpause (15 Uhr/Sky und im ntv.de-Liveticker), nachdem er auf seiner letzten Qualifikationsrunde die Kontrolle über sein Auto verloren und sich gedreht hatte. "Das ganze Wochenende war hart, aber besonders im Qualifying verschlechtert sich der Zustand des Autos einfach", sagte der Niederländer. "Wir haben keinen Reifenverschleiß, sondern einen Autoverschleiß." Permanent tauchen neue Hürden vor Verstappen auf. "Wir haben ständig unterschiedliche Probleme. Das ist wahrscheinlich im Moment das größte Problem", meinte der Niederländer, über dessen Zukunft trotz Vertrags bis 2028 dauerspekuliert wird. "Es taucht immer wieder etwas Neues auf und das ist nicht gut." In Budapest startet Verstappen nur von Platz sechs.
Deutschlands Sprint-Queen leidet wegen "scheiß Zecke"
Nach dem verpassten siebten Meistertitel über 100 Meter war Leichtathletin Gina Lückenkemper enttäuscht - und sie lieferte unter Tränen eine Erklärung für ihre Leistung. "Mich hat vor vier Wochen eine Zecke am Hinterkopf erwischt", sagte die 29-Jährige im ZDF: "Ich habe dadurch zwei Wochen Trainingsausfall gehabt."
Die Europameisterin von 2022 war sichtlich emotional: "Ich musste Antibiotikum nehmen, diese scheiß Zecke hat echt ein paar Mal das Nervensystem gebissen." Die Folgen seien sichtbar gewesen: "Man hat heute auch in der Startposition gesehen, wie ich mit dem Kopf wackle", erklärte Lückenkemper: "Das war, weil mein Gleichgewichtssystem nicht richtig mitgearbeitet hat. Mir sind ständig die Systeme ausgefallen." Lückenkemper war zuletzt viermal in Folge deutsche Meisterin geworden. In Bochum musste sie sich in 11,29 Sekunden hinter Jolina Ernst, Tochter der ehemaligen Topsprinterin Melanie Paschke, und Emma Goretzka (beide 11,26) mit Platz drei begnügen.