Lufthansa-Chef hat schlechte Nachrichten für alle Fluggäste
Die Lufthansa dreht weiter an der Preisschraube – denn mit den zahlungsfreudigen Kunden kann man’s ja machen. Wer in den kommenden Monaten einen Flug buchen will, sollte sich auf höhere Preise einstellen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat angekündigt, dass die Ticketpreise auch im zweiten Halbjahr weiter steigen werden. Die Airline hatte schon zuvor vor steigenden Preisen gewarnt und zieht jetzt noch einmal nach. Lufthansa-Chef macht klar: Flugtickets werden noch teurer Spohrs Begründung klingt dabei selbstbewusst. Reisen sei weniger preissensibel, als die Branche möglicherweise gedacht habe. Seine Einschätzung: „Die Menschen wollen fliegen, und sie können es sich auch zu höheren Preisen leisten“ (Quelle: dpa via Welt). Eine Aussage, die bei vielen Passagieren für Unmut sorgen dürfte – auch wenn noch nicht klar ist, wie hoch genau die Preissteigerungen für Flugtickets ausfallen werden. Die Strategie scheint so oder so aufzugehen. Obwohl die Preise bereits gestiegen sind, buchen die Kunden weiter. Lufthansa-Finanzchef Till Streichert bestätigte, dass man die Kostensteigerungen, vor allem durch Störungen bei der Kerosinnachfrage und in der Folge bereits angestiegener Preise, zu etwa 60 Prozent durch höhere Ticketpreise kompensieren konnte. Die Nachfrage bleibe stabil. Hingegen sei es eine Herausforderung für Airlines, dass Kunden immer kurzfristiger buchen. Preissteigerungen sollen Kerosinkostenexplosion abfedern Eben diese Kostensteigerungen sollen auch einer der wichtigsten Kostentreiber für die deutsche Airline sein. Die Kerosinkosten sind infolge des Iran-Kriegs massiv gestiegen. Allein im zweiten Quartal beliefen sich die Mehrausgaben für Treibstoff auf 750 Millionen Euro, wie aus der Präsentation der halbjährlichen Geschäftszahlen der Lufthansa hervorgeht. Das bedeutet, dass die Lufthansa rund 450 Millionen Euro durch teurere Tickets eingenommen hat. Parallel zu den Preiserhöhungen fährt die Lufthansa ihr Angebot zurück. Die Regionaltochter Lufthansa Cityline wurde früher eingestellt als geplant, rund 20.000 Europaflüge im Sommerflugplan wurden gestrichen. Derzeit prüft der Konzern eine weitere Reduzierung des Europaangebots um 1 Prozent. Perspektivisch will die Airline vor allem auf der Langstrecke wachsen – denn dort sind auch die einzelnen Flüge rentabler. Für Passagiere bedeutet das: weniger Auswahl, höhere Preise. Und Besserung ist nicht in Sicht. Die Lufthansa hat offenbar erkannt, dass die Kunden ohnehin bereit sind zu zahlen. Warum also die Preise senken?